Todesfall im Hause Travolta


Der Sohn von John Travolta ist tot, er starb im Alter von 16 Jahren. Selbst innerhalb ein- und desselben Artikels im Focus wechselt die Todesursache zwischen Anfall und Unfall.

Heute morgen las ich das schon im Teletext, meine erste Idee war: Drogen.

Gatte fragte: „Wieso denn Drogen?“ – „Gatte, wenn ich der Sohn von Travolta wäre: Ich würde gewiss Drogen nehmen!“.

Vorhin las ich dann den Artikel im Focus: Als hätte ich es geahnt! Also, nicht, dass da Drogen erwähnt würden – NEIN! Schlimmer: Pseudo-Medizin. Scientologische Pseudozin.

Es wird berichtet, der 16-jährige habe als Kind unter dem Kawasaki-Syndrom gelitten und öfters Anfälle gehabt:

Das Paar hat erklärt, Jett sei im Alter von zwei Jahren schwer erkrankt. Damals sei das Kawasaki-Syndrom diagnostiziert worden, das zu Gefäßentzündungen führt. Die Travoltas machten Reinigungsmittel und Dünger für die Erkrankung ihres Sohnes verantwortlich. Ein Entgiftungsprogramm der Scientology-Organisation habe seinen Zustand jedoch deutlich verbessert.

(Kursive Hervorhebung  durch die Meckereibetreiberin)

Wie gesagt: Wäre ich der Sohn von Travolta: Ich hätte Drogen genommen. Pfundweise!

Übrigens habe ich natürlich keine Ahnung von Medizin. Äh: Ist ein Arzt anwesend? Helfen Sie doch mal bitte aus, ja? Aber was ich mal eben schnell aus der Suchmaschine zerren konnte, brachte mir als medizinisch Unstudierter keine Erhellung darüber, inwieweit ein Kawasaki-Syndrom im Kleinkindalter und „Anfälle“ in der Adoleszenz zusammenhängen. Vielleicht bin ich zu doof, vielleicht drücken die Quellen das nicht sonderlich klar aus, oder ich erwischte die falschen.

Aber ich wüsste auch gern, was Scientologen unter „Entgiftung“ verstehen, gut klingt das jedenfalls alles nicht, oder?

Ob da ein richtiger Arzt nicht doch angebrachter gewesen wäre?

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23 Antworten to “Todesfall im Hause Travolta”

  1. the rufus Says:

    Kawasaki-Syndrom und Honda-Trauma sind weit verbreitet, ebenso wie das Harley-Davidson-Fieber …

  2. Elphaba Says:

    Keine Ahnung wie Kawasaki Syndrom und Anfälle zusammengehen und ob.

    Aber das müsste eigentlich ganz groß raus an die Presse, damit andere vielleicht mal wach werden. Wie kann man nur so verblendet sein, gerade wenn es um das eigene Kind geht? Traurig und tragisch 😦

  3. Doktor Pé Says:

    Ich habe das BMW-Syndrom. Das führt zeitweise zu Geschwindigleitsrausch, Schräglage in Kurven und erhöhten Fliegenrückständen im Gesicht. Gegenmaßnahmen bestehen im Tragen von Helmen mit Visier sowie extensive Aufenthalte an frischer Luft. Das Syndrom stellte sich bei mir erst im zarten Alter von 33 Jahren ein, vorher lag ich mit einer japanischen Grippe darnieder, dem Hondafieber.

