Umbedingt loswerden


… muss ich die Tatsache, dass soeben die große Suchmaschine in 0,13 Sekunden sage und schreibe 415.000 Einträge für die Buchstabenkombination umbedingt (Wort will ich das nicht nennen) fand, nachdem ich mit großen Augen diese mir neue Schreibvariante zufällig entdeckte.

Aus dem Zusammenhang vieler der Beiträge lässt sich herauslesen, dass die meisten Internetnutzer wohl vorgehabt hatten, das real existierende Wort unbedingt zu benutzen.

Unbedingt – man könnte auch sagen auf jeden Fall, oder: da beißt die Maus keinen Faden ab. Oder man schaut einfach einmal hier nach – es ist ja nicht so, als wäre die Uni Leipzig geizig mit Wörtern und den notwendigen Erklärungen!

Nun, Tippfehler passieren, wer von uns wäre frei davon? Ich gewiss nicht, aber ich versuche, so wenig Buchstabenmüll wie möglich zu produzieren.
Doch 415.000 Einträge? Wir hoffen jetzt alle einmal ganz fest, dass niemand auf das schmale Brett kommt, das unschuldige Wort unbedingt absichtlich zu verunstalten.
Denn man sollte sich, im Internet seine Wörter bzw. Schreibweisen verstreuend, der Tatsache bewusst sein, dass dieses auch von Kindern und Jugendlichen besucht ist, deren Rechtschreibentwicklung möglicherweise noch nicht gänzlich abgeschlossen sein könnte.

Falls dies doch jemand tun sollte, weil er es schick, lustig oder „trendy“ findet, absichtlich OrthograViechereien (das ist ein Kunstwort für schlimme Rechtschreibsünden) zu verbreiten, sehe ich mich gezwungen, mit Barbra Streisand zu antworten:

Kinder hören zu (bzw. lesen mit) – Children will listen!

Liebes Internet, versuche doch bitte, diese unsägliche Buchstabenkombination loszuwerden, ja? Danke.

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20 Antworten to “Umbedingt loswerden”

  1. entegutallesgut Says:

    Dafür ist das Internet, sprich google so clever, den umbedingten Usern eine Variante mit „meinten sie unbedingt“ höflich zu servieren. Das ist ok, oder?

  2. buchstaeblich Says:

    Doch, natürlich. Aber es scheint nicht viel zu helfen.

  3. weltdeswissens Says:

    Bei Buchstaben, die nebeneinander liegen wie N und M, bin ich immer noch geneigt anzunehmen, dass es sich um einen Tippfehler handelt. Bei Wortneuschöpfungen, die man manchmal an anderer Stelle liest, hoffe ich gelegentlich, dass es sich um deutschlernende Ausländer handelt. Ich denke auch, dass das weniger schadet. Wenn ich allerdings bei Herrn Silencer die Äußerungen sonst eher chattender Jünglinge lese, vermag ich kaum zu glauben, dass wir dieselbe Muttersprache haben!

    Aber das glaupich lasse ich mir nicht nehmen, oder das jedenfalz. So.

  4. buchstaeblich Says:

    Pst:
    Den ganz leisen Verdacht, die Verballhornung sei aufgrund schlampiger Aussprache entstanden, konnte ich mir bislang auch noch nicht so ganz aus dem Weg nehmen.

  5. weltdeswissens Says:

    Das glaupich allerdingz auch, unter uns Pastorentöchtern und unter der Glocke des Schweigens!

  6. Achter Says:

    Umbedingt? Was soll dabei ferkehrt sein? Fersteh ich nicht!

  7. weltdeswissens Says:

    Ja, imma diese Spießa, wo Rechtschreipfaschos sinds. Digger, echtma!

  8. buchstaeblich Says:

    Weil es umbedinkt heißt?
    (Nein, liebe Kinder, glaubt das nicht – die Tante hat nur Spaß gemacht!)

  9. weltdeswissens Says:

    Vielleicht liba umbedinckt? Bessa oda?

  10. Richard Synn Says:

    Hehe. Wenn man jetzt „umbedingt“ bei google eingibt, liegt dieser Artikel an dritter Stelle. Interessant!

    Darüber hinaus ist umbedingt wahrscheinlich die häufiger ausgesprochene Form. m hat die gleiche Artikulationsstelle wie b. Deshalb heißt es im Englischen ja auch iNtolerant aber iMpossible und iLlegal. Sprachökonomie, die irgendwann auch ins Schriftbild gewandert ist.
    wär wais filaicht wirt irgentwan maal so geSriiben, wii mans spriCt.
    Aber bevor hier ein falscher Eindruck entsteht: Nein, ich wünsche mir das auch nicht!😀

  11. buchstaeblich Says:

    An dritter Stelle? Schau an, da müssen Verunsicherte ja nicht mehr lange suchen.
    Doch, ich bin auch Anhängerin der These, dass das n leicht zu einem m verwischt wegen des nachfolgenden b.

    Doch dann und wann ist es vielleicht ganz nützlich, die Menschheit mit der Nase draufzustupsen.

    Sprache ist und bleibt interessant und ein feines Spielzeug, aber manchmal muss man eben auch klugscheißen, was nette Menschen nicht tun, aber ich.

  12. weltdeswissens Says:

    Was kann ich jetzt tun, damit diese Seite auf Platz 1 erscheint?

  13. Achter Says:

    >“..da müssen Verunsicherte“

    Müßte es nicht heissen „Verumsicherte“

  14. rolandschwarzer Says:

    Ein Freund meiner Tochter überreichte ihr einmal eine Einladung, auf der in großen freundlichen Buchstaben die Worte „PARTY-ARLAM“ prangten. Auf meine Frage, ob da nicht irgendwas falsch sei, erntete ich die Bemerkung, im Internet stünde es schließlich auch so. Da hatte er leider recht.
    Eigentlich wollte ich der Tochter daraufhin ein Umgangsverbot aussprechen, aber das stellte sich (den Göttern sei Dank) als unnötig heraus. Sie steht nicht so auf Trottel.*

    *(Das hat Sie ihrer Mutter voraus.🙂 )

  15. buchstaeblich Says:

    Frage noch einmal jemand nach, warum ich Artikel wie diesen hier schreibe.

  16. weltdeswissens Says:

    Der, die, das. Warum schreiben Sie solche Artikel, Friederike?

  17. buchstaeblich Says:

    Weil es mich befriedigt.

  18. weltdeswissens Says:

    Olala, Friederike😉

  19. murasame Says:

    Jaja, direkt neben dem umbedingt stehen auch die guten, alten Packete. Bitte, würden die Benutzer des „Wortes“ es mal so aussprechen, wie es dort steht? Pakkete ? Also wir hatten in der Schule noch Diktatübungen…

  20. Pater Noster Says:

    Es gibt ja viele Irrungen im Gebrauch der Buchstaben und speziell der Konsonanten. Wie z.B. bei „seid“ und „seit“ oder „p“ und „b“ und „g“ und „k“ und „v“ und „f“. So ist das wohl auch mit dem „umbedingt“. In Kombination mit virtuellem Lispeln, wie in chinesisischer Sprache. wie „Lafelei“ statt „Raserei“ ergeben sich dabei ganz neue Möglichkeiten.
    Ifd nam elfd nal foweid, wilgt taf „umpetimkt“ kamf umgonblitfield vül fiele!
    Mein Rat: Gebt den Kindern mehr „Puchfdapemfubbe“ zu essen!

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