SPD-Urwahl: Das Mittel zur Selbstzerfleischung


Wie die FAZ und alle anderen berichten, versucht – wie schon seit einigen Jahren – Frau Nahles erneut, bestimmte Wahlen wie die des Kanzlerkandidaten, aber auch für Kandidaten anderer Pöstchen, fürs gemeine Volk der Nichtmitglieder gegen Cash zu öffnen.

Ja, geht es der SPD noch nicht schlecht genug? Muss man sich jetzt auch noch öffentlich als Vollpfosten outen? Oder ist in der SPD immer noch nicht angekommen, dass wir in der Generation Fratzenbuch und Flashmob leben?

Nehmen wir die Idee doch einfach beim Wort:

Sagen wir mal, es stehen der SPD für die Kanzlerkandidatur Kandidat/-in A und Kandidat/-in B zur Verfügung, oder besser: zur Wahl.

Nehmen wir die dann aktuellen Umfragen dazu und gehen wir davon aus, dass Kandidat/-in B einen Mördervorsprung hat und somit möglicherweise Aussichten auf die Kanzlerschaft im Falle eines Wunders einer entsprechenden Mehrheit bei der Bundestagswahl.

Das ganze mit Urwahl-Gedöns:

Da wird sich rasch eine Gruppe SPD-Gegner aller möglicher Couleur in dem einen oder anderen sozialen Netzwerk zusammenfinden wie weiland die „Wir wollen unseren Super-Abschreiber behalten“-Clique zu Zeiten der Causa Guttenberg. Die schmeißen ihr Taschengeld zusammen – vorneweg die verschnupften BWL-Studenten von der FDP und die bayrischen Trachtengruppen – und veranstalten einen Flashmob. Die treffen sich, jeder mit den 10 € Kreuzchengebühr im Brustbeutel im Feindesland, und stimmen für Kandidat/-in A.

So wird der im Volke unbeliebtere Kandidat A ins Rennen geschickt,  was der gegnerischen Partei in die Tasche, bzw. aufs Stimmenkonto schlägt, und die SPD liegt wieder einmal auf der Fresse, mit verwundertem „Wie kommt das denn?“-Blick.

Der geneigte Leser fragt sich nun mit mir gemeinsam, mit welchem gehirnakrobatischen Akt Frau Nahles es schaffte, auf dieses schmale Brett zu kommen.

Entweder hat Ihr Redenschreiber aus lauter Langeweile schon jetzt die perfekte Ausrede für eine Niederlage bei der nächsten Bundestagswahl vorbereitet, und sie möchte sie dann auch nicht für nix auf Halde gehabt haben.

Oder sie hat vor, in der Abstimmung über den/die Kanzlerkandidat/-in als Kandidat/-in A anzutreten, um im Wahljahr ganz oft im Fernsehen zu kommen. Damit wird sie zwar nicht Kanzlerin, aber der Marktwert für anderes Job- und Öffentlichkeitsgedöns steigt ja durch Medienpräsenz, und sie ist jung und braucht das Geld. Weiß man ’s?

Zum Glück gibt es laut o. a. FAZ-Artikel schon innerparteilich den einen oder anderen Gegenwind, der höchstwahrscheinlich die Faust in der Tasche ballt, damit er nicht in Versuchung gerät, öffentlich den Zeigefinger an die Stirn zu tippen.

Oder wie man in meiner westfälischen Heimat zu sagen pflegte: „Gib Vögelchen Wasser!“

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2 Antworten to “SPD-Urwahl: Das Mittel zur Selbstzerfleischung”

  1. Fellmonsterchen Says:

    So was ähnliches habe ich auch gedacht, als ich davon gelesen habe. Will man den Abstieg beschleunigen, damit das Elend nicht so lange dauert?

  2. buchstaeblich Says:

    So scheint es, nicht wahr?
    Lieber Gegner, nimm den Dolch und erlöse mich!

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