Herr Rösler und seine Gesundheitspolitik


Don’t röslerize me!

Mehr fällt einem nicht ein zu dem Quatsch, den der Praktikant heute im Bundestag von sich gegeben hat.

Kopfpauschale, Gerechtigkeit, Putzfrau, Chef, Sekretärin, Beitrag, bla bla …
Der junge Mann rechnet da Dinge vor, die die Assoziation von Wörtern wie „Milchmädchen“ in gefährlich Nähe rücken lassen.

Natürlich hat unser jetziges System Probleme. Z. B. wegen der nach oben zu knapp bemessenen Höchstbeitragssätze und der Möglichkeit der privaten Versicherung für Besserverdienende. Und weil die Pharma-Industrie hinsichtlich der Medikamentenpreise zu viele Freiheiten hat.

Sollte man nicht diese Probleme lösen, anstatt das System auszuwechseln? Nur, weil so etwas wie die FDP möglich ist, muss man ja auch nicht gleich die Demokratie abschaffen, oder?

Schade ist, dass man eine Nachricht des WDR von vor ein paar Tagen nicht mehr nachlesen kann (Wer besser googlen kann als ich und das Ding findet: Danke und her damit!). Da hatte es im Teletext geheißen, eine Dortmunder Krankenkasse stelle Ärzten eine Datenbank zur Verfügung, in der diese für jedes Medikament/Wirkstoff den preisgünstigsten Anbieter angezeigt bekommen. Das hilft dem Arzt, kostengünstiger zu verschreiben.

Ich hoffe, man glaubt mir, dass ich das gelesen habe. Wer nicht: Googeln Sie „Krankenkasse Dortmund wdr Medikament Preis“ – da kann man das Fragment der Nachricht noch angezeigt bekommen, nur auf die eigentliche Nachricht kommt man nicht mehr, weil an dem Platz schon aktualisiert wurde.

Zurück zum Thema:
Das Projekt nenne ich jedenfalls konstruktiv.

Das Ding in alle deutschen Arztpraxen, und mehr Verständnis beim Patienten wecken, und mal sehen, was die Medikamentenpreise so machen …

Jetzt werfe ich noch eine Testblase hinterher:
Sind Allergiker unter uns? Nun, ich weiß ja nicht, was Sie für Ihre Arznei gegen Heuschnupfen, Birkenpollen-Effekte, rote Augen und Hausstaub-Husten so bezahlen. Aber schauen Sie doch einmal!

Wenn ich die Dinger nicht seit Jahren nähme und nicht genau wüsste, dass die haargenau so wirken wie die wirkstoffgleichen teuren Tabletten, hätte ich mir diesen Link gespart.

Das ist mein Beitrag zur Entlastung des Bürgers hinsichtlich steigender Kosten bei der Gesundheitsversorgung.

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8 Antworten to “Herr Rösler und seine Gesundheitspolitik”

  1. sevenjobs Says:

    Wie soll denn das verständnis bei einem Patienten geweckt werden, der die tatsächlichen Rechnungsbetrag weder in der Apotheke noch der Arztbehandlung kennt? Dem gesetzlich Versicherten ist es doch egal, wie viel das Medikament kostet: max 10 EURo Zuzahlung und fertig ist für ihn die Sache. Wir machen immer mal wieder Umfragen im Krankenhaus, was gesetzlich versicherte so glauben, wieviel ihre neue Hüfte so kostet. Es ist natürlich haarstraäubend, was da an Antworten kommen. Aber woher soll der Patient es auch besser wissen, Er wird ja künstlich dumm gehalten. Das wäre für mich ein erster Ansatzpunkt: Transparenz und Rechnungen, damit der Patient weiß, was die Krankenkasse nun bezahlt. Nur weil er mal zeitung lesen wollte und mal wieder mit jemandem sprechen. Die Probleme sind so vielschichtig, da reicht dieses Kommentarfeld gar nicht aus…….Und ein Rössler erst recht nicht. In der Krankenhausbranche gibt es erste leiste Stimmen, die sich sogar ULLA zurückwünschen: so weit sind wir schon😦

  2. buchstaeblich Says:

    Ich denke schon, dass Patienten verständnisvoll zu nicken im Stande sind, wenn der Onkel Doktor, der Ihnen das Rezept ausstellt, das günstigste Produkt mit dem jeweiligen Wirkstoff aufschreibt.
    Schätzungsweise 90 % der Patienten werden gar nicht erst fragen. dem Rest kann man durchaus erklären, dass sie gerade aktiv mithelfen, das kostenintensive Gebaren der Pharmaindustrie zu beenden.

