Pius-Bruder Williamson: Katholiken-Schach


Die neueste Entwicklung in der Affäre Hardliner vs. Noch-Harder-Liner im Ignorieren von Fakten erinnert an die Winkelzüge von Schachspielern.

Wir erinnern uns:

Erst rekatholisiert Papst Benedikt Sixteen der Ratzige vier lange nicht mehr katholisch gewesene Nicht-Bischöfe der Fundi-Gemeinschaft der Pius-Brüder, darunter Richard Williamson. Die Pius-Brüder wollten nämlich wieder in der Amtskirche mitmischen, weil sie denen mal eine Harke und vor allem zeigen wollten, dass der Vatikan-Katholizismus für Weicheier ist, denn so richtig geht Katholizismus nur, wenn man z. B. Frauen verbietet, zu studieren, weil sich das irgendwie beißt, und Hosen zu tragen. Nun, die Mädels in der antiken Legendensammlung namens Bibel trugen natürlich auch keine Hosen. Das stimmt. Die Jungs aber auch nicht – Hosen erfand man erst später, alle trugen Kittel und beeinflussten damit die Mode der klerikalen Fashion-Victims erheblich.

Man komme mir jetzt nicht mit dem Einwand, zudem sei eine Kutte schneller gelupft als ein Hosenstall aufgeknöpft: Das ist nur etwas für ganz böse Zungen, ja!

Außerdem ist das mit den Kleidchen voll praktisch, weil die Würdenträger ja alle nicht mehr so ganz jung sind, und dann kommt der Ärger mit den Kürbiskernpräparaten, aber es dröppelt ja trotzdem oft plötzlich, und wenn man Rheuma in den Pfoten hat, haut auch das Geknöpfe nicht mehr so hin. Da ist es besser, Mann hat sich schon in jungen Jahren ans Kleidchentragen gewöhnt.

Der Herr Ratzinger jedenfalls keult sich mit der Rekatholizierung ein Eigentor, weil Pius-Bruder Williamson justament vor einer laufenden Kamera den Mord an Millionen Menschen geleugnet hat.

Nach viel Getöse und Hin und Her fordert der Chef der Katholiken mit einer Menge Druck im Kreuz dann doch zähneknirschend den Fürsten der mittelalterlichen Finsternis, Williamson, auf, er möge bitteschön der Welt sagen, dass er nicht mehr glaubt, der Holocaust habe nicht stattgefunden, damit die anderen Lämmer schweigen, was diese aber trotzdem nicht tun, sondern in immer größeren Scharen von Benedikts Schoß springen, weil sie zwar Märchenonkel mögen, aber nicht mit einem absolut menschenverachtenden Geschichtsleugner auf demselben Schoß sitzen wollen.

Und was sagt der? Nö. Der sagt einfach „Nö, mache ich nicht, das will ich erst einmal bewiesen haben, und das dauert.“

Möglicherweise hat ein junger Novize in Williamsons  Seminar ja einen besonders lustigen Schülerstreich ausgeheckt, um dem Master of Desaster Sekundenkleber in die Waschschüssel getan, so dass der Arme nun die Hände nicht mehr von den Augen lösen kann, um sich die eingeforderten Beweise für den Mord an Millionen von Menschen ansehen zu können. Wobei: Der saubere Herr hat schon 1989 eine Strafanzeige wegen der Leugnerei am Hacken gehabt – 20 Jahre hätten langen sollen, um sich zu erkundigen.

Möglicherweise wegen des Sekundenkleberunfalls hat Christian Bouchacourt in seiner Eigenschaft als Leiter der fundamentalistischen erzkonservativen Pius-Bruderschaft im lateinamerikanischen Argentinien deshalb die Absetzung Williamsons von seinem Posten angeordnet – mit den Händen vorm Gesicht kann ja keiner unterrichten, wie man Menschenrechte aushebelt.

Aber wer so bösartig veranlagt ist wie die Verfasserin dieser Zeilen, könnte durchaus auf eine andere Interpretationsschiene gelangen:

Der große Vorsitzende des Petersdoms hat – und selbst das erst auf größere, öffentliche Schelte hin, den Herrn Williamson zwar aufgefordert, er möge seine Worte revidieren. Aber wieder vom Schoß der Kirche geschubst hat er ihn nicht.

Hingegen wurde Williamson von Seiten der Pius-Brüder von seinem Posten enthoben, er ist abgetaucht, keiner weiß etwas, keiner sagt etwas, außer, dass es Williamson Privatsache sei, was dieser glaube oder nicht.

Das wiederum sieht jetzt aber selbst für Blinde auf Krücken nach einer, nun, sagen wir, Distanzierung aus. Das Wort „geschasst“, lieber Leser, haben Sie jetzt aber gedacht, gell!

Na, und jetzt steht die Pius-Bruderschaft, trotz allem Mittelalter-Gedöns aber zumindest für die etwas naiver gestrickten Charaktere besser aus als der mobile Papa Bene. Der hat ihn behalten, die Piüsser nicht: Ätsch, wir sind aber politisch viel korrekter als wie der Papst! Immer zweimal heiliger wie Du!

Was genau jetzt in der Pius-Sekte wie und von wem geplant war, wissen wir nicht, unter dem Bett würden wir nicht gelauscht haben wollen, aber wenn ich damals auch nur die Hälfte verstanden habe, als die Oppas im Park mir ihre Schachspielerei erklärt haben, weil mir in der Sandkiste so langweilig war, dann würde ich sagen: Das riecht nach Bauern-Opfer.

