Melamilch macht kleine Nieren steinig


Dass ich es mit China und den dortigen Zuständen nicht so sehr habe, ist ja nichts Neues.

Natürlich habe ich Vorurteile. Deshalb esse ich nicht beim „Chinesen“ und kaufe nicht in asiatischen Supermärkten!

Nein: Ich habe keine Angst vor Hunden und Ratten, liebe Vorschnelldenker.

Aber in der chinesischen Küche wimmelt es von Soja, und davon kriege ich Flitzekacke, dass das Wort Sprühwurst eine völlig neue Bedeutung bekommt. Außerdem ist Bayern dank des Föhns eine ohnehin leicht kopfwehlastige Gegend, da muss ich nicht auch noch mit Glutamat nachhelfen, meinen Kopfschmerztablettenkonsum ins Unermessliche zu steigern.

Dann kommt noch dazu, dass hier und da berichtet wird, wie man in China mit der Umwelt, also dem Boden, dem Wasser, der Luft umgeht, dass z. B. ganze Flüsse kaum noch Wasser, aber dafür jede Menge Chemie enthalten. Ey, wenn ich Lust auf eine Schwermetallvergiftung habe, dann besuche ich Tante Friedchen und lutsche ihr die Bleischnur aus der Tüllgardine!

Aber mir kommt dermaßen das Grausen, wenn ich solche Nachrichten mitbekomme, dass es mir beim Anblick aus China importierter Lebensmittel schlicht die Magenwände mandelwärts krempelt – ich kann sowas nicht essen! Und ich glaube einfach nicht, dass es da drüben so ein Biotop unter Glas gibt, wo klare Luft und sauberes Wasser herrschen, und wo im Boden nichts als Regenwürmer sich tummeln, und dass dort all die Lebensmittel angebaut werden, die dann den Weg nach good old Germany nehmen.

Selbst wenn das so wäre, fände ich es aber so dermaßen unfair gegenüber dem chinesischen Ottonormalbürger, dass mir dann schon erst recht der Appetit vergehen würde.

Wie gut, dass es hierzulande auch jede Menge leckeres Zeugs gibt, aus dem man Rezepte aus aller Welt zubereiten kann. Es muss nicht immer Bio sein, aber im Dunkeln leuchten muss es deswegen noch lange nicht.

Wo wir grad von Landwirtschaft und Verbraucherschutz reden: Kann ich den Herrn Seehofer leiden? Och, äh … nicht soooo sehr, aber der hat ja schon mindestens eine Frau, doch ich hätte ihn vorhin durch die Mattscheibe knuddeln können, als er nicht nur unterstrich, was ich ja ohnehin wusste, nämlich dass Deutschland sowieso keine China-Milch einführen darf, weil das sowieso schon lange aus Prinzip verboten ist. Manchmal liebe ich Verbote, habe ich das je erwähnt? Die sind mitunter fast so schön wie Vorschriften. Obendrein soll aber noch mal verschärft kontrolliert werden, dass das Verbot auch eingehalten wird – das will ich aber auch schwer gehofft haben!

Damit hier nicht unsere naja, die meiner Mitbürger, aber ich bin solidarisch ohnehin knapp vorhandenen Kinder einen – möglicherweise sogar letalen – Nierenschaden bekommen durch melaminverseuchte Milch.

Warum kriege ich eigentlich immer so böse Gedanken, wenn es zu China kommt? Andererseits ist es nicht meine Schuld, wenn – wo immer der Name China fällt – auch gleich Umweltprobleme und Überbevölkerung mit in die Waagschale geworfen werden. Oh, oh, die nächsten Gedanken behalte ich besser für mich.

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6 Antworten to “Melamilch macht kleine Nieren steinig”

  1. Barby Says:

    Die Chinesen sehen immer so glatt, jung und faltenfrei aus. Liegts am
    Melamin oder Tai chi? Wer weiß es?

  2. nedganzbachert Says:

    @Barby: Welche hast Du gesehen? Die Reisbauern, die Zwangsarbeiter oder waren es die politischen Gefangenen?
    Ach ne‘! Jetzt weiß ich was Du meinst, die zwölfjährigen Gewichtheberinnen! 😀

  3. buchstaeblich Says:

    Die Chinesen aus der Ricola-Werbung haben jedenfalls Falten. Aber ich weiß nicht, ob das von den Bonbons kommt.

  4. Michi Says:

    Kann das gut nachvollziehen. Ich hab viel gegen China. Würd da komischerweise auch nie hinwollen.

  5. buchstaeblich Says:

    Es gibt genügend nette Plätze auf der Welt, überall muss ich nicht gewesen sein.

  6. Barby Says:

    Mal sehen, was der nächste Urologen-Kongreß so bringt.

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