Lehmann und Knobloch zu Williamson-Affäre


Gestern Abend gab es im Fernsehen seine Unsäglichkeit Beckmann. Schaue ich sonst nicht, aber mein momentanes Lieblingsthema war ja dran.
Weil ich meine Leser nicht unnötig traumatisieren möchte, verlinke ich auf die SZ, die sich Teilen der Sendung ebenfalls angenommen hat, auf die es mir ankommt.

Zu Besuch war u. a. Kardinal Lehmann.
Der hat natürlich lautestens betont, er habe „nie einen Zweifel an den lautersten Absichten“ des Papstes in der Affäre Williamson gehabt. Ja nee, ist klar.
Im Umkehrschluss ist Herr Ratzinger von Mitarbeitern umgeben, die ihn durch Unfähigkeit und/oder bösen Willen fehlinformieren. Und Herr Ratzinger nicht clever genug, es zu merken. Das sind keine guten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Unternehmensführung, steht zu befürchten.

Andererseits äußert auch Herr Lehmann offensichtlich Zweifel an der Unfehlbarkeit von Cheffe, wenn er, den Exkommunikationsrückgängigmachungsvorgang rund um die Pius-Gang betreffend, sagt, er könne nicht verstehen, „dass man nicht messerscharf die Bedingungen formuliert und auch veröffentlicht hat, unter denen dann eine Aufhebung der Exkommunikation stattfinden kann“.

Auf deutsch: Hätte Cheffe nicht vor Inbetriebnahme der Entscheidungswerkzeuge das Hirn einschalten können? Und: Der Cheffe hat den Laden nicht im Griff.

Die Rücknahme des Exkommunikationsrückgängigmachungsvorganges, kurz: Re-Exkommunikation von Pius-Bruder Williamson fordert er auch, für den Fall dass dieser nicht zügig zu Potte kommt mit der Distanzierung von seiner Leugnung des Todes von Millionen von Menschen.

Das, liebe katholische Glaubensfamilie, nennt man auch: Ans Bein gepinkelt. Aus meinem Konzern flögen Mitarbeiter achtkantig raus, wenn sie glaubten, in der Öffentlichkeit so an meinen Kompetenzen kratzen zu dürfen.

Das andere Bein hat Herr Ratzinger aber auch nassgemacht bekommen.
Von der Frau Knobloch, der Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland:

„Ich habe das Gefühl, er hat den Kontakt zu den Menschen als solches verloren.“
Sein Vorgänger Johannes Paul II. sei sehr beliebt gewesen.
„Inwieweit dessen Beliebtheit auf den jetzigen Papst übergegangen ist, möchte ich bezweifeln.“

Hhhhhhhhffff. Das saß so hübsch.

Fassen wir zusammen:
Dem Herrn Ratzinger stellen die Piüsser Beinchen, ihm schwimmen die Schafe Felle weg, er wird von den eigenen Mitarbeitern rundherum mittels schwerer Unterlassungssünden in puncto wichtige Informationen vor der Welt zum Horst gemacht, von anderen Mitarbeitern öffentlich gemaßregelt, und von der oberen Etage eines wichtigen Konkurrenzunternehmens mittels Mitleidsbekundungen lächelnd gebasht.

Und was sagen wir da alle?

Ooooooooooooch.

Und inzwischen versucht Herr Williamson vergeblich, die weitere Verbreitung und Ausstrahlung seiner Unsäglichkeit zu verhindern. Das ist heute nicht mehr wie früher, wo man einfach ein paar Seiten aus der antiken Legendensammlung herausreißen konnte, damit die Welt eventuelle juciy bits oder für den Club gefährliche Informationen nicht bekam. Oder wie im Vatikan, wo man den Chef „ins Messer rennen lässt“.

Das funktioniert auch nicht wie bei der Bahn, wo dann einfach behauptet werden kann, der Mehdorn habe nichts gewusst von der Mitarbeiterdurchleuchtung.

Egal! Ich habe an die Parteien nur eine Bitte:
Weitermachen, bitte weitermachen, liebe Gläubige aller Sparten! Brot und Spiele! Ich liebe Hauen und Stechen.

