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Stand der Dinge

29. Januar 2009

Soll ich mir nun ein Ständchen singen? Happy Birthday to me, oder so?

Blödsinn – ich habe nicht Geburtstag und Blogs werden nicht geboren.

Heute vor einem Jahr war ich äußerst verwirrt, die ersten Schritte ins Bloggerdasein waren recht hilflos und praktisch komplett orientierungsfrei, und bis ich die Struktur dieses Dings halbwegs kapiert hatte, ging einige Zeit ins Land.

Ínzwischen, 319 Einträge und 3953 Kommentare später, ist es mir wichtig, meinen Senf zur Welt abzulassen und im Internet für Interessierte zu hinterlegen: Da stört er mich dann auch nicht mehr so bei meinen anderen täglichen Verrichtungen.

Ein Jahr lang Gift verspritzt, gebasht, gemeckert und viel Spaß dabei gehabt – da trifft es sich doch ganz wunderbar, dass ich ausgerechnet jetzt ein nicht abschlagbares Angebot bekam.

Ab sofort bin ich zweifach im Blogiversum unterwegs, denn ich wurde berufen, als Mitauteuse schreibend tätig zu sein (liebe Kinder, das heißt in echt Mit-Autorin, aber die Tante ist adrenalintrunken) für ein funkelndes Kleinod, das sich anschickt, Karriere in der Bloggerwelt zu machen, weil es so schön schockierend ist. Also, nicht für mich. Aber für manch Andere(n). Denn der dortige Gründer hat sich vorgenommen, eine olle Kamelle neu zu erfinden:

Das nagelneue Testament.

Und ich soll mithelfen. Wer mich also sucht und hier nicht findet, der kann künftig nachschauen, ob ich nebenan Dienst schiebe.

Das Bestseller-Geheimnis

5. November 2008

Sind nicht viele unter uns, die davon träumen, einmal ein richtiges Buch zu schreiben? Liest nicht manch Einer in der Wanne oder vor dem Einschlafen gern einen tollen Roman und ärgert sich, dass ihm so etwas nicht einfällt?

Wie, so fragt man sich sich, kommt Autor/in XY auf das schmale Brett die Mordsidee dieser unglaubwürdigen unglaublichen Geschichte?

Mir, liebe Leser, ist es so ganz nebenbei gelungen, während ich eigentlich nach interessanten Angeboten für mein Unternehmen, den Medien-Markt, suchte, dieses Geheimnis zu lüften.

Bislang hat man als Bücherkonsument gedacht, so ein Autor ginge hin und würde sich intensiv in der Welt umschauen, Menschen und ihr Verhalten beobachten, recherchieren, nachschlagen, nachdenken, und sich inspirieren lassen, um sodann nach Erlangen einer halbwegs zündenden Idee sein Autorenhandwerkszeug zu benutzen, um daraus eine schöne, in sich schlüssige Geschichte zu konstruieren. Diese würde er dann womöglich nach bestem Wissen und Gewissen ein wenig ausschmücken und in möglichst schöne Sätze packen:

Ha! Kein Wunder, dass Otto und Ottilie Bücherverbraucher nur lesen, aber keine Bücher schreiben können – denn meilenweit gefehlt war diese Annahme!

Das macht man nämlich in echt ganz anders:

Dass man einen sogenannten Plot braucht, wenn man einen Roman schreibt, hat sich ja bis zum Endverbraucher herumgesprochen, das ist wie beim Film oder im Fernsehen.

Aber wo man einen Plot herbekommt, das ist das eigentliche Geheimnis, und ich – jawoll: Ich! – lüfte das jetzt:

Da legt man Tarotkarten! So, ätsch, nun ist es heraus.

Wenn nämlich der König der Schwerter links neben dem Gehängten und über dem Stern, aber unterhalb der Königin der Münzen liegt, dann muss man die Krankenschwester mit einem Doppel-D-Körbchen ausstatten, damit Frauenarzt Dr. René von Sülzbachtal seine tiefblauen Augen auf ihr Antlitz richtet und sein Herz auf immer an sie verliert.

Soweit, so gut.

Blöd ist nur, dass die Krankenschwester eine 1,53 m kleine magersüchtige Trulla auf Highheels ist und justament bei Erlangen ihres Vorbaus die Gravitation die Oberhand gewinnt und die Trulla vornüber mit dem Gesicht in einer Matschpfütze landet, aber wer sagt denn, dass man zum Schreiben eines Romans Logik braucht, nicht wahr? Die Karten sagen es jedenfalls nicht.

Wenn Sie, liebe Leser, jetzt denken, ich wolle nichts weiter als Ihre Zeit verschwenden und Sie verarschen, dann darf ich diese Arschkarte aber mal gleich weiterleiten zum eigentlichen Ort des Geschehens.

Ich bin schließlich dafür bekannt, dass ich es stets mit der Effizienz habe. Deshalb finde ich, dass für ein Wochenendseminar „Plotten mit Tarot“ 552 € plus Getränke beim Essen (Stilles Kraneberger Wasser wahrscheinlich nur 3,80 €/Gläschen) viel zu billig sind.

Wenn Sie wirklich lernen wollen wie man effizient plottet, dann belegen Sie doch bei mir das Open-Air-Plotting-Camp auf der Wiese hinterm Haus (nur 2.500 €/Wochenende, Zelt und Verpflegung bitte selbst mitbringen!), und lernen Sie, wie man eine Schüssel Buchstabennudeln so schüttelt, dass garantiert ein Bestseller daraus abzuschreiben ist, wenn man nur tüchtig daran glaubt.

Denn wenn Sie wüssten, dass ich in Wirklichkeit Dan Braun, Dieter Pohlen, und Carlotta Frosch sowie der eigentliche Autor der Bibel in Personalunion bin, dann wüssten Sie, dass Ihr Geld bei mir gut angelegt ist – Qualität hat ihren Preis.

Und wenn Sie so dämlich sind, zu glauben, dass ich tatsächlich verraten würde, wie man sich reich schreibt, um mir Konkurrenten auf den Markt zu holen, mit denen ich die ganze Kohle teilen müsste, dann sind Sie so bekloppt, dass Sie nichts Besseres verdient haben als mir haufenweise Geld in den Hals zu schieben!

Anmeldungen im untigen Kontaktformular – ich freue mich auf Ihr Geld Sie!

Einladung

1. Juni 2008

Musen sind unzuverlässige Gespielinnen:
Seit ein morgendliches Balkongespräch bei Kaffee und Kunstrasen vor mehr als einer Woche die Kopfgeburt eines Satzes hervorbrachte, wünsche ich mir eine Idee zu einer Geschichte, in die er hineinpasst.
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