  3. sevenjobs Says:

    Schätzungsweise 90% der Patienten möchten gar nicht das Kostengünstigste, sondern das Medikament mit genau dem Namen, das sie schon seit Jahren bekommen. Nur weil der Wirkstoff gleich ist, helfen aber die roten Tabletten trotzdem viel besser als die identischen hellblauen.
    Es mag haarsträubend klingen, aber das Problem gesundheitswesen ist psychologischer als man denkt.

  4. buchstaeblich Says:

    Wenigstens bei Erstverschreibungen können Ärzte aber relativ diskussionsfrei Generika auf den Zettel schreiben. Da wäre schon viel gewonnen.

  5. Doktor Peh Says:

    Roesler, Roesler… – ist das nicht jener jungdynamische Freidemokrat, dessen private Krankenversicherungsbeitraege noch immer von seinen Eltern gezahlt werden?

    Ich gebe sevenjobs uebrigens Recht. Aus eigener Erfahrung kann ich bestaetigen, dass Markennamen per se besser wirken. Nicht nur bei Medikamenten greift Frau Peh nach Namen, auch bei Reinigungsmitteln und Hygieneartikeln. Es ist halt so: besser wirkt eine 5-Cent-Tablette in einer 20-Euro-Verpackung.

  6. buchstaeblich Says:

    Sollte ich wirklich die einzige Geizbacke in punkto Medizin und Putzmittel sein?

  7. Doktor Peh Says:

    Sind Sie nicht. Bin ich ebenfalls und werde dann immer geschimpft.

  8. gesundheitsunwesen Says:

    Das ist ja ganz lustig geschrieben, aber wo ist der eigentliche Punkt. Das einzige was hier aus dem Beitrag klar wird ist, dass Originalpräparate genauso wirken wie Generika. Aber das ist doch wohl keine echte Neuigkeit mehr.

    Die Kritik an Rösler entbehrt jeder Sachlichkeit und erfordert deshalb nicht, dass man näher darauf eingeht. Mit ihm ist erstmalig, seit ich weiß nicht wie langer Zeit, ein halbwegs intelligenter und kompetenter Mensch im Gesundheitswesen tätig. Das lässt hoffe, dass es in Deutschland noch Menschen gibt, die sich nicht mit einer egozentrischen Kindergärtnerin auf dieser wichtigen Position zufrieden geben.

    Nun aber zum wichtigsten Punkt. Natürlich muss das System verändert werden. Die Gesundheitspolitik der letzten Jahre hat die Gesetzesgewalt an Bürokraten übergeben, die nicht mehr durch demokratische Prozesse zu kontrollieren sind. So etwas hatten wir letztmalig in der DDR und für ganz Deutschland während dem Faschismus. Die Amtspersonen im Gemeinsamen Bundesausschuss haben vom Parlament das Recht übertragen bekommen Gesetze ins Leben zu rufen, die nicht nur Milliarden von Euros bewegen, sondern auch das Überleben oder Sterben von Krankenkassen, Leistungserbringern und Patienten steuern. Parlamentarisch lassen sich diese Gesetzgeber nicht mehr kontrollieren und juristisch werden alle Prozesse auf den Sankt Nimmerleinstag verschleppt. Hier brauchen wir dringend eine Änderung sonst weitet sich diese Art der Machtausübung auf alle Bereiche aus und nicht mal unsere Politiker haben noch etwas zu entscheiden und wir, die Wähler, schon gar nicht.

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