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Flüchtlinge: Bitte glauben sie nicht alles, was Sie lesen!

18. August 2015

Diesen Appell entnehme ich dem Spiegel-Beitrag

Stimmungsmache gegen Flüchtlinge: Wie rechte Hetzer bei Facebook manipulieren

und reiche ihn in weiter.
Denn man hört immer wieder diffuse „Ja, aber …“-Wortmeldungen verunsicherter Menschen, die im Prinzip nicht automatisch zur Kategorie Rassisten gezählt werden müssen, aber mitunter überfordert scheinen von dem, was sie „im Internet“ so lesen, bzw. von irgendwelchen „Schlaumeiern“ erzählt bekommen.
Unsereins wird auch öfters angesprochen und bekommt erzählt, was jemand so erzählt haben soll, und gefragt. was da so dran ist.

Hetze und Fehlinformation gibt es, das wissen wir.

Ein guter Tipp bei mündlichen oder schriftlichen Berichten über „Übeltaten böser Flüchtlinge“:
Fragen Sie nach einer verlässlichen Quelle: „Woher weißt Du das?“, „Wer hat das gesagt?“, „Ist das verifiziert?“.

Und dann ist man oft ganz schnell mit „Äähm, ööhm, also …“-Gestotter konfrontiert.

Also, liebe Lesenden, halten Sie die alte Weisheit „Papier ist geduldig“ parat und erweitern Sie: Das Internet ist auch nur ein Datenträger, genau wie Papier. Es reagiert leider nicht mit hektischen Flecken, wenn es mit Unwahrheiten oder Manipulationen bestückt wird, das kann immer wieder nur der Lesende, bzw. Schauende tun. Der sucht, wenn er klug ist, die Quelle für die Information und verifiziert, bevor er weitertratscht.

Natürlich hat man diese Zeit nicht immer, aber dann kann man noch mehr Freizeit gewinnen, indem man auf das Weitertratschen ungeprüfter Inhalte schlicht verzichtet. Spucke spart das obendrein.

Flüchtlinge – über die wird viel Unsinn gesprochen …

6. August 2015

Unter dem vorigen Beitrag wurde ich zurückbegrüßt von einer guten Bekannten, danke hierfür.
Der Antwort-Kommentar wurde so lang, das ist jetzt doch dieser Blogbeitrag geworden:

Liebes Fellmonsterchen, Sie haben ja so Recht, da wird gern das Denken verweigert.

Bei den Notfallunterkünften (Traglufthallen) müssen LRA*-Mitarbeiter sich anhören, wie Menschen (Neidhammel) sich mokieren, sie selber hätten zuhause auch nur einen Wäschetrockner auf dem Balkon, und die Flüchtlinge haben Wäschetrockner …

Fakt: Die Flüchtlinge dürfen die Trockner benutzen, aber sie gehören ihnen doch nicht!

Fakt: In der unglaublichen Enge der Notfallunterkünfte dutzendweise Wäscheständer aufzustellen ist undenkbar – die Kosten wegen der dann passierenden Unfälle möchte ich nicht zahlen müssen!

Fakt: Das Belüftungssystem in einer solchen Notfallunterkunft wäre sicherlich schnell an seinen Grenzen angelangt, wenn da hunderte Menschen ihre Wäsche trocknen, weil es draußen regnet.
Dann gäbe es Schimmel – die Halle ginge kaputt – das kostet!
Dann gäbe es Krankheiten durch Schimmel – das kostet!
Da ist das bisschen Strom für die Trockner im Vergleich ein Witz.

Fakt: Die Menschen haben nicht viel Kleidung, die muss schnell wieder trocken werden, damit man am nächsten Tag nicht nackt zum Sprachkurs oder bei Ämtern erscheinen muss.

Die Flüchtlinge hätten sicherlich auch lieber einen Wäscheständer auf dem Balkon.
Sie haben aber keine Wäscheständer, denn sie haben keinen Balkon, weil sie keine Wohnung haben, weil sie alles, was sie je besaßen, hinter sich lassen mussten, denn sie sind um ihr Leben gerannt!

Sie haben mit viel Glück ein Handy oder Smartphone mit herretten können, da ist der Rest vom alten Leben drauf gespeichert, und da wurde gut drauf aufgepasst für „Mama, Papa, ich lebe noch und bin in Sicherheit. Geht es euch auch gut?“.

Und damit sie ihr Leben hier organisieren können, Orientierung, Deutsch-Lern-Apps nutzen, ÖPNV-Pläne, und, und, und …

Das Gerücht, Flüchtlinge bekämen bei Ankunft alle ein neues Ei-Fon6 geschenkt, ist übrigens natürlich auch nur ein Gerücht, also: glatt gelogen, liebe F***book-Hanseln!

Ehrlich, wenn ich manche Leute sprechen höre, dann kriege ich so dermaßen Blutdruck, da kann ich nur noch ganz schnell weggehen, bevor mir Begriffe aus dem Munde fallen, die – juristisch betrachtet – gebührenpflichtig wären!

Vielleicht hätte diese neidische Person das Personal um Asyl bitten sollen, dann hätte sie auch die Nacht in einem engen Abteil mit anderen Fremden im Stockbett verbringen können, aber immerhin einen Wäschetrockner benutzen dürfen.

Mannmannmann, man greift sich an den Kopf. Und woher weiß ich das alles?
Nun, Notfallunterkünfte veranstalten manchmal vor Inbetriebnahme einen „Tag der offenen Tür“. Da kann man hingehen, gucken, Fragen stellen an Menschen mit Faktenwissen. Und das habe ich gemacht. Einfach so.

Und Antworten bekommen. Von Fachleuten mit Fachwissen.
Die Gerüchte aber: Die stammen nicht von Fachleuten mit Fachwissen. Die werden von Unschlauen verbreitet. Die sich für Fakten eben nicht interessieren.

*) Landratsamt

Gerüchte um Williamson: Rücknahme?

26. Februar 2009

So richtig weiß man es noch nicht, auch tagesschau.de formuliert noch sehr vorsichtig, die katholische Nachrichtenagentur Zenit melde, Nicht-Bischof Williamson habe seine Äußerungen zum Holocaust, ähm…, relativiert. Und bitte um Vergebung, oder Entschuldigung, oder so ähnlich.

Angeblich verlautbart Zenit, in dem Entschuldigungsschreiben habe es geheißen, Williamson
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