    So ein scientologisches Entgiftungsprogramm beginnt, ich meine es gehört zu haben, meist im Geldbeutel des Infizierten. All der allergieauslösende Metallkram in Form von Münzen sowie dieses chemisch behandelte Papier, auf das bunte Zahlen gedruckt sind, müssen sofort entfernt werden. Homöopathische Beeinflussung durch dieselben Werte, die sich physisch zwar entfernt, physisch aber doch recht nah auf Bäh-bäh-Bankkonten befinden, müssen ebenfalls eliminiert werden. Denn nur wer frei von Geldsorgen ist, kann sich über seine Existenz Sorgen machen. Desweiteren bietet sich eine Reinigung, eine sogenannte Wäsche an. Nicht vom Geld, das ist ja schon weg, nein, vom Gehirn. Denn dort sitzt das Gift des Besitzstandwahrertums, ein böses Gift, das die Scientologen nur zu gerne den armen Opfern abnehmen und sich selbst in hehrer Absicht damit infizieren. Entgiftet lebt man dann glücklich und hirnfrei weiter – der ideale Buschwähler übrigens. Falls er sich nicht drogenmäßig vollgeknallt in den Straßenverkehr begibt.

  4. zimtapfel Says:

    Ist mit Kawasaki-Syndrom vielleicht gemeint, das er schon im Kleinkindalter ob der Spinnerei seiner Eltern den unerklärlichen Drang verspürte, sich vor jede auf der Straße daherkommende Kawasaki zu werfen?

  5. ruediger Says:

    Die beste Tochter von allen litt an Kawasaki und es geht nicht darum wer welche Maschine unter Arsch hat, hier sterben Menschen (vornehmlich Neugeborenen oder Kleinkindern) wenn man an den falschen Arzt gerät. (klick)

    Soweit ich mich noch erinnere handelt es sich um eine bakteriologische Entzündung der Herzkranzgefäße die letztlich dazu führt, dass das Herz zusehends aus dem Rhythmus gerät. Weit verbreitet ist es bei Neugeborenen und deswegen auch gefährlich zu übersehen, weil Babyherzen selten wirklich regelmäßig schlagen. Das Risiko ist also das diese Erkrankung behandlungstechnisch ‚untergeht‘ während die Entzündung weiter fortschreitet es zu Unterversorgungen kommt und im Tod enden kann. Das alles ist 16 Jahre her, vieles was ich seinerzeit gelernt habe ist nicht mehr abrufbar.

  6. ruediger Says:

    bein nochmaligen lesen im Feedreader: Entschuldigung für den mir etwas entglittenen Unterton.

  7. Gina Says:

    Ob da ein richtiger Arzt nicht doch angebrachter gewesen wäre?

    Nein.

  8. buchstaeblich Says:

    Rüdiger,
    da war nichts entglitten: Danke für die Infos! Nach allem, was ich über die beste Tochter von allen weiß, hat sie doch aber keinerlei Probleme mit irgendwelchen Anfällen (abgesehen von Charme-offensiven auf Vattern) und ist auch sonst recht fit, wenn mich die Erinnerung an Gelesenes nicht täuscht?

    Gina,
    wieso wäre ein echter Mediziner nicht hilfreich bei einem kranken Kind? Schon allein wegen der notwendigen diagnostischen Gerätschaften für Herzzustand und Blutwerte …

  9. ruediger Says:

    @buchsstaeblich
    herzlichen dank. Ja, ihr geht es gut, einmal im Jahr lassen wir einen Kardiologen prüfen ob der positive Eindruck auch unter der Oberfläche besteht. 😉

  10. buchstaeblich Says:

    Rüdiger,
    klar, ein Endokarditis-Risiko will wohl lebenslänglich mit einem wachsamen Auge verfolgt werden – ich durfte schon diese beeindruckenden Ultraschall-Untersuchung live angucken dürfen und war schwer beeindruckt!
    Wenn das alles ist, was aus einer furchtbaren Zeit noch nachhängt: So ein Glück! (Ich weiß, die Restsorge bleibt, aber wenn sonst ein normales Alltagsleben möglich ist, ist das doch so wundervoll!)