Indes bleibt Williamson „verschwunden“, es bleibt aber spannend – wir bleiben dran!

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10 Antworten to “Pius-Bruder Williamson: Katholiken-Schach”

  1. 6kraska6 Says:

    Buchstaeblich boese!

    Aber: Der Bruder Bischof ist nicht verschollen, der geht bloß nicht ans Telefon, der sitzt aber in Argentinien in seinem Bischofssitz und hat ein Problem! Ein Kollege oder Komplize der Pius-Mafia hat ihm nämlich ein (1) Buch empfohlen! Durch dieser Buch sei er, der Empfehler, zum Holocaust-Glauben konvertiert!

    Nun hat Williamson dieses Buch sich auch bestellt, aber … nebbich, Freunde, – es ist vergriffen! So ein gottverdammtes (oh je! Verzeihung!) Pech! Nun will der Mann lernen und darf es nicht! Es scheint nicht Gottes Wille zu sein, das Zyklon B in des Klerikers Kopf zu bekommen!

    War der Cirkus Vaticano in den letzten Jahren schon mal unterhaltsamer?

  2. buchstaeblich Says:

    Ich kann mich nicht erinnern, mich von Papa & Friends jemals so gut unterhalten gefühlt zu haben! Das ist ganz großes Klerikal-Kino.

    Sein Telefon hört Williamson möglicherweise nicht, weil die Räumlichkeiten Bouchacourts so weit von seinen eigenen entfernt sind. Oder die Tür ist zu. Oder er ist duschen.

  3. bee Says:

    Das, Bauer, ist kein Opfer. Die kleinen Lichter des großen Spiels sind zwar tatsächlich Kanonikerfutter und zum Wegschmeißen aufgestellt, dennoch sind sie höchst agile Wadenbeißer, die sich im Rudel für unbesiegbar halten, gerne aus dem Hinterhalt feuern und ihr höchstes Lebensziel schließlich darin finden, so weit an den König ranzukommen, dass sie ihm ans Bein pissen können. Für ein Narrenmatt war der Gegner nicht dumm genug. Jetzt ist die Partie offen und das Dreispringerspiel beginnt. Im Hintergrund der selige JP römisch zwo, der mit Opus Dei eine offen faschistische Finanzinstitution – berührt, geführt – in die Quere gebracht hat. Zweitens der abtrünnige Lefebvre, der als Königsspringer zunächst kreuz und quer zieht und tatsächlich die Hoheit im Zentrum zerstören will. Drittens die Leichtfigur Williamson – für eine Rochade reichte seine Stellung nicht aus (Wegwerfmaterial eben, nicht einmal eine Figur, die in der Nomenklatur Erwähnung findet), da musste er sich gegen die Regeln rückwärts bewegen. Immer weiter rückwärts. Und vollführte dann eine Unterverwandlung aus, als er schon am Ende war: für eine Dame reichte es nicht, dazu fehlte ihm die obere Hälfte. Für einen Turm war kein Fundament da. Also wurde er, was er immer war: das Riesenross. Ein Göring-Gambit, wäre da nicht die irritierende Passivität, mit der der Querspringer die anderen unter Zugzwang setzt, indem er wie angenagelt auf Rechtsaußen verharrt. Und der weiße König? Er sitzt. Und denkt, es sei noch Mittelspiel.

  4. buchstaeblich Says:

    Oha, da spricht der Schachexperte. Immerhin: Die Sportart habe ich richtig erraten!😉
    Vielen Dank für die Analyse.

    Irgendwie ist es auch, als sei man beim Tennis-Gucken aus dem Rhythmus gekommen. Man schaut in Richtung weißer König, da kommt der Ball aus dem Mittelalter, und umgekehrt.
    Das bleibt wohl noch eine Weile lustig.

  5. Lehmann und Knobloch zu Williamson-Affäre « Buchstaeblich seltsam! Says:

    […] Artkel hierzu: Katholiken-Schach Beweise noch mehr Vatikan Papst bleibt in der Kritik Unter den Talaren Roben im […]

  6. Katholizismus in Kürze « Buchstaeblich seltsam! Says:

    […] Artkel hierzu: Lehmann und Knobloch bei Beckmann Katholiken-Schach Beweise noch mehr Vatikan Papst bleibt in der Kritik Unter den Talaren Roben im […]

  7. Schober walter Says:

    wozu diese hetzkampagne gegen bischof williamson. er will zuerst beweise, um zu glauben. warum soll man nicht zweifeln können. ich habe auch meine zweifel.

  8. buchstaeblich Says:

    Ich zweifle auch. An Williamsons Verstand.

  9. Pius-Bruder Williamson landet in London « Buchstaeblich seltsam! Says:

    […] Artkel hierzu: Katholizismus in Kürze Lehmann und Knobloch bei Beckmann Katholiken-Schach Beweise noch mehr Vatikan Papst bleibt in der Kritik Unter den Talaren Roben im […]

  10. Gerüchte um Williamson: Rücknahme? « Buchstaeblich seltsam! Says:

    […] hierzu: Williamson landet in London Katholizismus in Kürze Lehmann und Knobloch bei Beckmann Katholiken-Schach Beweise noch mehr Vatikan Papst bleibt in der Kritik Unter den Talaren Roben im […]

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