Vorsicht, Hausfrauencontent!


Dabei ist es eigentlich egal, ob man eine Hausfrau ist, oder überhaupt eine Frau:

Sofern man keine Dienstmädchen oder Butler hält, die hinter einem herräumen, hat wohl so ziemlich jeder Mensch mit dem erbärmlichen Problem zu tun, dass Kleidungsstücke nicht selbsttätig gefaltet von der Leine in den Schrank hüpfen.

Kennt irgendjemand auch nur eine einzige Person, die das Falten von Leibchen gleich welcher Art mit Begeisterung und Genuss betreibt? Eben. Ich hasse es auch.

Aber neulich entdeckte ich beim entspannten Umhertrudeln durch einen Ramschladen (das ist manchmal fast wie ein Besuch im Zoo: Was es nicht alles gibt! Und bis zu zweimal im Jahr tue das sogar ich!), für den unschlagbaren Kurs von knapp unter 3 € so ein Kledage-Faltbrett, und weil der Schalk im Nacken und das Faulsau-Syndrom schlimme Dinge in mein Ohr flüsterten, habe ich die geringe Geldmenge investiert.

Jetzt bin ich einer Identitätskrise.

War ich jahrzehntelang für chaotische Wäschefächer und -schubladen bekannt, die gern auch einmal das Überquellen übten, so habe ich inzwischen keine Mühe mehr, die Schulbaden meines skandinavischen Schranksystems zu schließen.

Auch sind die Pullover, Shirts, etc. die dafür sorgen, dass ich nicht friere, seltsam unknittrig.

Aber die größte Überraschung kommt noch, denn mein Kofferpack-Assistent wird in den nächsten Tagen große Augen machen, was alles in einen Koffer passt, ohne dass es eng wird.

Mit so einem Kledage-Faltbrett – oder wie immer das Ding heißen mag – bekommt man dermaßen ordentlich und flach gefaltete Wäschestücke, die obendrein alle exakt die gleichen Flächenmaße haben, dass das Packen von Koffern zu einem völlig neuen Erlebnis werden wird.

Wie wird es sich anfühlen, eine Reise anzutreten, ohne vorher eine mittlere Nervenkrise zu bekommen? Wir sind gespannt.

Falls mich jemand um Rat fragt, was es mit diesen Faltbrettern auf sich hat: Kaufen!

Einziger Nachteil:

Man kann sich fortan nur noch schwer als Held(in) aufführen, wenn man dem Lebenspartner den Stapel gefaltetes Gebügeltes vorführt, denn der sieht nun sehr unspektakulär klein aus, weil die Sachen so flach und glatt zusammengelegt sind.

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31 Antworten to “Vorsicht, Hausfrauencontent!”

  1. sv Says:

    Jo, die Dinger sind schon klasse. Mein „Trick“ für ungenitterte Shirts ist allerdings der, daß ich sie nach dem Waschen sofort auf einen Bügel zum Trocknen aufhänge und von dort in den Schrank – ich hab aber auch wirklich nicht viel Kleidung, von daher hab ich im Kleiderschrank bzw. auf der Kleiderstange kein Platzmangel.

  2. buchstaeblich Says:

    Das Trocknen auf dem Bügel betreibe ich ja schon immer, aber hier ist nicht genug Platz, um alle Dinge, die zwei Menschen so obenrum an sich drapieren, hängen zu können. Da muss leider einiges zusammengelegt in die Schubladen gepackt werden.

    Ich habe ein naturgegebenes Talent, auch die glattesten Teile so zusammenzulegen, dass sie sich Knitter einfangen.

  3. ehefrau Says:

    was isn das fürn ding?
    zeich mal! 😀

  4. buchstaeblich Says:

    Gucken kannst Du hier:
    http://tiny.cc/gvaUe
    Aber kaufen kann man die Dinger für kleines Geld (s. o.) in Ramschläden – meiner ist aus der Ladenkette mit dem sprechenden T-Shirt, wo man des guten Gewissens wegen besser keine Textilien kaufen sollte wegen der politischen Korrektheit und so. Also von Kak oder so ähnlich.

