Fluchtversuch zwecklos: Weihnachten


Achtung, dieser Artikel kann Blasphemie enthalten!

Weihnachten ist ja nicht Jedermanns Sache.

Ich bin damit nicht allein.

Es gibt natürlich Menschen, die versuchen, vor Weihnachten zu flüchten. Zum Beispiel mittels Reisen in ferne Länder, die möglichst keinerlei weihnachtliche Stimmung vermitteln, indem sie statt Regen und Matsch Schnee oder Ruh‘ auf allen Wipfeln möglichst sonniges Wetter und möglicherweise sogar sommerliche Badestrände verheißen.

Mancher denkt, ein Trip auf die Kanaren könnte Abhilfe schaffen, da die Entfernung nicht gleich eine Flieger-Thrombose verheißt und die Tickets im bezahlbaren Rahmen bleiben. Die schlechte Nachricht: Die Kanaren sind so katholisch veranlagt, dass Weihnachten dort noch wichtiger ist als hierzulande – dort wird also geweihnachtet, was das Zeug hält. Die von mir bereits beschriebene Superkrippe von Los Llanos auf La Palma ist bei Weitem nicht das einzige Relikt, das an den Geburtstag des lieben Jesuleins mahnt.

Doch statt entnervt die Augen gen Himmel zu verdrehen, kann man der Angelegenheit durchaus auch ihre skurrrilen Aspekte abgewinnen und sich dabei proper amüsieren:

Wer jedoch die Feiertage in der trauten, kalten Heimat verbringt, hat immer noch die Möglichkeit zu sagen: Es ist ja nicht schlimm, ein paar Extratage frei zu haben, an denen man die Dateien auf seinem Rechner sortieren kann, und Zeit und Muße für ein ausgiebig zubereitetes Schlemmermenü mit ebenso weihnachtsfeindlichen Freunden sind ja auch nicht zu verachten.

Auch ein großer Spaß ist es, mit einer lustigen Meute am 24.12. das „Christkind“ unter den Tisch zu saufen, bis es blutige Knie bekommt:

Don't drink and bless!

Don't drink and bless!

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14 Antworten to “Fluchtversuch zwecklos: Weihnachten”

  1. Petra Says:

    Ich wandere aus! Das ist ja richtig schnuckelig und dezent gegen das, was ich im „Weihnachtswunderland“ Elsass durchmachen muss, wo es heuer vom Bürgermeister sogar einen Rundbrief gab, man möge – ungeachtet jeder Religion (es gibt hier einige) – doch bitte sein Haus mit Lichtlein und Kram schmücken, um nicht mit möglichweise weihnachtsschmuckfreien Häusern das Dorfbild zu stören.

  2. buchstaeblich Says:

    Waaaaaas?
    Zwangsbeweihnachtung für Nichtchristen? Hat der Mann mal das Grundgesetz aufgeschlagen? Das ist was für die Presse – man sollte RTL anrufen.
    😉

    Kanarisches Weihnachtsgedöns ist wirklich irgendwie putzig – vor allem die Schneemänner und -flockenbilder: Die ziehen das komplett durch, und ich finde die Bilder in dieser Kulisse klasse.

  3. entegutallesgut Says:

    Selbst in Hotels in arabischen Länder flüchtet man nicht vor dem Weihnachtsfest, da der Hotelier meint, seinen Gästen ein schön weihnachtliches Ambiente liefern zu wollen.
    Eine gute Vermarktungsidee wäre, ein weihnachtsfreies Hotel auf den Markt zu werfen. Ist da bis jetzt noch niemand auf die Idee gekommen? Ich habe leider gerade keines greifbar, sonst hätte ich das schon gemacht – obwohl, ich mag Weihnachten gerne!

  4. Elphaba Says:

    ne das Chriskind muss auch ahteistischer weise sein. Schon wegen der Kinder, mit gelben Säcken ;-). Aber wenn die mal groß sind, sauf ich das Christkind auch gerne unter den Tisch 😆

  5. sevenjobs Says:

    Schade eigentlich. Feste feiern ist doch was schönes. Wenn nur nicht dieses ganze ‚habt-Euch-lieb‘ Familiengedöns drum herum wäre. Und diese Verkitschung. Ansonsten macht das Verschenken doch viel Spaß!

