Posts Tagged ‘Helfen’

Flüchtlinge: Was kriegen die eigentlich so zur Verfügung gestellt?

13. August 2015

Wie ich gehört habe, werden die Mitarbeiter des Landratsamtes und die Helfenden in den Helferkreisen, auch im hiesigen am Ort, aber grundsätzlich überall immer wieder gefragt, wie und womit genau die Flüchtlinge, die zu uns nach Deutschland kommen, eigentlich versorgt werden.

Damit sich nicht immer alle Leute Fransen an die Schnute quasseln müssen beim Herunterbeten dieser Litanei:

Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz beantragen und Sozialbetreuung

Der Landkreis München hat dort auf seiner Webseite fein säuberlich aufgelistet, was das Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) hier vorsieht.
Man kann dort mit einem Mausklick erfahren, dass Flüchtlinge keine nagelneuen Handys oder Smartphones geschenkt bekommen, welche Leistungen den Menschen zustehen. Was dort nicht steht, wird von den Behörden nicht gestellt.

Ja, in den Foren und asozialen Netzweken liest man immer wieder Anderes, und hört noch Schlimmeres an den Stammtischen, je Alkoholpegel, desto schlimmer. Das, liebe Lesenden, sind keine zu(ver)lässigen Quellen.

Dieser Link zur Auflistung der Leistungen darf gern hergenommen oder weiterverbreitet werden, um andere Leute im Umfeld von der Unrichtigkeit gewisser Gerüchte zu überzeugen.

Besonders schön:
Unten auf der Seite gibt es ein Kontaktformular, da kann dann jeder höchstpersönlich selbst nachfragen, wenn er dann immer noch nicht glauben will, dass dort alle Leistungen aufgelistet werden.

Gut, eine Leistung ist da nicht aufgeführt, weil das Landratsamt das nicht weiß:

Ich habe neulich einer schwangeren Dame aus einem afrikanischen Land mit Landessprache Englisch erklärt, warum, wie oft und wie sie ihre verschiedenen Schwangerschafts-Vitamine nehmen muss, die ihr jemand geschenkt hatte. Diese Erklärungsleistung steht nicht im Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG).
Verbuche man diese Erklärung meinethalben als Leistung an Asylbewerber, ich selber weiß bis heute nicht einmal, ob diese Dame ein Flüchtling oder eine Touristin war, ich verbuche das unter Benimm und Selbstverständlichkeit. Wenn jemand nicht „von hier“ ist, meine Fremdsprachenkenntnisse und mein bisschen Wissen braucht, dann ist es mir persönlich scheißegal, warum derjenige gerade hier ist.
Unterteilen in Flüchtlinge und anderswarum Anwesende? Wie bescheuert ist das denn? Das fange ich gar nicht erst an, es würde meine knappe Zeit fressen.

Leute sind Leute, Frager kriegen Antworten, wenn ich sie weiß.

Was Menschen weltweit verbindet ist die Tatsache, dass wir alle beim Kacken die Knie krumm machen höchstwahrscheinlich von derselben kleinen Gruppe Menschen in Afrika abstammen, und deshalb letztendlich irgendwie miteinander verbunden sind. War da nicht was mit mitochondrialer DNA? Egal, für noch mehr Googelei ist es zu warm.

Update 24.08.2015:

Diese vermaledeite Handy-Frage scheint ja ganz Deutschland zu bewegen, weil sich immer wieder Blogger finden, die sich an den Kopf greifen ob dieser Frage. So auch hier.

Kluge Worte und gute, wichtige Gedanken zum Thema finden sich übrigens auch bei Fellmonsterchen: Danke dafür!

Flüchtlinge: Helfen? Wo fängt das eigentlich an?

7. August 2015

  … mit einem Lächeln auf der Straße!

Wenn sich Helfende zusammenfinden, um Flüchtlingen bei der Orientierung und – zumindest zeitweiligen – Integration in ihrem neuen Umfeld zu helfen, werden sie immer wieder angesprochen, was man denn so machen muss, und was man können muss, um den bald eintreffenden Flüchtlingen zu helfen, und wie viel Zeit man einplanen muss: Schauen, fragen, was gebraucht wird und gucken, ob man Fähigkeiten hat, das Problem zu lösen, oder wenigstens jemanden kennt, der das können könnte: Ein Rat kann wertvoll sein!

Die Aufgabe, vor der die Städte und Gemeinden stehen, lautet: Den Menschen zu helfen, die zu uns kommen, damit sie sich zurechtfinden und sich temporär oder dauerhaft in die deutsche Gesellschaft und Kultur integrieren können.

Die Flüchtlinge kommen aus Gegenden in der Welt, die völlig anders aussehen als unsere, in der wir hier jeweils leben: das Landschaftsbild, die Architektur, die Menschen, die gesellschaftlichen Regeln des Zusammenlebens, die Sprache, zum Teil sogar die Schrift. Und das kann einen sehr einschüchtern, wenn man lange und unter Lebensgefahr tausende von Kilometern zurückgelegt hat, um an einen Ort zu gelangen, an dem das Überleben erst einmal sicher ist.

Nehmen wir als Beispiel mal Unterföhring in Bayern: Der Ort blickt selbst zurück auf eine lange Geschichte der Zuwanderung: da waren zum Beispiel die italienischen Saisonarbeiter in den Ziegeleien, die sudetendeutschen Flüchtlinge nach dem 2. Weltkrieg … In dieser florierenden Gemeinde sind aber auch schon seit Jahrzehnten tagtäglich „Fremde“ unterwegs: Besucher, Projektarbeiter in den Firmen, Monteure, Mitarbeiter aus dem Umkreis und den verschiedensten Ländern der Welt. Und viele wohnen längst hier als unsere Freunde, Nachbarn, Familienmitglieder und Kollegen!

