Elke lebt jetzt in Scheidung


Die Spatzen sind heiser, weil alle es schon vom Dach gepfiffen haben, dass das ZDF die Scheidung eingereicht hat, was die Beziehung von Heidenreichs Elke anging, soviel zum Thema „Lesen!“

Die beste Zusammenfassung, die ich heute hierzu gelesen habe, hat schon wieder Petra van Cronenburg geliefert, alle wichtigen Links dazu finden sich bei ihr – außerdem ist es schon spät, meine Finger sind müde.

Obwohl ich ja eigentlich finde, dass es nicht das ZDF war, das die Scheidung eingereicht hat: „Bitte schön, dann wirf mich doch raus, pöh, ich kann dich sowieso nicht mehr leiden, ha! Und überhaupt bist Du peinlich!“.

Ist das nicht die Botschaft des ersten FAZ-Artikels von Frau Heidenreich? Die sich schämte, für das ZDF zu arbeiten? Wer öffentlich posaunt, er schäme sich für seinen Arbeitgeber, der darf nicht damit rechnen, seinen Platz zu behalten – egal, bei welchem Arbeitgeber. Der Arbeitgeber, der das durchgehen ließe, wäre ein schlimmeres Weichei als ein Sender, der in Angststarre verfällt vor den hundert Leuten in diesem Kuhkaff, die angeblich Deutschland repräsentieren und was für Knöpfe die angeblich drücken. Aber beim Nachtreten dann auch noch die Neulackierung des Stuhls und neue Sitzkissen zu verlangen, hilft dann auch nicht.

Liebe Kommentatoren mit den juckenden Fingern:

Doch, ich fand es ungemein richtig, dass Frau Heidenreich Kritik übt. Das Wie ist eine andere Sache! Als erfahrende (<- Das d war eigentlich ein Tippfehler, bleibt jetzt aber wegen Mehrdeutigkeit stehen!) Medien-Frau hätte sie das wissen müssen. Ist hier Stratmanns Else aus der Verdrängungsschublade gehüpft? Dann hätte man aber Satire dranschreiben müssen, wo Satire drin ist. Das weiß ja sogar ich Katzenbloggerin: Schreib „Satire“ daneben, dann kannst Du fast alles sagen, wie und was Du willst, man wird dir fast immer verzeihen.

Außerdem gehen hier zwei Zielgruppen in verschiedene Richtungen: Die da draußen, die das Fernsehen ZDF-Programm schon lange beklagen, und denen aus der Seele gesprochen wird, was immer gut tut. Klar ist das schön, wenn in der Zeitung steht, was man selber schon seit 20 Jahren beim Zähneputzen seinem Spiegel erzählt! Der Brötchengeber muss das aber anders sehen, weil: Ist ja logisch! In meiner lange zurückliegenden Jugend nannte man das Loyalität: Wennze Aaschloch für dein‘ Scheff sachs, bisse am Aasch, verdorri!

Aber hat sie das wirklich nicht gewusst, die Frau Heidenreich? Soll ich glauben, dass sie, die sonst so klug ist und wahrscheinlich dreistellige Anzahlen von Büchern mit ähnlichem Handlungsstrang gelesen hat, das nicht wusste?

Sie war doch schon so lange unzufrieden mit der Sendezeit, wo sich nichts tat, und allem …

Und wo doch der Name jetzt so hoch in den medialen Wahrnehmungsquoten ist: Was passiert in so einem Moment mit dem Marktwert eines Promi? Ich weiß das nicht, ich bin keiner, deshalb frage ich ja.

Und wo jetzt schon Unterschriftenlisten unter offene Briefe ans ZDF gepackt werden, da laufen doch sicher schon irgendwo Telefone heiß um die Frage, ob Deutschlands Bücher-Ikone nicht in eigenen Reihen einen Ehrenplatz besetzen könnte? Ich weiß es nicht. Ich frage mich das.

