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Bäh-lämmert

23. Juli 2008

Anlässlich eines Ausfluges bot sich die Gelegenheit zu einer sehr interessanten Beobachtung:

An einem Hang befand sich eine Schafweide mit passendem Getier darauf.

Als es zu regnen begann, verzogen sich die Schafe unter einen Baum am Rand der Weide. Der Schauer dauerte nicht lang, rasch war es wieder sonnig, weil die Regenwolke forttrieb.

Die Herde stand noch unter dem Baum, wurde unruhig und nervös, blieb aber trotzdem stehen und machte keine Anstalten, zurück auf die offene Wiese zu traben. Ohne übersinnlich klingen zu wollen, es war fast, als könne man die Gedanken der Unterschafe in Richtung des Leithammels hören: „Bääääh, Du dämlicher Hammel, jetzt beweg‘ doch endlich die verdammten Hufe, wir wollen grasen, verdammte Hacke!“.

Bei Herdentieren ist es ja nun einmal so, dass die nicht einfach loslegen können, etwas zu tun, da muss immer erst das Chefschaf vorneweg anfangen, damit alle anderen hinterherdackeln können.

Diese Unruhe zog sich einige muntere Minuten hin, bis endlich – endlich! – der Dödel von einem Leithammel in Bewegung geriet und die Herde ihm nachtrotteln konnte, um frischgeduschte Kräuter von der Wiese zu mümmeln.

Diese Szene, liebe Leser, machte mich sehr nachdenklich.

Und nun denke ich darüber nach, warum sie mir ausgerechnet gestern abend wieder einfiel, ist es doch schon über ein Jahr her, dass ich sie beobachten durfte.

Na, mal sehen.

Aber auf jeden Fall: Danke, Schafe, ich habe, glaube ich, etwas fürs Leben von Euch gelernt.