In den anderen Städten und Gemeinden in Deutschland finden sich ähnliche Vergangenheiten und ähnliche Gegenwarten, es denkt nur nicht jeder jeden Tag daran.

Die Menschen mit Manieren machen das doch immer schon so: Man grüßt sich freundlich, gern mit einem Lächeln, gibt Auskunft, wenn man gefragt wird und hilft weiter, wo es nötig ist. Deshalb kommen unsere Besucher und Gäste gern zu uns in all unsere Orte und fühlen sich hier wohl. Wer Wärme ausstrahlt, wird Wärme zurückbekommen. Wenn wir aufeinander zugehen, hilft das beim Abbau von Ängsten. Und weil die Bürger mit Verstand alle schon „im Training“ sind beim freundschaftlichen Umgang: Wenn jeder von uns einfach damit weitermacht, ist jeder ein/e Helfende/r! Und jeder Ort ein Ort des Miteinander!

Wer Zeit und Muße hat für mehr, kann in Helferkreisen mitmachen und ist dort herzlich willkommen. Wenn viele Hände zupacken, muss sich keiner allein plagen. Auch einmaliges Einspringen kann helfen, oder einmal im Monat … Aber schon jeder, der einfach nur ein freundlicher Nachbar ist, hilft den Menschen, die zu uns kommen, Ängste abzulegen, sich zu orientieren und einzuleben.

Wir, die wir hier in unseren Orten und Städten zuhause sind, haben ein Heimspiel: Wir kennen alles außer diesen Menschen, die neu zu uns kommen. Der Mensch, der dazu kommt, landet in einer für ihn fremden, neuen Welt. Die sollte doch freundlich und friedlich ausschauen. Vor Terror und Gewalt ist der Mensch ja um sein Leben gerannt auf seiner Flucht aus seiner Heimat.

Es ist eine Frage der Haltung, aber ist es wirklich so schwierig, sich selbst zu fragen:
Habe ich noch etwas mehr als ein Lächeln? Kann das, was ich übrig habe und gerade nicht brauche (Zeit, Dinge) jemand anderem helfen)?

Dann ist uns allen geholfen!

Flüchtlinge küssen Dornröschen wach!

5. August 2015

Was? Jahrelang erschien hier kein neues Wort, und nun gibt es doch neue Wörter?!

Nun, liebe Lesenden, Dieter Nuhr prägte uns ein, man solle einfach mal die Fresse halten, wenn man nichts zu sagen habe, respektive: wenn man keine Ahnung hat.

Das habe ich dann auch so gemacht, man ist ja gelehrig.

Aber wenn man dann doch etwas zu sagen hat, dann sollte man das unbedingt tun, wenn es denn hilfreich und wichtig sein könnte.

Dass tägliche viele Menschen aus anderen Ländern zu uns nach Deutschland kommen, weil sie hoffen, hier Sicherheit und Überleben gewährleistet zu bekommen, kann man in sämtlichen Medien rauf und runter erfahren, wer das bis jetzt noch nicht weiß, wollte es wohl bislang nicht wissen.

Wissen aber ist so eine Sache, das merkt man immer wieder, wenn man den Flurfunk der eigenen Umgebung hört.
Hier in Bayern kann man aber, so man denn geneigt ist, z. B. auch echtes Wissen abgreifen, die frischesten Informationen kriegt man beim Landratsamt.

Auf diesen Link, liebe Lesenden, möchte ich hier verweisen, den dürfen Sie weiterreichen an all die Leute um Sie herum, die seltsame Sätze rund ums Thema Flüchtlinge verbreiten: Was die angeblich so alles geschenkt bekommen, wenn sie kommen, wie die angeblich alle ticken, was die angeblich so vorhaben, bla bla bla … Tipp: „F…book“ ist keine akzeptierte Quellenangabe, „Das habe ich aber so gehört/gelesen …“ auch nicht.

Außerdem habe ich mal begonnen, meine Blogroll zu erweitern, um den Helferkreisen in der Umgebung ein wenig zu helfen, gefunden zu werden. Und um evtl. Unterstützer und Helfende an die Adressen zu leiten, wo sie gebraucht werden.

Dafür habe ich mich nun ein wenig bequemt, meinen Dornröschen-Schlaf zumindest kurzzeitig zu unterbrechen.

Werden hier weitere Helferkreise bekannt, will ich sie gern verlinken; wer sich hierher verirrt, darf aber auch gern selbst in der Kommentarspalte auf sich aufmerksam machen, und wenn in Unterföhring das Projekt Gemeinsam für Flüchtlinge – Helferkreis Unterföhring demnächst online geht mit seinem Internet-Auftritt, dann wird hier sicherlich darüber berichtet werden, man hat ja so seine Kontakte in die Nachbarschaft und bekommt mit, was sich da so tut. Soviel weiß man hier schon: Wenn im (ca.) Oktober eine Notfallunterkunft in Form einer Traglufthalle errichtet sein wird, dann stehen zahlreiche, gut vorbereitete Helfende bereit für die ca. 300 Flüchtlinge, die dann für ca. 6 Monate in dieser Einrichtung leben werden. Damit dann alles gut geht mit der Orientierung in der neuen, fremden Welt, wird Gemeinsam für Flüchtlinge – Helferkreis Unterföhring bei Bedarf mit Rat und Tat und einem freundlichen Willkommen bereitstehen, hat man mir versichert.

Soviel für heute.