Pius-Bruder Williamson landet in London


Der rekommunizierte Herr Williamson, seines Zeichens Nicht-Bischof, Frauenbildungs-verbieten-Möchter, Hosenverbots-für-Frauen-Erträumer und Holocaust-Leugner, ist nun wieder in England. Die mussten ihn ja zurück nehmen. Von hier aus mein Mitgefühl nach London.

Argentinien hat ihn hinausgeworfen, temperamentvoll und konsequent. Argentinien hat ihm gezeigt, was ihm der Herr Ratzinger nicht gezeigt hat: Eier.

Wer weiß es schon genau, wenn man mit nicht mit Jedem spricht, aber möglicherweise ist dem Herrn Williamson das egal. Möglicherweise hat der Herr Williamson alles erreicht, was er wollte: Dem Herrn Ratzinger an die Karre pieseln.

Als sich abzeichnete, dass die Exkommunikation aufgehoben würde, hat Williamson vielleicht einfach ganz berechnend die Gelegenheit beim Schopfe gegriffen und sein provokatives Interview gegeben, wohl wissend, dass im Vatikan Trantüten unterwegs sind, oder sich vielleicht auch nur hoffnungsvoll darauf verlassend, dass dort auch Leute umherlaufen, die gerne ein weißes Kleidchen zu roten Schläppchen tragen würden und deshalb in aller Unschuld den Herrn Ratzinger ins Messer des Verlustes des Nimbus der Unfehlbarkeit laufen lassen würden.

Um dann, weil so ein Katholiken-Chef ja jetzt schlecht hergehen und gleich wieder rückgängig machen kann, was er in seiner unendlichen Was-auch-immer zuvor entschieden hatte, knüppelhart und rotzfrech zu sagen: „Ooooch, nöööö, da muss ich ja erst mal die Fakten prüfen. Wenn mir Beweise vorliegen für das, was der Rest weiß, dann kucken wir noch mal, aber so: Nöööö!“.
Der Form halber haben seine Pius-Brothers ihn mal vom Dienst suspendiert und tun so, als würde man sich distanzieren, ja, ja, und Osterhasen legen Eier.

Diese von Herrn Williamson dem Heiligen Stuhl gezeigte Nase ist so lang, dass sie dem Herrn Ratzinger selbst von Argentinien aus im Pöter gepiekst haben muss.

Aber nun ist London ja nicht so weit aus der Welt, dass man die Glocke des Schweigens weiterhin über den Herrn Williamson zu breiten vermag, und man darf gespannt sein, auf welche Weise sich das „Immer zweimal heiliger wie Du!“-Spielchen fortsetzen wird.

Die Verfasserin dieser Zeilen reibt sich schon einmal die Hände warm, um gewappnet zu sein für den nächsten Zwischenapplaus im Drama „Wir glauben uns um Kopf und Kragen – aber gegenseitig“.

Ältere Artkel hierzu:
Katholizismus in Kürze
Lehmann und Knobloch bei Beckmann
Katholiken-Schach
Beweise
noch mehr Vatikan
Papst bleibt in der Kritik
Unter den Talaren
Roben im Wind

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9 Antworten to “Pius-Bruder Williamson landet in London”

  1. Perlenschwein Says:

    Unter der Glocke des Schweigens gebreitet – sehr schön, da isser garantiert platt, denn so’n handelsübliches Glöckchen hat schon einige Tonne Bronze.

  2. buchstaeblich Says:

    Was mit Glocken alles geht, kann man bei Dorothy L. Sayers nachlesen:
    http://www.amazon.com/Nine-Tailors-Dorothy-L-Sayers/dp/0156658992

  3. weltdeswissens Says:

    Also, wenn es nach mir gegangen wäre, wäre der auf dem Flug verloren gegangen…

  4. Elphaba Says:

    Lasst uns eine Zeitmaschine bauen, wir schicken ihn zurück ins Mittelalter, da passter hin! So ein vor-frauen-angst-haber, ha!

  5. Schonzeit Says:

    ich bin immer noch erstaunt über die Argentinier. Hat man doch seit dem Krieg gern mit jedem gekuschelt, der sich in Deutschland komischerweise nicht mehr wohl fühlte.

    Ich ziehe meinen Hut vor so viel Courage seinen Kurs zu ändern.

  6. buchstaeblich Says:

    Meinen Hut habe ich so hoch geworfen, der ist immer noch nicht wieder gelandet.

  7. 6kraska6 Says:

    Wenn ich mir erlauben darf, eine Korrektur anzuraten: „Eier“ wird mann günstigenfalls HABEN, keinesfalls aber „ZEIGEN“. Würde der Papst dem Pius-Bruder seine „Eier zeigen“, wäre das ja schon wieder ein Kirchen-Skandal. „Zeigen“ kann man dem Bruder W. allenfalls den päpstlichen Mittelfinger, oder aber, noch besser, die Stelle in der Wand, wo der Zimmermann ( vgl. Jesus) das Loch gelassen hat…

  8. buchstaeblich Says:

    Für das Vorzeigen von Mittelfingern und Wanddurchlässen braucht man(n) aber wohl Charakter-Cojones. Solche kommen auch bei nichtbeeierten Wesen vor, nicht aber bei Wesen die Angst vor Mädchen haben.

    Letzteres scheint aber die große Gemeinsamkeit zwischen Herrn Ratzinger und den Piusten, insbesondere Herrn Williamson, zu sein und wiegt offensichtlich schwerer als die Leugnung des geewaltsamen Todes von Millionen Andersgläubigen.

  9. weltdeswissens Says:

    😆 6kraska6

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