Durchfall in Thüringen – die Schwitzpartie der Christine L.


Live am Fernseher mitgebloggt:

Frau Lieberknecht, CDU, hat im ersten Wahlgang bei der Wahl zur Ministerpräsidentin in Thüringen nicht geschafft, die nötige Stimmzahl zu erreichen. Nur 44 von 87 Stimmen plädierten dafür, dass sie die Amtsnachfolge von Dieter Althaus antritt.

Es wird mit gedämpften Moderatorenstimmen Zeit totgeschlagenmoderiert, während das Ergebnis kommt. Ach nee, doch nicht kommt, wieder kein Ergebnis, es wird für 10 Minuten unterbrochen, nachdem die Linkspartei das soeben beantragt hatte.

Na, dann gibt es gleich halt noch ein Update, schaun mer mal.
Was bisher klar ist: Rückendeckung ist anders.

Volker Sklenar von der CDU wiegelt schon ab, es sei kein schlechter Start für schwarz-rot, aber angepisst ist er offensichtlich, „dass sei eben Demokratie“. Ja.

Ramelow von der Linken stellt sich gerade vor der Kamera live als Gegenkandidat zur Verfügung, um „dem Parlament eine Gelegenheit zu geben, ein Signal zu setzen.“

Hui, das bleibt spannend.

10.13 Uhr, es geht weiter: Stichwahl Lieberknecht/Ramelow, Die Wahlhelfer gehen nach vorn.
Was hinten herauskommen muss, ist eine relative Mehrheit für einen der beiden.

In alphabetischer Reihenfolge werden die Abgeordneten in die Wahlkabinen gerufen, auf dass keiner verloren gehe.

Antje Tillmann, CDU, tut derweil so, als sei sie optimistisch.

Abwarten. Wird das der Sensationssieg für Ramelow? Das wäre eine Klatsche für die Thüringer CDU, die noch lange nachhallen dürfte.
Die FDP hat zwar vorhin schon mit Frau Lieberknecht gekuschelt, aber da laufen ja noch mehr Abgeordnete herum.

10.23 Uhr, die Wahlhelfer zählen aus, die Thüringer Karten werden neu gemischt.

Lieberknecht guckt, als habe sie eine Salzgurke im Mund.
And the winner is: 87 Stimmen, davon 55 für Frau Lieberknecht, 27 für Ramelow.
Frau Lieberknecht nimmt die Wahl an, heulend. Das war aber knapp.

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4 Antworten to “Durchfall in Thüringen – die Schwitzpartie der Christine L.”

  1. T.M. Says:

    Ich sach ja, man muss nur richtig fragen, zur Not auch drei, viermal am gleichen Tag, dann kommt schon das Richtige dabei raus. Es ist wie Würfeln bis man eine Sechs hat. Und nach diesen Prinzipien werden Staaten regiert! – Deppendemokratie, meine Damen und Herren!

    P.S.: Ich halte mehrere Wahlgänge am gleichen Tag tatsächlich für demokratieschädlich. So wird der Eindruck erweckt, die Wählerschaft unterliege leichter Beeinflussbarkeit, die politische Meinung ein Fähnlein im Winde der Beliebigkeit. Aber das erkläre man einmal überzeugten Demokraten!

  2. buchstaeblich Says:

    Vor allem ist dergleichen äußerst peinlich. Darüber hinaus ist die Vorgehensweise nicht geeignet, beim Bürger Vertrauen in die Politik zu erwecken.

  3. verhaltensoriginell Says:

    *zückt für die Heulende ein Taschentuch*

    wer weiß was die so alles im Mund hatte, gibt ja vieles das ähnlich aussieht wie eine Gurke

  4. buchstaeblich Says:

    Ich nehme an, ihr lag ein Stoßgebet auf der Zunge – schließlich ist sie ja Theologin.
    Bei der Verkünd(ig)ung des Wahlergebnisses dachte ich einen Moment lang, es gäbe ein Erdbeben, aber das muss der Stein gewesen sein, der ihr vom Herzen fiel:
    Statt nur peinlich immerhin ein peinlich, aber gewonnen.

    Ich hoffe, sie weiß, wie dankbar sie Herrn Ramelow sein muss für sein spontanes Kandidieren.

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