Herr Ratzinger und die Briten und die Filmemacher und so …


Wie ernst der Herr Ratzinger in seiner Eigenschaft als Papst-Darsteller noch genommen wird, zeigte sich dieser Tage z. B. in London. So berichtet das Abendblatt:
Ein Mitarbeiter des Außenministeriums hatte in einem internen, versehentlich (?) nach außen gelangten Papier vorgeschlagen, beim geplanten Besuch des Herrn Ratzinger in Großbritannien möge er doch Benedikt-Kondome verteilen, eine Abtreibungsklinik eröffnen und ein homosexuelles Paar segnen.

Ob in dem Papier auch vorgeschlagen wurde, Herr Ratzinger möge ein neu zu eröffnendes Bordell in Soho (ein-)weihen, ist hier leider nicht bekannt, wäre aber auch eine tolle Idee.

Die britische Regierung soll sich übrigens für das in Umlauf gekommene Papier entschuldigt haben. Warum eigentlich? Kostenlose PR-Beratung ist doch nicht Verwerfliches.

Außenminister Miliband soll sich jedenfalls entsetzt gezeigt haben, so jedenfalls verlautbart es aus dem Außenministerium, weil er die Vorschläge „naiv, respektlos und unüberlegt“ gefunden haben soll.

Ob dies daran liegt, dass kein Vorschlag vorlag, dem Papst eine Vorführung eines Knaben-Balletts zu präsentieren, ist hier ebenfalls nicht bekannt.

Überhaupt sollte Herr Ratzinger zum Besuch in Großbritannien („Ratzinger bei den Briten“) im September lieber das plüschige rote Nikolausmützchen mitnehmen, denn es könne ein Windchen um die Öhrchen pfeifen, denn so richtig lieb haben die Briten den römischen Katholizismus ja nicht. Das weiß man nicht erst seit gestern, aber inzwischen sogar schon bei n-TV.

Woody Allen ist (mir) bislang nicht für richtig schöne Sätze bekannt, wirkt aber bei folgender Äußerung durchaus inspiriert:
„Wenn ich die Wahl zwischen dem Papst und Klimaanlagen hätte, würde ich die Klimaanlagen wählen“, wird er zitiert in einem Bericht in der „Welt“ über die Entstehung von Nanni Morettis Film „Habemus Papam“. Michel Piccoli als depressiver Papst, der einen Psychiater zu Rate zieht – das klingt viel versprechend. Vielversprechender als die Realität, denn soviel Einsicht hat meines Wissens noch kein realer Papst gezeigt.

Wesentlich verzweifelter klingt da das Vorhaben Schottlands, anlässlich des Besuchs von Herrn Ratzinger in Großbritannien die Sängerin Susan Boyle für einen Auftritt zu engagieren: Befürchtet man, dass sonst die britischen Fernseher ausbleiben, und man zu wenig Werbeeinnahmen bei den Sendern zu verzeichnen hätte, weil man in Großbritannien lieber gleich eine DVD mit Dame Edna anschaut, wenn man einen alten Herrn in Kleidern sehen möchte?

„Hello, Possums!“ klingt einfach einladender als „Urbi et Orbi!“

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Eine Antwort to “Herr Ratzinger und die Briten und die Filmemacher und so …”

  1. Frank J. Says:

    Sie schreiben: „Woody Allen ist (mir) bislang nicht für richtig schöne Sätze bekannt, …“

    Nun, das liegt an zu wenig Beschäftigung mit dem Mann. Nicht lange muss ich suchen um ein weiteres, hier passendes Zitat zu finden (und vermutlich gibt es von ihm ein dickes Zitatbuch in Bezug auf Religion):

    [quote]“To you I’m an atheist. To God I’m the loyal opposition.“ (aus dem wunderbaren Film Stardust Memories)[/quote]

    Sehenswert ist (nicht nur) die Eröffnungsszene zu dem Film, in der bei 02:13 sogar ein düsterer Priester vorkommt. Eine urkomische, filmische Parabel über das woher und wohin:

    Und weiter findet man — mit seeehr aktuellem Bezug — eine Szene aus „Love and Death“ (mit der typisch deutschen Übersetzung „Die letzte Nacht des Boris Gruschenko“), in der Diane Keaton den Popen befragt, und er antwortet:

    „… und ich komme zu dem Schluss: Das beste sind blonde, zwölfjährige Mädchen. Zwei davon.“ (nach ca. 45 Sekunden: http://www.youtube.com/watch?v=GTYjzfgAYnQ&feature=related)

    Der Film erschien 1975.

    -Frank

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