Der Nächste, bitte!


Nachdem im schönen Bayern gestern schon Erwin Huber zurückgetreten worden ist, wir erinnern uns: Hubi goes Horsti, treten wir heute ein in die nächste Runde im Poker um die weiß-blaue Allmacht:

Günni goes auch Horsti!

Das war jetzt aber auch lange genug, dass die Oberbayern sich von einem Franken und einem Dingolfinger etwas haben sagen lassen müssen: So geht das doch nicht! Jedenfalls nicht auf Dauer. Immerhin heißen die Oberbayern ja nicht umsonst Ober-Bayern. Die anderen Bayern sind nun einmal Unter-Bayern, und was wollen die, bitteschön, oben?

Also wurde auch der Beckstein-Günter zurückgetreten.

Aber der Beckstein und der Huber haben ja schließlich angefangen. Also, mit dem Treten. Denn wenn seinerzeit schon politische Affären nicht in ausreichendem Maße zur Verfügung standen, um nach dem Austreten-Gehen Abtreten vom Stoiber-Edmund das vorige Antreten der Nachfolge in die Rolle des Problembären zu punkten, nahm man seinerzeit Affären anderer Couleur zur Hand, um den Seehofer, diesen jungen Spund, vom Kaiserthron fernzuhalten.

In Bayern lässt man nun einmal den Älteren den Vortritt, hier hat man noch Benimm und notfalls die 10 Gebote, die den „Reschpekt vor dene Alt’n“, oder wie das heißt, da kann ja nicht einer kommen, der ganze vier Jahre jünger ist, nicht wahr? Soweit zum Thema Interimsregierung, aber das war es dann jetzt.

Nun hat es den Oberbayern am letzten Sonntag aber gereicht, mit der Folge dass zurückgetreten wird. So kommt nun im deutschen Gottesstaat Bundesland Bayern die Welt wieder in Ordnung, zumindest für den oberbayerischen CSU-Stammwähler, der letzten Sonntag dann doch lieber einen Auflug ins Grüne gemacht hat – bei dem schönen Wetter! Der hat jetzt, und sei es um den Preis der geteilten Macht, wieder das Gefühl, dass da „einer von uns“ regiert, und das ist ja die Hauptsache:

Oberbayern regiert über die Untertanen-Bayern.

Und das Rufen nach einem Generationenwechsel wird auch, gaaaanz bestimmt, verstummen: Seehofer ist der Jüngere, Horsti I. kann gekrönt werden.

Wir werden nun sehen, wie es weitergeht im Pöstchenpoker und wer mit wem in der bayrischen Landesregierung oder hinter verschlossenen Türen, egal zu welcher Art von Räumen diese gehören, nun was anstellt. Vieles davon werden wir natürlich – wie üblich – nicht sehen. Aber irgendwann wird es wieder Befindlichkeiten geben, und dann wird mit Sicherheit wieder jemand da sein, der die Verhältnisse von innerhalb der CSU auch nach außen trägt, um zu paulisieren polarisieren, und mal sehen, wer dann davon profitiert.

Ob auch Bayern davon profitieren wird? Wer will denn sowas wissen?!

Um dauerhaft mit der weiß-blauen Fahne in der einen und der schwarzen Fahne in der anderen Hand vorneweg marschieren zu können, wird die CSU aber nicht umhin kommen, künftig ein wenig (oberbayerischen?) Nachwuchs zu protegieren, wenn sie nicht irgendwann allesamt im Starnberger See ersaufen wollen.

Wie ich gestern schon in einem Kommentar absenfte:

Das ist wie wenn man mit nur einem Schlüpper in den Urlaub fährt: Dat geht inne Buxe, da kommsse inne Bredullje.

Gut, dass eine Westfälin die Letzte ist, auf die die Bayern hören würden.

Hierzu auch lesenswert:

Carluv und das Perlenschwein, sowie der Jantarblog und natürlich Roman Möller.

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5 Antworten to “Der Nächste, bitte!”

  1. Michi Says:

    Aber nee… nun könnt ihr da in Bayern doch nicht den Seehofer nehmen. Der hat doch ein Verhältnis gehabt mit so einer…. also ehrlich. Das geht wirklich nicht.

  2. buchstaeblich Says:

    Nicht sofort, aber hier werden jetzt die drei anderen Kandidaten so schlecht geredet, dass am Ende nur noch der Horsti übrig bleibt. Außerdem weiß der ja Sachen, also, der hat so Asse im Ärmel, und wenn er die rausholt … und davor fürchten sich Andere.

  3. Silencer Says:

    Mein Tip: Goppel wird der nächste Landesvater. Der kann so schön kobeln. Und Horst, das Schmuddelkind, darf ja nicht alles machen.

  4. St. Seehofer goes marching on « Buchstaeblich seltsam! Says:

    […] verschwenden sollen? Nachdem Herr Huber von seinem Amt zurückgetreten worden war und auch Herr Beckstein dem schon gruselig anmutenden feisten Grinsen des Bundesverbraucherhorstis gewichen worden war, der […]

  5. buchstaeblich Says:

    Michi,
    nicht „wir hier“ in Bayern haben den Seehofer genommen – das ist ein Spiel der CSU, hier gibt es noch ein paar Nicht-CSUler. Inner-CSUisch: Der Seehofer hat das Amt genommen, nicht umgekehrt.

    Silencer,
    das mit dem Kobeln wird nun nichts. War aber auch klar. Hier in Bayern wird gerne einmal der Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben.

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