Papst bleibt in der Kritik


Der TV-Sender sendet gerade „Papst in der Kritik“. Eine Nachlese zur Audienz von Papst Benedikt XVI., der natürlich nicht noch einmal auf seine Haltung zur Aufhebung der Exkommunikation der Pius-Brüder Stellung bezogen haben soll, und man erklärt der Zuschauerschaft, warum er das nicht tut, tun muss, nicht nötig hat, bla bla …

Übrigens läuft schon den ganzen Vormittag über den Ticker, die hiesigen Politiker begrüßten den Einsatz von Kanzlerin Merkel, die ja klärende Worte vom Papst öffentlich gefordert hatte.

Naja, fast alle. Deutschland hat seine gallischen Dörfer, dieses heißt Posselt und liegt natürlich im Regierungsbezirk CSU. Nicht, dass Posselt ein Dorf wäre, es ist natürlich ein Politiker, aber der benimmt sich, als sei er ein böhmisches Dorf.

Warnt er doch – laut pr-online – die Kanzlerin,

sich weiterhin «also (*) Lehrmeisterin des Papstes zu gerieren», sagte Posselt am Mittwoch. Es sei zwar wahr, dass manche Probleme in der Kurie in Rom gelöst werden müssten. Die Bundeskanzlerin solle sich aber lieber darum kümmern, «in der Berliner Koalition verstärkt christliche Grundsätze durchzusetzen». Dies sei «etwa in der Sozial- und Familienpolitik, beim Lebensschutz und in der Bioethik mehr als notwendig ist», erklärte Posselt.

(Tippfehler von pr-online von der Verfasserin dieses Beitrages wegen optischer Probleme entfernt!)

So ungern ich die Frau Merkel in Schutz nehme, der Herr Posselt sollte sich lieber darum kümmern, einzusehen, dass Deutschland nicht ausschließlich aus Christen, bzw. sonstwie religiös veranlagten Mensche besteht, und darum Glaubensgrundsätze einer speziellen Kirche in der Politik nichts verloren haben. Unsereins hat ja auch Gefühle, nicht wahr?

Grundsätze wie Freiheit, soziale Gerechtigkeit, eine gute Familienpolitik, der Schutz der Lebendigen und Ethik mit und ohne Bio-Siegel sind natürlich richtig und wichtig. Aber kann man die nicht – Atheisten machen täglich vor, dass das geht – aus Gründen der Vernunft vertreten, anstatt sich auf eine antike Legendensammlung zu stützen?

Und Religion hin oder her, nur weil einer der Chef der Katholiken ist, darf er nicht glauben, man dürfe ihn nicht kritisieren. Es geht um eine Glaubenssache: Der Herr Ratzinger hält  sich für den Stellvertreter des Planeten materialisierenden Geistwesens auf Terra. Das ist aber auch schon alles.

Wenn ich grad beim Ohrfeigen bin:

Muss Phoenix als nachgeschobene Sondersendung nach der Sondersendung die Werbesendung „Der Papst privat“ ausstrahlen? So um klarzustellen:

Ey, guckt mal, der Papst gibt sich zwar mit Holocaust-Leugnern ab, aber im Grunde ist er doch ein total netter Kerl, ganz natürlich, und überhaupt nicht arrogant oder abgehoben: Der lässt uns sogar in seiner Bude filmen!

Meine ganz persönliche Empfindung hierbei interessiert Sie, liebe Leser? Da reicht ein schlichtes „Pfuibah!“.

Hierzu auch Lesenswertes aus der Schweiz.

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17 Antworten to “Papst bleibt in der Kritik”

  1. weltdeswissens Says:

    Den Einsatz von Frau Merkel? In Rom? Als Bodentruppe? Erscheint mir ein bißchen hart 😀

    Ansonsten: das ist nicht der Papst. Das ist immer noch Ratze, die Ratte.