  11. Gina Says:

    Sorry, was Ärzte betrifft, bin ich derzeit etwas zynisch…

  12. Donkys Freund Says:

    Scientology hin oder her. „Schuld“ wegen (aus Überzeugung)unterlassenen Maßnahmen hin oder her. Ein geliebtes Kind zu verlieren muss extrem hart sein. Ich darf gar nicht dran denken. Da vermeide ich einfach mal jede Wertung von Person und Verhalten.

  13. Homöopath Says:

    Hallo,

    die Antwort auf die Frage dieser wirklich sympathischen und sehr reflektierten Runde:

    Beim Kawasaki (ein japanischer Arzt) Syndrom kann es zu Veränderungen an den Herzkranzgefäßen kommen, die dann auch Jahre später zu einem Herzinfarkt führen können.

    Erst denken dann tippen!

  14. buchstaeblich Says:

    Herr oder Frau Homöopath,

    wenn Sie meinen Artikel richtig gelesen hätten, dann hätten Sie erstens gelesen, dass ich keine Ahnung vom Kawasaki-Syndrom habe, und nach einer Antwort frage – was soll daran falsch sein?

    Zweitens: Ich hatte nach einem Arzt gefragt. Also einen approbierten Mediziner. Ein solcher hätte eine Quellenangabe gemacht, damit meine Leser und ich medizinische Fakten nachlesen können.
    So bleibt Ihre Aussage zunächst eine bloße Behauptung eines zunächst einmal Nichtmediziners, wenn ich Ihren Nickname einmal als Berufsbezeichnung auffassen soll.

    Im übrigen ging ich vom Pressetext aus, der von „Anfällen“ sprach, diese aber nicht näher untermauerte. Von einem Infarkt war in der von mir gelesenen Quelle nicht die Rede.

    Erst richtig lesen – dann „angreifen“, gell?

  15. Gina Says:

    Also ich bin reflektiert. Und sympatisch sowieso. Finde ich…

    (Ich mache übrigens oft blöde Witze über Krebs. Total reflektiert und sympatisch. Und wer möge behaupten, das Thema lässt mich unberührt?)

    • buchstaeblich Says:

      Ich hingegen müsste eigentlich dringend meinen Anwalt anrufen: Sympathisch? Ich? Das ist eine der größten Unverschämtheiten, die mir seit langem untergekommen ist – Frechheit!
      Muss man sich auf seinem eigenen Blog dermaßene Unterstellungen gefallen lassen?

  16. Gina Says:

    Ich übernehme gern die juristische Beratung in dieser Sache. Schadensersatz wegen Rufschädigung ist sicher in ein bis zweistelliger Millionenhöhe drin. Mein Honorar: schlappe 50%.

  17. Homöopath Says:

    Okokok

    ich nehm das mit dem sympathisch und reflektiert zurück, sorry.

    schwamm drüber.

  18. Elphaba Says:

    Versteh einer die Homöopathen 😆

  19. Gina Says:

    Bin ich jetzt unsympatisch und unreflektiert? 😀

    Ach, lassen wir das. Ich fürchte, bin heute etwas zu blödelig drauf…

  20. buchstaeblich Says:

    (beißt sich auf die Zunge)
    Ja, lassen wir das.
    (prustet und geht wieder)

  21. Entgiftung Says:

    […] seinen Zustand jedoch deutlich verbessert. (Kursive Hervorhebung durch die Meckereibetreiberin) Todesfall im Hause Travolta Buchstaeblich seltsam! Mehr von dieser Meckereibetreiberin, fr mich ganz gewiss! Und mehr bitte von Doktor Pe, […]

  22. buchstaeblich Says:

    (schielt eins höher, verlegen hüstelnd)

    Also, dem japanisch-niesenden Entgiftungs-Pinger und seinen Freunden könnte ich als Empfehlung des Hauses meine Kategorie
    Eso-Dingsbums auf das Silbertablett legen – nur echt mit Voodoo und Gedöns:
    https://buchstaeblich.wordpress.com/category/eso-dingsbums/
    😉

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