Beim ZDF läuft jetzt wahrscheinlich eine Runde Quartett. Nicht Literarisches! Aber die Pokerregeln sind kompliziert, und man kann auch um etwas spielen, ohne dass das schwierig ist.

Am Ende der elefantösen Runde wissen wir dann, ob Reich-Ranicki, der ja mit dem ZDF wieder ganz doll lieb ist, den Sendeplatz kriegt. Oder ob vielleicht doch lieber die nette Dame von „Volle Kanne“ endlich ins Abendprogramm wechseln darf (die hat ja morgens immer so dicke Augen, da hat man als Frau Mitgefühl!) und endlich eine eigene Sendung bekommt: „Bilderbücher kucken!“. Mit einer eigenen Gesundheitslektürerubrik „Klostermelisse und Co.“ mit Hademar Bankhofer.

An der Sache mit den verschwindenden i im Internet und der Frage, inwieweit Frau Heidenreich und Herr Reich-Ranicki darin verstrickt sind, bleibe ich natürlich dran. Erste Verdachtsmomente bestehen, ob sich diese erhärten – man wird sehen! Es bleibt spannend.

Übrigens fällt dieser Artikel eindeutig in die Rubrik „Senf on demand“ und wurde bei mir schriftlich beantragt von Sevenjobs.

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6 Antworten to “Elke lebt jetzt in Scheidung”

  1. Petra Says:

    Mir fällt auf, dass auch der MRR reichlich „i“ im Namen hat!
    Apropos Marktwert: Der dürfte natürlich steigen, Quote ist alles. Arbeitslos wird die Frau nicht, außerdem arbeitet sie ja als Autorin und Herausgeberin. Mich würde nicht wundern, wenn die Konkurrenz sagt: Hey, wir machen jetzt Lesen mit mehr Sendezeit und viel besser. Wo ist das nächste Wettbüro?

  2. buchstaeblich Says:

    Bei der Wette gehe ich mit und lege obendrauf, dass bald ein Enthüllungsbuch erscheint – also, eines von Frau Heldenrelch.

    Dabei wäre mein Enthüllungsbuch über die Machenschaften um MRR und das Veschwinden des i im Internet viel lustiger.

  3. matschwittchen Says:

    bin schon gespannt auf welchem Sendeplatz Elke in drei Wochen aufschlägt. Direkt nach Switch bei den Ufös fände ich passend. Wegen des Direktvergleichs, mein ich. Nur darum.
    Und das literarische ZDF wird von Marcel revolutioniert. Gemeinsam mit der pädagogisch-wertvollen Carmen. So könnten doch literarische Werke volkstümlich vermatscht werden, für jedermann verständlich vorgetragen und vertont durch Andrea Berg. Oder so. Es bleibt spannend, in der Tat.

  4. buchstaeblich Says:

    Wir bekommen wohl noch richtig Spaß! Und Blogthemen.

  5. Tol(l)ette-Syndrom: Erste Ermittlungen « Buchstaeblich seltsam! Says:

    […] Buchstaeblich seltsam! Man macht sich ja so seine Gedanken, ne? « Elke lebt jetzt in Scheidung […]

  6. pjebsen Says:

    @buchstaeblich, re: >> Aber hat sie das wirklich nicht gewusst, die Frau Heidenreich? <<

    Ich glaube, im Fall des sonntäglichen FAZ-Artikels hat ihre Eitelkeit über das Wissen gesiegt.

    Genau wie zwei Tage nach dem FAZ-Artikel. Am betreffenden Sonntag waren Elke Heidenreich Auftritte bei Fernsehpreisen noch „tief zuwider“, am Dienstag nahm sie einen an. Wie ich sozial schnatterte: Konsequent geht anders.

    Satirisch gemeint waren ihre Ausführungen mit Sicherheit nicht, dafür schreibt dat Elke nicht gut genug.

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