  2. buchstaeblich Says:

    Egal, wer auf dem Posten sitzt: Papst ist ein Synonym für das R-Tierchen. Schließlich übertrugen die mittels ihrer Flöhe die Pestilenz.

  3. Wenn der Hirt den Hut zu tief ins Gesich zieht … Nachtrag « Gedanken(frei)lauf Says:

    […] buchstäblich […]

  4. J.P. Says:

    Immerhin hat er die Rücknahme der Äußerungen verlangt, was dennoch die Exkommunikation nicht rechtfertigt. Auf meinem ist ein Video mit dem Wortlaut von Richardson zu finden – einfach abscheulich!

  5. buchstaeblich Says:

    J. P.,
    inzwischen – ja.
    Aber das war noch nicht rum, als ich den Artikel schrieb:
    Egal, wie schnell man tippen kann, die Welt überholt einen.

  6. weltdeswissens Says:

    Ich kann einfach schnell rennen, muhaha 😀

  7. Cornelius H. Says:

    Ich halte von Merkel wirklich wenig. Ihr Einwurf gen Papst, als erste Person in politischer Großverantwortung, hat ihr Pluspunktekonto zumindest ein wenig ausgebaut.
    Der Vatikan jedoch widert mich immer mehr an…und die Jungs dort hatten noch nie viel Kredit bei mir. Schäbig schäbig, dieses Fundamentalistengepöbel allerorts. Bin Laden muss für seine verquere Denke ja wenigstens in ner Höhle hausen, während Bene nen schicken Palast hat in dem er seine Rückständigkeit zelebriert…
    Vielleicht sollte sich aus Trendgründen endlich mal eine atheistische Radikale bilden, die die gleiche Sprache spricht 😉

  8. Antje Says:

    Verwunderlich ist die offensichtlich schlechte Kommunikation im Vatikan.
    Oder eben nicht , sondern genauso gedacht und gewollt, wie soeben entschieden wurde. Für mich nicht überraschend und keineswegs verwunderlich….

  9. Transatlantikblog T.A.B. » Wenn der Papst ein Obama wäre Says:

    […] “Das Nest des Beschmutzers” ; Papst bleibt in der Kritik; Vielleicht interessieren Sie auch diese Beiträge:FAZ: Angela Merkel ist eine […]

  10. rotegraefin Says:

    Atheistisch an Gott glauben hat Dorothee Sölle ein Buch hier vielleicht ein wesentlicher Grund dafür, warum alles so verkorkst ist.
    geschrieben.Pfingsten 2002 fiel mir wieder mein Firmunterricht bei Bruno Schüller SJ ein.
    “Die Liebe zwischen Gott Vater und Gott Sohn ist so groß, dass sie, die Liebe, eine eigene Person wird.” brachte er uns ganz engagiert bei.
    Ich staunte noch mal ganz kindlich über dieses Gedankenkonstrukt. Boooh, die Liebe ist so groß, dass sie eine eigene Person wird.
    Jetzt fast fünfzig Jahre später staune ich erneut, ich weiß natürlich nicht, ob ich alles so richtig in Erinnerung habe, welches Männergottesbild sich mit dieser Aussage bei mir verfestigt hat.
    Heute bedeute für mich diese Erklärung, eine direkte Aufforderung zur Homosexualität und zur Aufforderung zur Pädophilie.
    Die natürliche Antwort lautet: Die Liebe zwischen Mann und Frau ist so groß, dass daraus eine eigene Person wird. Da die Gnade auf der Natur aufbaut, ist hier, ich fürchte seit den Kirchenvätern, Schindluder mit der frohen Botschaft getrieben worden. Deswegen hat Jesus auch am Kreuzweg zu den weinenden Frauen gesagt: „Weint nicht um mich, sondern um euch und um eure Kinder.“ Er hat gewusst, dass die Verelendung der Frau und damit der Frucht ihres Leibes weitergehen würde.

  11. buchstaeblich Says:

    Jesus ist eine literarische Figur in einer Legendensammlung. Und Papier ist geduldig. Ich aber nicht.

