National Geographic im Stadium der OrthograViecherei


Schwimmstadium(putzt die Lachtränen von der Tastatur)

Eigentlich wollte Frau Doktor heute morgen nur mal schauen, was für Reportagen in den digitalen Zusatzprogrammen meines Fernsehanbieters so durch das Kabel rauschen.

Dass ich einen kapitalen Lach- und Kreischanfall erleiden würde – damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet.

Aber offensichtlich sitzt in der Abteilung, die beim TV-Angebot von National Geographic die Titel für die Sendungen macht, jemand der wahlweise

a) einen Clown gefrühstückt hat,
b) seinen Ein-Euro-Job schnell wieder loswerden will, oder
c) ein unterbezahlter Praktikant ist, der auf diesem Wege seinen Unmut äußern möchte.

Oder gibt es am Ende gar noch eine ganz andere Erklärung für einen Titel wie diesen:

Mega-Bauwerke: Pekings Olympisches Schwimmstadium
?

In welchem Stadium von Buchstabenkrankheit, Worteverfall oder Sprachdefizit sich National Geographic auch immer befindet: Werte Herrschaften, das ist peinlich!

Eine Stätte, an der öffentlich Sport ausgeübt wird, ist in der deutschen Sprache immer noch ein StadiON. Ehrlich. Ein Stadion. Kein Stadium. Es sei denn. man befindet sich in einem fortgeschrittenen StadiUM der OrthograViecherei, in dem die Heilungschancen schlecht stehen, sofern man sich nicht der schmerzhaften Therapie des exzessiven Wörterbuch-Genusses unterzieht. Und wenn es ganz schlimm kommt, dann hilft nur noch, das Wörterbuch volle Möhre über die Omme gezogen zu bekommen!

Hält noch immer jemand National Geographic für Bildungsfernsehen? Ich nicht. Spätestens seit dem Lachanfall von vorhin weiß ich: National Geographic ist ein verkappter Comedy-Sender. Unterhaltung pur.

Wie wäre es eigentlich mit einem ganz neuen Sender: National Orthographic. Ich würde gerne eine Serie „Denglish for Runaways“ machen.

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11 Antworten to “National Geographic im Stadium der OrthograViecherei”

  1. T.M. Says:

    In der NZZ hat man kürzlich eine neue Umweltetikette für Autos vorgestellt …

  2. buchstaeblich Says:

    Ja, sollte das Benutzen umweltschonender Fahrzeuge nicht zum guten Ton gehören?

    Bleibt aber auch die Frage, was man mit schlechtem Ton macht: Hässliche Aschenbecher töpfern?

  3. T.M. Says:

    In Zeiten, in denen einem ein Garagentor den Wetterbericht präsentiert, können Autos auch eine Etikette haben oder Stadiums gebaut werden, find ich.

  4. buchstaeblich Says:

    Ein Garagentor: Warum soll es nicht einen verrückten Parkhausbesitzer mit Talent zur Meteorologie geben?

  5. vilmoskörte Says:

    „Maschinen der Geschichte“ ist ebenfalls eine offensichtlich von einem Automaten erstellte ziemlich eigenartig anmutende Übersetzung von „Machines of history“.

    • buchstaeblich Says:

      Ich hab es grad aus probiert: Maschinen der Geschichte bekommt man, wenn man den Babbelfisch übersetzen lässt.
      Mei, „Historische Maschinen“ ist aber auch wirklich viel verlangt.

  6. romanmoeller Says:

    National Orthographic finde ich wirklich schön! Einbürgerungstest als Fernsehsender!😀

  7. romanmoeller Says:

    Deutschtest, nicht Einbürgerungstest!!!😀 Die durch die Begrifflichkeit „National Orthographic“ entstandene Ekstase hat sich da wohl leicht negativ bemerkbar gemacht …

  8. spill Says:

    *spontan die teutschen NationalHymen anstimm*😉

  9. buchstaeblich Says:

    (schallert mit)
    Auferstaanden aus Ruihinen, steht die Form aus Lehm gehebrannt,
    danach lasst uns aalle steherben, brüüderliich mit Heerz uhund Hand!😉

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