Mit Kleinstweich zum Doppelkin(n)


Microsoft bringt ein, äh: zwei neue Mobiltelefone Handys auf den Markt.

Diese Hightech-Produkte sind speziell für die Gestörten jungen Nutzer, die Schnappatmung kriegen, wenn sie auch nur eine einzige Sekunde offline sind bevorzugt in den Spinnennetzen von Bauernfängern sozialen Netzwerken unterwegs sind.

Kin 1 und Kin 2 heißen die Dinger, die dazu dienen, dass die Rotznasen lieben Kleinen auch wirklich jede Sekunde des Tages von ihren Communities wie Twitter Zwitscher und Konsorten anderen Diensten noch bis aufs Klo verfolgt werden können und auch ja nicht in Versuchung geraten, vielleicht eine Runde Skateboard zu fahren oder etwas ähnlich Gesundes zu tun.

Am besten, man kauft für jeden Sprössling gleich zwei davon, eins in jede Hand, damit sie parallel in gleich zwei Netzwerken auf Schritt und Tritt verfolgt werden können und ständig Statusmeldungen abgeben können – 1 Kin und noch 1 Kin, da ist ’s nicht mehr weit zum Doppelkin(n):

Kin 1-zwitscher: Ich sitze auf dem Sofa und schalte mit der linken Hand 738 Fratzbook-Freunde frei, weil ich ja so beliebt bin.

Kin 2-zwitscher: Ich sitze auf dem Sofa und klicke mich mit der rechten Hand durch meine Zwitscher-Tweets.

Kin 1-zwitscher: Ich sitze auf dem Sofa und kann jetzt nicht mit zum Spielplatz kommen, ich muss noch meine Nachrichten auf BlagiVZ beantworten.

Kin 2-zwitscher: Ich sitze auf dem Sofa und kann nicht mehr aufstehen, weil ich seit zwei Jahren nicht mehr hier wegkomme, weil ich in meinen sozialen Netzwerken so aktiv bin. Aufstehen kann ich schon lange nicht mehr. Meine Mutter wechselt mir seit meinem 18. Geburtstag nicht mehr selbst die Windeln, da kommt jetzt eine Pflegerin. Und mein Doppelkinn hängt mir bis auf die Brust, weil ich schon seit Jahren meine Nutella und meine Chips in Cola gelöst durch eine Magensonde zu mir nehme, weil ich ja keine Hand frei habe. Meine mutierten und verkrüppelten Daumen schmerzen rund um die Uhr, aber ich habe 193.757.657.382.919.975 Freunde. Letzte Woche war ein Pflegerteam da, um mich zu baden. Das ging aber nicht – das Sofa ist mir am Arsch festgewachsen.

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13 Antworten to “Mit Kleinstweich zum Doppelkin(n)”

  1. Frankie Says:

    Bis auf die Äußerung, dass ich Skatebrettfahren nicht unbedingt als der Gesundheit zuträglich betrachte, fällt mir so auf die Schnelle nichts
    Gescheites, sprich Bösartiges dazu ein, ich hole das nach, versprochen! Aber schon mal fünf Sterne.

  2. verhaltensoriginell Says:

    Mir fällt da auch nichts bösartiges ein, weil das erschreckend real ist und mich ziemlich betroffen macht. Ich weiß schon warum ich mich immer noch ziere meinem 12jährigen ein Handy zu kaufen! ER ist mittlerweile fast der einzige in seiner Klasse der noch keins hat….

  3. Frankie Says:

    Ich breche ungern, also auch zusammen oder Versprechen, aber verdammt, hierzu fällt mir wirklich nichts ein. Außer, dass ich zugeben muss, am letzten Wochenende meinen sohn gefragt zu haben, was ein iPad ist (oder so ähnlich).

  4. buchstaeblich Says:

    Mist! Die Realität ist viel gemeiner als wir.

  5. Christian Droßmann Says:

    Teuflisch ist nur, dass die Finger der Kinder irgendwann zu fett sind, um das Handy, wenn es wieder abstürzt, zu resetten…also wird ein neues gekauft..

    cd

  6. buchstaeblich Says:

    resetten?
    Hm, wenn mein Mobiltelefon hinfällt, hebe ich es halt wieder auf. Aber gut: Ich bin auch kein fettes Kind.

  7. verhaltensoriginell Says:

    Vielleicht ist resetten neudeutsch für aufheben😆

  8. buchstaeblich Says:

    Ach so! Na, ich bin halt alt(modisch).

  9. sinnerinme Says:

    ..keine Ahnung was man dazu sagen soll, ausser das man es als Vorbild (der elterlichen Funktion) nicht vormachen soll. 24std vorm PC hocken und in zig verschiedenen Netzwerken rumeiern. Für Ki1 Ki2….sind es doch kleine Statussymbole, wenn man so ein teures Ding von Papi und Mami geschenkt bekommt. Die Zwerge können einen dann schon richtig auf den Keks gehen, und Ma hat keine Lust auf endlose Diskussionen, weil sie einfach in Ruhe chatten will.
    Ja wohl ja.

    Sieht man ja an den neuesten Tagesnarichten:
    13jähriges Mädchen hat ihr Mutter erstochen, weil sie Internetverbot bekam.

  10. schattenzwerg Says:

    bitte bedenken nicht kausalzusammenhänge herstellen, die kinder die auf dem fussballplatz oder im schwimmbad sind, bekommen wir nicht zu sehen, da werbung, nachrichten und restliche medien uns im zusammenhang mit soclhen taten und gegenständen auch immer nur genau die kinder und jegendlichen zeigen die aufs profil passen …

    • buchstaeblich Says:

      Ach, ich bin doch nur eine gemeine Westfälin und male gern schlimme Szenarien in fiesen Farben an die Wand.
      Dass die deutschen Kinder in echt oft anders sind, sehe ich hier jeden Tag an der Tatsache, dass meine Nachbarskinder kaum zu Hause sind, weil sie dauernd beim freiwilligen (!) Sport sind, sowohl im Verein als auch einfach so, mal mit, mal ohne Eltern.

      Verstehe man meinen Artikel als Mahnung, ein bisschen aufzupassen auf sich selbst und die Brut, damit es in echt nicht so wird wie in meinem Geschichtchen.

  11. limportant Says:

    Hmmh – was dem einen sein Microsoft, ist dem anderen sein Aplle äääääh iPhone.

    Letzendendes sind die meisten State of the Art Handys mit solchen Funktionalitäten ausgerüstet … verbieten hilft hier nicht, sonder nur sich mit Ihm hinstzen und erklären, was genau da passiert bei Twitter, Facebook und Co.
    Nicht daß jedoch viele Eltern damit auch überfordert wären …

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