    Wenn neue Personen entstehen, dann hat das mit Biologie zu tun, man nennt das auch geschlechtliche Vermehrung. Sowohl die Methode des Samenspendens als auch die unschöne Methode der Vergewaltigung beweisen, dass Liebe gar nicht nötig ist, um neue Leute zu produzieren.
    Tiere produzieren auch neue Tiere mittels Sexualität, die haben sich deswegen aber keineswegs unbedingt lieb.

  12. juliaL49 Says:

    Ach, der unfehlbare Stellvertreter hat sich ganz schön in die Bredouille manövriert! Dass er nicht gewusst hat, kann man bei seinem Lebenslauf einfach nicht glauben (sic!), denn er hat sich öfter schon mit der Bruderschaft Pius X (oder wie auch immer die heißt) auseinandergesetzt.

    Was ich eigentlich sagen wollte: die ex-exkommunizierten Bischöfe waren nie Bischöfe, da sie von einem Exkommunizierten geweiht wurden. Und Bene hat die aufgenommen, weil er die katholische Kirche einen möchte. Ist natürlich blöd gelaufen, dass der Williams da ein paar kritische Meinungsäußerungen gemacht hat.
    Eine sehr schöne Zusammenfassung der Vorgänge gibt es beim Spiegelfechter:
    http://www.spiegelfechter.com/wordpress/481/merkel-exkommuniziert-papst

    PS: Hurra! Vollfeed! Besten Dank dafür XXX

  13. buchstaeblich Says:

    Zu PS: Seit heute mittag weiß ich auch schon, was das ist, und wie das geht.

    Ich denke, der Herr Ratzinger hält es mit der Wahrheit genauso wie sein imaginärer Spielkamerad im angeblichen Himmel. Und der hat – für jedermann nachlesbar – im sog. Garten Eden beinhart gelogen.
    Die herausgegebenen Gesetze gelten halt immer nur für die Anderen, nicht für einen selbst.
    Sonst bräuchte die Katholische Kirche ja auch ihren Fonds für Priesterkinder nicht.

  14. Harald Besinger Says:

    Auch ich bin kein Fan der Kanzlerin. Aber wenn ich bedenke, zu welchen Politik-Themen die Kirche ihren Senf beisteuert, dann muss es doch auch einer deutschen Bundeskanzlerin erlaubt sein, den angeblichen Stellvertreter Gottes auf Erden zu kritisieren (was sie im Übrigen sehr moderat getan hat).
    Ketzerisch nebenbei: Laut Kirche ist doch Gott allmächtig, allwissend und allgütig. Warum hat er dann seinem Platzhalter nicht einen Tipp gegeben, wes Geistes Kind die Lefebvrianer sind? Ich halte es im Übrigen für eine Schutzbehauptung, dass der Papst das Williamson-Interviewe nicht gekannt habe. Der Mann ist doch deutlich im Mittelalter verhaftet und will das Rad zurückdrehen. Nur deshalb hat er die Pius-Brüder wieder aufgenommen, weil er im Grunde genauso denkt wie die.

  15. Pius-Bruder Williamson landet in London « Buchstaeblich seltsam! Says:

    […] in Kürze Lehmann und Knobloch bei Beckmann Katholiken-Schach Beweise noch mehr Vatikan Papst bleibt in der Kritik Unter den Talaren Roben im […]

  16. Gerüchte um Williamson: Rücknahme? « Buchstaeblich seltsam! Says:

    […] in Kürze Lehmann und Knobloch bei Beckmann Katholiken-Schach Beweise noch mehr Vatikan Papst bleibt in der Kritik Unter den Talaren Roben im […]

  17. Wenn der Papst ein Obama wäre | Nahost - Blog Says:

    […] Leseempfehlungen: “Merkel exkommuniziert Papst” (auf dem Spiegelfechter mit einer wundervollen Photomontage!); “Das Nest des Beschmutzers” ; Papst bleibt in der Kritik; […]

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