  5. sevenjobs Says:

    ne, was es alles gibt. Mein gegenüber kennt es auch aber mit einer andern Falttechnik. Aber sorry. ist das T-shirt knittrig, dann faltet das Brett doch auch nur das knittrige Shirt. Dadurch wird das shirt doch nicht glatt oder?

  6. buchstaeblich Says:

    Nein, das Wäschestück sollte schon durch ausgefeilte Aufhäng- oder Bügeltechnik glatt sein. Aber die Falten, die ich mir immer beim Falten einfing und durch das Quetschen in die Schublade schön haltbar gemacht habe, die sind Vergangenheit. Genau wie der Platzmangel durch zu fluffig Gefaltetes, und das Chaos durch verschiedenformatige Teile, die übereinander liegend durcheinander rutschten, ist auch vorbei.

  7. Doktor Peh Says:

    Haette Herr Buchstaeblich das Teil gekauft, koennten Sie jetzt stolz rumerzaehlen, dass bei Ihnen zuhause Brett Pitt ist!

  8. buchstaeblich Says:

    Ich erzähle gern stolz herum, dass Gatte bei mir zu Hause ist. Brett Pitt wäre doch kein Grund, stolz davon zu erzählen.
    Aber ich füge stolz hinzu, dass Gatte sich gern das Faltbrett krallt, weil er auch gern so schöne Stapel in der Schublade haben möchte. Simple, aber effiziente Lösungen faszinieren uns beide.

  9. april Says:

    Och, ich will auch so ein Kledage-Dingsbumms. Es liest sich so, als ob man dann nicht mehr bügeln müsste. Wie wäre es mit einem Foto? Oder geht das auch mit Pappe?

  10. buchstaeblich Says:

    April,
    5 Kommentare weiter oben habe ich einen Link auf ein Bildchen eingefügt – bügeln muss man manches immer noch, aber es lohnt nun wenigstens.

  11. Katharina Says:

    Kann man das 3jährigen beibringen?
    Dann kauf ich eins.

  12. weltdeswissens Says:

    Ich hab so ein Ding aus, kann aber immer noch prima Klamottenhaufen produzieren. Sind Sie jetzt neidisch 😀 ?

  13. ehefrau Says:

    ja, also ich fürchte auch, das ding sortiert keine haufen von schwarz-schwarzen socken und auch keine handtücker 😉
    t-shirts und sowas häng ich eh auf bügel.

  14. buchstaeblich Says:

    Katharina,
    bei unter 3 € Einsatz ist es kein großes Risiko, das auszuprobieren. Wir würden übrigens gern hören, ob ich mit meiner Vermutung richtig liege, dass Dreijährige das Ding zu bedienen lernen können.

    WdW:
    Streberin!

  15. weltdeswissens Says:

    Ich steh dazu, liebste Friederike 😀

  16. the rufus Says:

    Wenn’s hingegen schnell gehen soll das Falten, dann musst die „andere“ Methode (http://haha.nu/interesting/fold-a-t-shirt/) verwenden – dann gibt es auch nichts mehr zu hassen 😆

  17. Doktor Peh Says:

    Faltbrett klingt fast wie Fallbeil.

    Bilden Sie am Besten Gatten zum Schnellfalter aus, dann erledigt sich die Hausarbeit fuer Sie in kuerzester Zeit!

  18. joulupukki Says:

    Oh geil! Den Trick aus Rufus Vid haben wir jetzt im Büro die letzte halbe Stunde alle geübt. Es klappt! Jetzt müssen wir uns bloß noch überlegen, unter welcher Tätigkeit wir das in der Stundenliste eintragen … Any ideas?

