Posts Tagged ‘Flüchtlinge’

Weitergereicht wg. Vorbildcharakter: Südburgenland in Traiskirchen – the day after

24. August 2015

Wer braucht denn Haidenau schlechte Beispiele, wenn er auch Lesenswertes über
Hilfe für Flüchtlinge empfehlen kann:

Südburgenland in Traiskirchen – the day after.

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Flüchtlinge: Sind das Sachspenden oder Gemeinheiten?

14. August 2015

Aufmerksamkeit richten sollten Sachspendenwillige auf das Blog von Sandra L Braun, die einen sehr interessanten Artikel zum Thema geschrieben hat. Der mir bekannte Helferkreis hat sich bedankt für das Zeigen auf diesen Text. Denn genau das sieht man dort auch immer wieder: „Hausrat“, der eigentlich auf die Müllkippe gehört, Kleiderspenden, die dem Reißwolf eigentlich gar nicht hätten entrissen werden sollen: Kellermuff und Schimmel.

Denkt eigentlich einmal jemand an die Ehrenamtlichen, die in den Sachspendenteams arbeiten?
Das sind Leute, die ihre Freizeit opfern, damit Flüchtlinge, aber oft auch andere Bedürftige mit dringend Benötigtem versorgt werden. Sollen wir ernsthaft erwarten, dass diese Freiwilligen in Mief und Muff stöbern, weil manche Spender nicht wissen, dass sie eigentlich Entsorger sind?

In den Spendenlagern wird mit Hochdruck gearbeitet, dort hat man keine Zeit, Kleiderspenden zu flicken, waschen und bügeln. Kaputte, verdreckte Kleidung mit eindeutigem Kelleraroma Flüchtlingen zu überreichen – das wäre ein Affront gegen die Würde der Menschen, die die Spenden bekommen. Und warum Helfenden das Leben erschweren, indem man ihnen aufbürdet, die Spreu vom Weizen trennen zu müssen und die Spreu dann noch obendrein mit dem eigenen Auto auf eigene Kosten zur Textilmüll-Sammelstelle zu bringen?

Liebe Hilfsbereite:
Denken Sie bitte ein wenig nach, bevor Sie Spenden überreichen: „Würde ich mich freuen, wenn ich dies oder das in jenem Zustand bekäme?“

Ein Stapel ausgemusterter Kleidung kann eine große Hilfe für Menschen sein. Aber soviel Respekt muss dann schon sein, die Sachen noch kurz durch die Waschmaschine zu jagen, damit sie nicht müffeln.

Und wenn ein Schlüpper Bremsspuren hat, die Ihre Waschmaschine nicht mehr beseitigen kann: Die Sachspendenlager haben keine Wunder-Waschmaschinen, die haben in der Regel gar keine. Also ab in den Müll damit. Wenn Sie es eklig finden, so etwas zu tragen, möchten Andere es auch nicht anfassen müssen.

Auch sollten Sachspenden-Mitarbeiter nicht mit einer Atemmaske arbeiten müssen, bloß weil sie Allergiker sind, oder?

Flüchtlinge: Helfen? Wo fängt das eigentlich an?

7. August 2015

  … mit einem Lächeln auf der Straße!

Wenn sich Helfende zusammenfinden, um Flüchtlingen bei der Orientierung und – zumindest zeitweiligen – Integration in ihrem neuen Umfeld zu helfen, werden sie immer wieder angesprochen, was man denn so machen muss, und was man können muss, um den bald eintreffenden Flüchtlingen zu helfen, und wie viel Zeit man einplanen muss: Schauen, fragen, was gebraucht wird und gucken, ob man Fähigkeiten hat, das Problem zu lösen, oder wenigstens jemanden kennt, der das können könnte: Ein Rat kann wertvoll sein!

Die Aufgabe, vor der die Städte und Gemeinden stehen, lautet: Den Menschen zu helfen, die zu uns kommen, damit sie sich zurechtfinden und sich temporär oder dauerhaft in die deutsche Gesellschaft und Kultur integrieren können.

Die Flüchtlinge kommen aus Gegenden in der Welt, die völlig anders aussehen als unsere, in der wir hier jeweils leben: das Landschaftsbild, die Architektur, die Menschen, die gesellschaftlichen Regeln des Zusammenlebens, die Sprache, zum Teil sogar die Schrift. Und das kann einen sehr einschüchtern, wenn man lange und unter Lebensgefahr tausende von Kilometern zurückgelegt hat, um an einen Ort zu gelangen, an dem das Überleben erst einmal sicher ist.

Nehmen wir als Beispiel mal Unterföhring in Bayern: Der Ort blickt selbst zurück auf eine lange Geschichte der Zuwanderung: da waren zum Beispiel die italienischen Saisonarbeiter in den Ziegeleien, die sudetendeutschen Flüchtlinge nach dem 2. Weltkrieg … In dieser florierenden Gemeinde sind aber auch schon seit Jahrzehnten tagtäglich „Fremde“ unterwegs: Besucher, Projektarbeiter in den Firmen, Monteure, Mitarbeiter aus dem Umkreis und den verschiedensten Ländern der Welt. Und viele wohnen längst hier als unsere Freunde, Nachbarn, Familienmitglieder und Kollegen!

In den anderen Städten und Gemeinden in Deutschland finden sich ähnliche Vergangenheiten und ähnliche Gegenwarten, es denkt nur nicht jeder jeden Tag daran.

Die Menschen mit Manieren machen das doch immer schon so: Man grüßt sich freundlich, gern mit einem Lächeln, gibt Auskunft, wenn man gefragt wird und hilft weiter, wo es nötig ist. Deshalb kommen unsere Besucher und Gäste gern zu uns in all unsere Orte und fühlen sich hier wohl. Wer Wärme ausstrahlt, wird Wärme zurückbekommen. Wenn wir aufeinander zugehen, hilft das beim Abbau von Ängsten. Und weil die Bürger mit Verstand alle schon „im Training“ sind beim freundschaftlichen Umgang: Wenn jeder von uns einfach damit weitermacht, ist jeder ein/e Helfende/r! Und jeder Ort ein Ort des Miteinander!

Wer Zeit und Muße hat für mehr, kann in Helferkreisen mitmachen und ist dort herzlich willkommen. Wenn viele Hände zupacken, muss sich keiner allein plagen. Auch einmaliges Einspringen kann helfen, oder einmal im Monat … Aber schon jeder, der einfach nur ein freundlicher Nachbar ist, hilft den Menschen, die zu uns kommen, Ängste abzulegen, sich zu orientieren und einzuleben.

Wir, die wir hier in unseren Orten und Städten zuhause sind, haben ein Heimspiel: Wir kennen alles außer diesen Menschen, die neu zu uns kommen. Der Mensch, der dazu kommt, landet in einer für ihn fremden, neuen Welt. Die sollte doch freundlich und friedlich ausschauen. Vor Terror und Gewalt ist der Mensch ja um sein Leben gerannt auf seiner Flucht aus seiner Heimat.

Es ist eine Frage der Haltung, aber ist es wirklich so schwierig, sich selbst zu fragen:
Habe ich noch etwas mehr als ein Lächeln? Kann das, was ich übrig habe und gerade nicht brauche (Zeit, Dinge) jemand anderem helfen)?

Dann ist uns allen geholfen!