Vatikan ein Fall für die Staatsanwaltschaft?


Die Meldungen rund um den Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche hören nicht auf.

Nun meldet sich ein – na klar – in Ungnade stehender Theologie-Professor namens Hasenhüttl und bestätigt, was sich ohnehin jeder gedacht hat, der bis drei zählen kann.
Ein hervorragender Artikel in der Frankfurter Rundschau erhellt hier zusätzlich sehr pointiert die Situation.

Wie es aussieht, hat der Herr Ratzinger, der nicht kleine Jungs gehauen hat, sondern sein Bruder, der jetzt das Amt des Papstes innehat – da sacht man auch Stellvertreter Gottes auf Erden für – selbst und höchstpersönlich Anweisungen erteilt für das unbedingte Verschweigen von Missbrauchsfällen gegenüber der Öffentlichkeit unter Androhung von kircheninternen Strafen.

Wer einmal die Legendensammlung gelesen hat, auf der die sogenannte christliche Religion fußt – inklusive Band 1, genannt Altes Testament („Wie alles begann“ würde ich das umschreiben) und sich die dortige Darstellung des sogenannten Schöpfergottes genauer betrachtet, wundert sich nicht: Die angebliche Schöpfergestalt aus dem Sagenland und die lange Reihe seiner sogenannten Nachfolger auf Erden: Die ticken schon ziemlich ähnlich.

Ich schiebe das aber darauf, dass man sich halt an einem Vorbild orientiert.

Deutschlandintern hat hingegen Bischof Müller versucht, von sich und seinen Freunden abzulenken, indem er die Medien und die Presse anging. Das in einem Maße, dass sogar Kurienkardinal Kasper, also einer aus dem eigenen Lager, ihn anpfeift, er solle vor der eigenen Tür kehren.

Herr Müller, mal unter uns:
Es ist nicht die Presse, die die katholische Kirche unmöglich macht. Das haben Sie und Ihre anderen Freunde im Kleidchen ganz allein und selbst erledigt! Die Presse hat Ihre Freunde schließlich nicht mit dem Maschinengewehr bedroht und gezwungen, sich an Kindern zu vergreifen, damit sie was zu schreiben hat, nicht wahr? Auf die Idee sind katholische Priester, wie leider auch andere Gestörte in unserem Land und auf der ganzen Welt selbst gekommen.
Die Medien veröffentlichen nun die Fälle, die die Kirche selbst einräumt. Das ist deren Aufgabe, wissen Sie?!

Wir hier und die sogenannten Medien, wir leben nämlich alle in der echten Welt. Und da gilt Pressefreiheit.
Wenn die katholische Kirche nicht möchte, dass man darüber spricht, dass Priester sich an Kindern vergreifen, dann gibt es nur eine Lösung:

Dann sollten sich Priester – und welche anderen sogenannten Würdenträger auch immer – einfach nicht an Kindern vergreifen. Dann muss da auch keiner drüber reden. Capisce?

Wenn der oberste Vorsitzende der Katholiken nun zu beschäftigt oder zu schüchtern ist, sich selbst freiwillig zu stellen, bleibt nur zu hoffen, dass sich ein mutiger Staatsanwalt nun ein Herz fasst, und die Stufen des Vatikan erklimmt, um zu ermitteln wegen diverser Straftatbestände – die Kirche will doch jetzt angeblich offen sein und kooperieren, nicht?

Hier steht auch ein Artikel dazu.

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4 Antworten to “Vatikan ein Fall für die Staatsanwaltschaft?”

  1. Richard Synn Says:

    Hier setzt insgeheim die Ausweichlogik aller Fanatiker an: Ist man in irgendeiner Hinsicht entlarvt, zeigt man mit dem Finger auf einen anderen.
    Nach dem Motto:
    Hitler? Aber Stalin und Franco haben doch auch…
    Das hilft den Opfern reichlich wenig.

    Und außerdem: Wenn die Kirche gerne die Praxis des Journalismus kritisieren will, sollte sie sich einen Zeitpunkt aussuchen, an dem es etwas zu kritisieren gibt. Der Rest der aufgeklärten Öffentlichkeit darf sich in solchen Momenten glücklich schätzen, dass die Journalisten ihrem Auftrag nachkommen.

  2. buchstaeblich Says:

    Stimmt. Und wir Blogger tragen dazu bei, so gut wir nur können.

  3. verhaltensoriginell Says:

    Alle Welt hat den sexuellen Missbrauch im Munde. (Mich wundert dass ja nicht, was da passiert, nun ist es halt mal aufgeflogen) Es wäre allerdings auch mal an der Zeit jetzt auch den psychischen Missbrauch den die katholische Kirche an Kindern begangen hat und immer noch begeht auch an den Pranger zu stellen!

  4. buchstaeblich Says:

    Eins nach dem andern.😉

    Sich über den sexuellen Missbrauch innerhalb der katholischen Kirche zu wundern ist maximal etwas für Leute, die sich wundern, dass es morgens hell wird.

    Weiß man eigentlich schon, wieviele Leute Strafanzeige gegen den Papst erstattet haben?

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