  19. kalesco Says:

    joulupukki: mal davon abgesehen, dass rufus mit dem video eine halbe Stunde Arbeitszeit vernichtet hat bei euch in der Firma… Aber wie darf man sich das vorstellen?
    Habt ihr euch im Büro die T-Shirts ausgezogen und damit geübt? (videos, ich will videos 😉 ) oder habt ihr Ersatzklamotten in den Aktenschränken?

    Als Tätigkeit würde ich „Recherche zum effizienten Arbeitsvorgang“ vorschlagen.

  20. buchstaeblich Says:

    Der Falttrick hat den Haken, dass meine unegale Linkspfote neurologisch außerstande ist, diesen Trick zu erlernen – das ist so unmöglich wie Topflappenhäkeln. Außerdem sind meine Leibchen alle schon gefaltet und ich mache mich doch in meinem Blog nicht nackich – ich will ja nicht meine paar Leser vergraulen!

  21. joulupukki Says:

    Ja-haa, kalesco, das wüßtest du jetzt gern! Na gut – bei uns mussten die Herren Kollegen herhalten, da wurde nicht lang gefackelt ^^

  22. kalesco Says:

    Ja, wenn es denn Herren waren… dann umso mehr: Videos bitte! 😀

  23. Elphaba Says:

    Wenn Wäschefächer das Überquellen üben hat Frau zuviele Klamotten muss ich mir immer sagen lassen *g*. Dabei bin ich ein ganz bescheidener Mensch

  24. carluv Says:

    Ein wirklich drängendes Problem sind die schlecht gefalteten Kleidungsstücke. Gut daran ist, wer im Grundwehrdienst die unverzichtbare Fertigkeit erwerben durfte, jedes Kleidungsstück auf A4-Format zu falten. Da hat man wirklich etwas für das Leben gelernt, und nicht nur für den Spieß.
    Wichtig beim Falten ist, zur rechten Tageszeit zu falten, in Übereinstimmung mit der eigenen biologischen Uhr: Manche Menschen sind Tagfalter, andere Nachtfalter. Zur Unzeit gefaltet, fällt die Faltung faltig aus.

  25. Elphaba Says:

    Grundsätzlich: Nur bei Vollmond falten! Der Mond hat da enorme Wirkung, er zieht die Restfeuchtigkeit aus der Kleidung (Mond und Wasser!) und die Kleidung bleibt faltenfrei! Bei abnehmendem Mond hingegen kann es nur schiefgehen mit der Falterei, Nachtfalter sind grundsätzlich besser dran als Tagfalter.

  26. carluv Says:

    Das ist gut, dass mal jemand auf die naturbedingte Benachteiligung der Tagfalter aufmerksam macht. Geschätzte Millionen Ehen sind an schlechter Faltung gescheitert, und eigentlich hätte man nur in den Mond gucken sollen. In jeder Familie sollte es einen Nachtfalter geben, damit die Wäsche glatt geht.

  27. Elphaba Says:

    Grundsatz Nummer 1: Nur alle 4 Wochen bei Vollmond waschen! (Zwecks Geruchsbelätigung die Wäsche vielleicht wegschließen….

  28. buchstaeblich Says:

    Ich dachte, man solle nur bei Tag- und Nachtgleiche waschen.

  29. Doktor Pé Says:

    Waschen? Was ist das? Reicht auf einmal das gute, alte Ausklopfen nicht mehr?

  30. Elphaba Says:

    @buchstäblich: Das ist natürlich jetzt das Argument für einen Einkaufsbummel und den Mann durch sämtliche Geschäfte zu schleifen :-D.

  31. entegutallesgut Says:

    Interessant, dass sich so ein Faltdingens überhaupt verkaufen kann. Ich habe mir immer gedacht, das ist so unnötig, wie ein „Dotter-Eiweiß-Trenndingsda“.
    Faltet das auch frisch gebügelte Herrenhemden, oder nur Labber-T-Shirts?

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