  6. Petra Says:

    „Zwangsbeweihnachtung für Nichtchristen? Hat der Mann mal das Grundgesetz aufgeschlagen?“

    Hat er nicht, das Elsass ist zum Glück längst wieder ein Teil von Frankreich. Und das ist ein säkularer Staat, wo man auch auf den Bürgermeister pfeift (siehe das kleine Dorf…). Weil aber die Elsässer unter deutscher Besatzung das Weihnachtsfest angeblich erfunden haben, haben ihnen die Franzosen höflich einen Feiertag mehr gelassen! Der heilige Abend ist im Rest des Landes unbekannt. Und noch ein Tipp für Festflüchter: Bei Aldi France gibt’s grade Ostereier im Angebot, die sie als Weihnachtskugeln deklariert haben.

  7. entegutallesgut Says:

    Nix Plastiktannenbäume – die importieren sie aus Österreich und zwar aus der Steiermark. Da lässt man sich nicht lumpen. 😉

  8. Sennerin Says:

    Wissen Sie, was ganz schlimm ist?? Man sitzt im Büro, will arbeiten und es schlagen im 10-Minuten-Takt Weihnachtsgrüße per Mail aus anderen Abteilungen auf, immer schön mit „lustigen“ Anlagen. Powerpoint, Word, Flash, Tralala… bei Nummer 18 hatte mein Rechner heute genug und hängte sich gnadenlos auf. Und was die Schlemmerei mit Freunden betrifft: In einer Art geistiger Umnachtung posaunte meine Wenigkeit „ich koche!“ in die Runde. Heute 4 Gänsebrüste besorgt, es wird im Chaos enden. Diverse Spiritousen stehen jedoch bereit, um das Ergebnis (wie auch immer) zu begießen. Viel Spaß bei der „Christkind unter den Tisch saufen“-Aktion 🙂

  9. buchstaeblich Says:

    Elphaba,
    Kindern die regionalen Bräuche zu entziehen wäre auch grausam: Die brauchen das! Aber wenn sie im Bett sind, kann man immer noch irgendetwas unchristliches tun für den eigenen Seelenfrieden.

    Sevenjobs,
    das Heile-Welt-Gedönse sorgt dafür, dass in psychiatrischen Kliniken Weihnachten als Nacht der langen Messer gilt. Das, was die Christen so unter Druck setzt, kann ich sehr genießen, weil ich mich von jeglichem Gedöns ausgeklinkt habe. Ich weiß, das kann man nicht immer ohne weiteres, aber so ein bisschen runterfahren (z. B. die Erwartung einer Weihnachtswelt wie aus alten Filmen) kann eigentlich fast jeder.

    Petra,
    gibt es im französichen Pendant des Grundgesetzes denn keine Religionsfreiheit, die den Bürger zur Not auch religionsfrei leben lässt?

    Ente,
    dann hat der arabische Service ja wenigstens einen guten Aspekt.

    Sennerin,
    Mails mit „lustigen“ Anlagen öffne ich gar nicht erst. Das hat sich zum Glück soweit herumgesprochen, dass ich weitgehend verschont bleibe. Mit genügend Spirituosen bekommt man jeden Gänsebusen schön getrunken – insoweit gutes Gelingen!
    Das liebe Jesulein zittert gewiss schon jetzt vor mir.
    😉

  10. offensichtlich Says:

    Was ich an Weihnachten mache? Gans. Einen Wein auf. Sonst nix.

  11. Petra Says:

    „gibt es im französichen Pendant des Grundgesetzes denn keine Religionsfreiheit, die den Bürger zur Not auch religionsfrei leben lässt?“

    Wie ich schrieb, Frankreich ist ein säkularer Staat, Religion ist also Privatsache und eine jede wird toleriert (auch die Nichtreligion) und in Schulen, Behörden etc. sind offene Religionsabzeichen verboten (von JEDER Religion).
    Das ändert nichts dran, dass mal ein Bürgermeister durchknallt, weil er sich mit dem Christkindel einen zuviel reinknallt. 😉 Wir tolerieren sogar den…

  12. buchstaeblich Says:

    Wenn er wieder nüchtern ist, sollte man ihm einmal ganz langsam und in kurzen, einfachen Sätzen erklären, was er da gemacht hat.

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