Bundestagsdebatten fördern Gesundheit!


Jetzt halten Sie mich für bekloppt, ja?

Es ist natürlich nicht ungefährlich, im Fernsehen Bundestagsdebatten anzuschauen, schließlich ist das Wutauslösungspotential, das von diesen Wortschlachtern und Argumentationsverzweifelten ausgeht, nicht unerheblich, was ganz schlecht für den Blutdruck ist, außer man hat einen zu niedrigen. Wer an einem Aneurysma leidet, sollte den Sender Phoenix also wirklich eher meiden – nicht, dass das Ding platzt!

Aber jeder, der gern mit Effizienz liebäugelt, wird zustimmen:
Man kann überschüssiges Adrenalin auch positiv nutzen.

Ist es doch so, dass ab einem gewissen Alter zugenommenes Körpergewicht nicht mehr durch eine vernünftigere Ernährung allein reguliert werden kann. Wer über ein eigenes Wammerl verfügt weiß das, die Anderen werden auf gewichtige Zeugenaussagen aus dem näheren oder weiteren Umfeld zurückgreifen müssen.

Wer aber über ein eigenes Wammerl verfügt, weiß auch, dass das Treiben von Sport nicht allzu selten an der Motivationsschwelle scheitert, weil der eigene Schweinehund zu laut bellt und einen in Angst und Schrecken versetzt.

Nun, die adrenalinspiegelsteigernde Eigenschaft von Bundestagsdebatten, um endlich auf den Punkt zu kommen, lässt sich hervorragend verbinden mit dem Kampf gegen das Hüftgold.

Man nehme ein Sportgerät wie den Heimtrainer, den Sidestepper oder den Bauchtrainer, ganz nach Gusto und Problemzone, baue es direkt vor dem Fernseher auf, schalte eine Bundestagsdebatte ein (ersatzweise die Wiederholung einer Talkshow mit Politikern als geladene Gäste) und siehe da:

Die gehörten Worte und die lügentypischen Gesichtsausdrücke und Gesten in Verbindung mit hohlen Phrasen schmeißen den inneren Motor aber sowas von an – da will man gar nicht wieder aufhören! Vor allem, wenn die Herren mit den blauen oder gelben Krawatten ihr BWL-geprägtes, aasiges Lächeln (den Begriff habe ich bei Klaus Mann geklaut, man hat ja seinen Mephisto gelesen!) in die Kamera halten und Schichtenspaltung betreiben.

Blöd sind natürlich Parlamentsferien, aber da die Herr- und Damenschaften wohl kaum auf ihren Urlaub verzichten werden, kann man natürlich vorsorgen und den einen oder anderen Mitschnitt auf Halde legen für debattenfreie Tage.

Wer braucht schon diese albernen Minihanteln, wenn er/sie Fernbedienungen haben kann?!

Liebe Leser, ich kann Ihnen diese Methode vor allem deshalb ans Herz legen, weil sie funktioniert. Möglicherweise wollen dann zwar am Ende alle den Gesundheitspraktikanten wiederwählen, weil er der effizienteste Personal Trainer ist, sofern der Blonde mit der Boygroup draußen in der Welt die Hotelbranche auf Spesen unterstützt. Aber jeder, der mitmacht, ist dann in der Lage, wahlweise der Röslerisierung per pedes zu entfliehen oder aber ihn und seine Freunde mit Schimpf und Schande von dannen zu jagen.

Das wird man aber gar nicht müssen, also: Das Wiederwählen.
Keine Sorge: Wenn es etwas gibt, das immer wieder nachwächst, dann sind es gefährlich dumme Politiker, über die man sich zu Trainingszwecken aufregen kann!

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9 Antworten to “Bundestagsdebatten fördern Gesundheit!”

  1. verhaltensoriginell Says:

    DAS ist moderne Gesundheitspolitik Frau Buchstäblich😆

    Mit viel Phantasie geht alles vor allem in der deutschen Politik!

  2. Frank Jermann Says:

    Hmm, ein guter Tipp. Das geht allerdings auch im richtigen Leben, lies: auf lokaler Politikebene (denn Bundespolitiker sind nur Laienschauspieler in einer täglichen Seifenoper mit [viel zu seltenem] bundesweitem Voting darüber, wer nicht mehr mitmachen darf — wussten Sie das nicht?).

    In die nächste Stadtverordnetenversammlung nehme ich mangels Bauch-Trainer (heissen diese Dinger nicht eher Bauch-Weg-Trainer oder so?) einen Fussball mit. An Toren mangelt es bestimmt nicht.

    -Frank

  3. buchstaeblich Says:

    Schade, dass der Winter schon vorbei ist, sonst hätten Sie auf Langlaufskiern zur Versammlung düsen und vor Ort das Luftgewehr auspacken können. Natürlich nur für Warnschüsse und um die Hinterbänkler zu wecken.😉
    Aber gezielte Ballschüsse auf Toren sind natürlich auch sehr probat.

  4. schattenzwerg Says:

    vielen dank für den beitrag ich amüsierte mich königlich!!! vor allem die umschreibungen unserer politik-kasper !!!!

    und den klaus mann begriff muss ich mir einprägen🙂

  5. Wassily Says:

    Es gibt noch eine andere Möglichkeit mit den Damen und Herren Pappnasen umzugehen.
    Domink Kuhn alias Dodokay hat in seiner kleinen, feinen Satirereihe „Die Welt auf Schwäbisch“ aus dem Bundestag einen spießigen, piefigen Verein gemacht, den SV 49, beheimatet in der Metropole Leimerstetten.
    Nicht alles ist Dodokay wohl gelungen, aber einzelne Episoden sind grandios, Lachanfall und entsprechender Kalorienverlust garantiert.
    Nachzuschauen bei U-Tube oder auf der Homepage der SWR- Landesschau.

  6. buchstaeblich Says:

    Das werde ich mir notieren für Tage, an denen der Bundestag Pause hat.

  7. Frankie Says:

    Sich zu Ostern das Affentheater im Vatikan anzusehen, hebt den Blutdruck auch in Höhen, in denen man ihn lieber nicht hätte.
    Nebenbei: Blutdruck gehört zu den Dingen, die man erst vermisst, wenn man ihn nicht mehr hat.

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