Westerwelles weise Worte


Im Fernsehen läuft gerade die Pressekonferenz zum Abschluss der Koalitionsverhandlung zwischen CDU, FDP und CSU mit Frau Merkel als Anschela, Herrn Seehofer als Horsti und dem Bundes-Guido als Bundes-Guido.

Der so ziemlich erste Satz der Schwesterwelle drang leider nur zur Hälfte zu mir durch, weil ich vor Lachen die ersten Wörter gleich wieder vergaß. Ich glaube allerdings, dass das gar nichts ausmacht.

Die zweite Hälfte vom Satz lautete nämlich:

„… ein Kompass mit Freiheit zur Verantwortung.“

Und es ist meines Erachtens absolut scheißegal, welche Wörter ich mir aus dem Wahrig herauspicke und an den Anfang dieses Satzes stelle – dieser Satz wird im Leben keinen Sinn ergeben.

Herr Westerwelle, dergleichen Formulierungen spuckt dann wohl der Slogan-Randomat aus, was?
Guck mal, Herr Westerwelle, nu‘ hast Du soviele Jahre in der Opposition gehockt und darauf gewartet, dass Du mitspielen darfst bei den großen Kindern. Und da hast Du die Zeit nicht genutzt, um so einen richtig eleganten Satz als Intro fürs Wichtigsein formulieren zu lassen? Es gibt doch Leute, die einem so etwas schreiben. Sätze sind schon lange eine Ware. Und sooo teuer ist das gar nicht.

Aber ich hoffe, so wird es weitergehen. Das ist zwar nicht gut für Deutschland, aber ich werde regelmäßig etwas zu verbloggen haben. Vielleicht wird „Westerwelles weise Worte“ mehr als eine Überschrift, vielleicht ist das ein Auftakt für eine neue Rubrik bei „Buchstaeblich seltsam“. Ich bin diesbezüglich guter Hoffnung, wenn auch nicht frohen Mutes.

Und bis der Bundes-Guido seinen nächsten Fauxpas schwätzt, amüsiere ich mich mit dem wahren Meister der hohlen Phrase::

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15 Antworten to “Westerwelles weise Worte”

  1. pampashase Says:

    „… ein Kompass mit Freiheit zur Verantwortung.“

    Was denn? Wieso denn? …das hört sich doch…ähmmm…immens wichtig an! Irgendwie sinnfrei….aaaber wichtig!

    Freiheit, Verantwortung, wer weiß was du alles im ersten Teil verpaßt hast!

    Das hat bestimmt jemand für ihn geschrieben! Vorgabe: Hier haben sie sieben immens wichtige Schlagwörter, bitte in einen Satz packen! Und schön verschachteln den Satz, damit am Ende keiner mehr weiß, was am Anfang gesagt wurde.

    Vielleicht ist das ja jetzt die neue Methode, die Texte so zu schreiben, dass die Leute vor Lachen den Anfang vergessen.😆

  2. buchstaeblich Says:

    Nicht wahr? Ich habe zu meinem Kompass auch vorhin erst gesagt, es stehe ihm frei, zur Verantwortung zu finden.

    Beim Bundes-Guido muss man ohnehin mehr auf Nichtgesagtes als auf Gesagtes achten.

  3. pampashase Says:

    …hmm, beim Bau eines solch immens wichtigen Kompasses…muss ich da jetzt eigentlich die sonst üblichen Buchstaben weglassen? …oder quetscht man dann einfach das V und die anderen immens (Wort Wiederholungen sind definitiv gewollt) wichtigen Anfangsbuchstaben dazwischen? *kopfkratz

  4. Doktor Peh Says:

    Guido ist eh gemerkelt. Laut ZDF will er mehr „Brutto vom Netto“ im ersten Absatz. Eine sogenannte versteckte Steuererhoehung?

  5. buchstaeblich Says:

    Brutto vom Netto, Netto vom Brutto: Hauptsache, sie entlasten uns. Das geht doch am besten, indem sie uns das Geld wegnehmen, an dem wir kleinen Leute alle so schwer tragen. Das klassische FDP-Fanclubmitglied ist doch schon vorm Zug viel besser geeignet, solche Lasten zu tragen. Die haben schon am Elite-Internat ehrenamtlich drei Mal pro Woche Geldsäcke tragen als Sozialprojekt gehabt.

  6. quadratmeter Says:

    Du könntest auch einen Schwesterwelle-Kompass installieren.

    Ich würde das a) regelmäßig lesen und b) wohlwollend über eine Niebel-Ecke nachdenken.
    😀

  7. buchstaeblich Says:

    Schwesterwelle-Kompass? Wohin mag der uns führen?

  8. pathologe Says:

    An ein anderes Ufer? An die Gestade ewigen Wohlstandes natuerlich!

  9. T.M. Says:

    Ich lese da gerade anderswo, acht Thesen, besonders These Nr.1! – Und jetzt kommen Sie hier mit solch seltsamer Meckerei.

  10. buchstaeblich Says:

    Dankeschön, T.M.: Grad gelesen – ein toller Artikel. Ich liebe Punkt 6!

  11. wassily Says:

    Sie sollten nicht so streng sein –

    Viel wichtiger für Unterföhring, Oberföhring, Deutschland und die ganze Welt ist doch, dass Guido und Horst sich richtig mögen und seit heute Nacht DUbiDUbiDUzen.

    Für den Westerwelle-DauerBlogeintrag nehme ich mir die Überschrift
    “ Das Guido und sein Puschel“…

  12. bee Says:

    Gut, da müssen wir jetzt durch. Alle.

    „Nur Leistung kann der richtige Kurs zur sozialen Gerechtigkeit sein!“

    „Mehr Freiheit ist mehr Mehrheit für die Freiheit.“

    „Wir stehen für internationale Sicherheit gerade hier in Deutschland.“

    „Die FDP hält ihr Versprechen: mehr Inkasso vom Saldo!“

    „Wer Arbeitnehmerentlastung fordert, muss auch bereit sein, keine Kompromisse schließen wollen zu können.“

    „Wir sind hier in äääh… Dings, na sag schon… Berlin. Oder so.“

    Und ich möchte eine Welt, in der man aus einer Toilette trinken kann, ohne Ausschlag zu bekommen.

  13. Das rhetorische Geheimnis des Guido W. « Buchstaeblich seltsam! Says:

    […] für die Produktion von Sätzen benutzt wird, die unsereins dann nur noch hocherfreut als Westerwelles weise Worte einsammeln […]

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