Ältere Artkel hierzu:
Katholiken-Schach
Beweise
noch mehr Vatikan
Papst bleibt in der Kritik
Unter den Talaren
Roben im Wind

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11 Antworten to “Lehmann und Knobloch zu Williamson-Affäre”

  1. offensichtlich Says:

    Was ich ja echt nicht verstehen kann: Warum können die mit dem Kram nicht bis zum Sommerloch warten?

  2. buchstaeblich Says:

    Welch weises Wort! Als hätte man sonst nichts zu tun. Ich wollte so gern seine Elfnamigkeit „Guttschi“ Guttenberg durch den Tastaturwolf gleiten lassen, aber ich komme nicht dazu, weil ich mir angesichts der Vatikan-Affäre die Schenkel wund klopfen muss.

  3. 6kraska6 Says:

    Der Papst hat ja nichts gewußt! Das ist oft das Problem mit Spitzenkräften. Nebenerwerbs-Autobahnbauer Alfons Hüttler hat ja auch nichts gewußt! Plötzlich war Krieg und die Juden waren mit der Eisenbahn weg. Was konnte denn Herr Hüttler dafür? Ihm hatte ja wieder keiner bescheid gesagt!

    Jetzt kommen natürlich die Leute vom Zentralrat der Häretiker und sagen: Gott und sein Stellvertreter scheinen ja insgesamt recht schusslige, deutlich überforderte alte Herren zu sein! Es gibt bei diesen Jobs ja auch kaum qualifizierten Nachwuchs. Dem Heiligen Stuhl wackeln die Beine. Das muß mal gedübelt werden…

  4. buchstaeblich Says:

    Bitte nicht dübeln! Ich sitze hier wie gebannt mit dem Blick auf den Stuhl (ach, du heilige Scheiße) und warte drauf, dass er zusammenkracht!
    Meine Name ist Dr. Friederike Buchstaeblich-Seltsam und ich bin vergnügungssüchtig.

  5. Elphaba Says:

    Also wenn benni alias Ratzi nicht wusste was er tat, als er die Exkommunikation rückgängig machte fresse ich einen Besenstiel und zwar ganz, da dürft ihr mich beim Wort nehmen! Der will wieder zurück ins Mittelalter und vor Frauen haben sie Angst … was für ein unsäglicher Haufen…

  6. buchstaeblich Says:

    Natürlich haben sie Angst vor Frauen! Warum sonst hätte man das Zölibat erfinden müssen? Ich winke ja ungern mit Freud, aber Gebärneid bleibt Gebärneid.

  7. 6kraska6 Says:

    Ich kanns mir nicht verkneifen:

    > Manchmal ist es bei den Herren auch Penisneid <

    Kardinal Kraska ist bloß neidisch auf dem Papst seine weinroten Schuhe! Die sind soo was von scharf! Da möchte man echt noch mal Ministrant sein…

  8. buchstaeblich Says:

    Die Schläppchen sind zu heiß, nicht?
    Da fällt mir ein: Am Tag der Papstwahl kam ein homosexueller Bekannter zu einer Freundin in England zu Besuch, blickte auf den Fernseher mit dem Konterfei des Herrn Ratzinger und meinte zum Bildschirm: „Hello, Sissi!“ und zu meiner Freundin: „I know one, when I see one.“

  9. Katholizismus in Kürze « Buchstaeblich seltsam! Says:

    […] Artkel hierzu: Lehmann und Knobloch bei Beckmann Katholiken-Schach Beweise noch mehr Vatikan Papst bleibt in der Kritik Unter den Talaren Roben im […]

  10. Pius-Bruder Williamson landet in London « Buchstaeblich seltsam! Says:

    […] Artkel hierzu: Katholizismus in Kürze Lehmann und Knobloch bei Beckmann Katholiken-Schach Beweise noch mehr Vatikan Papst bleibt in der Kritik Unter den Talaren Roben im […]

  11. Gerüchte um Williamson: Rücknahme? « Buchstaeblich seltsam! Says:

    […] Artkel hierzu: Williamson landet in London Katholizismus in Kürze Lehmann und Knobloch bei Beckmann Katholiken-Schach Beweise noch mehr Vatikan Papst bleibt in der Kritik Unter den Talaren Roben im […]

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