Männer machen Häufchen


Heute stieß ich surfend auf den Blog „Aff yer heid !!!“ und fand auch gleich einen sehr hübschen, inspirierenden Beitrag zum Thema „Beziehung und Lokuspapierpapprolle“.

Deshalb möchte ich kurz zu dieser Problematik, die mir nicht völlig unbekannt ist, Stellung nehmen.

Nicht, dass mein mir Angetrauter da je schwierig gewesen wäre, i wo! Aber ich bin ja auch ncht als Jungfrau in die Ehe gestolpert, nicht wahr? Da kann jetzt also sonstwer gemeint sein.

Was das natürliche Papprollenertragungsquantum auf dem heimischen Lokus angeht, sind Männer ein wenig anders als Frauen:

14 Tage Rollensammeln sind für das Erreichen eines kritischen Stadiums des Geduldsfadens von Durchschnittsmännern viel zu kurz, sagt mein Erfahrungswert.
Im Rahmen einer Feldstudie zu reinen Forschungszwecken habe ich einst einen Papprollenberg auf 37 Exemplare anwachsen lassen, und als die ersten Fragen kamen, warum es so dunkel ist im Klo (die winzige Fensterbank ließ keinen breiten Stapel zu, nur einen hohen), täuschte ich Unwissen vor. Bald stürzte der Stapel herunter, aber da ich ja soooo schlecht sehe, habe ich es leiiiiiider nicht bemerkt.
Als es dann losging mit drüberstolpern und hinfallen, da kam dann auch die Erinnerung daran, dass in der Küche ein Altpapierbehälter stand … Geht doch!

Übrigens funktioniert die Methode auch mit (getragenen) Sockenstapeln, die man tagsüber bis zur Heimkehr des Goldigen elegant unter einer Sofadecke verschwinden lässt, dann müffelt es auch nicht so auf dem Sofa, sowie mit Bücherstapeln neben dem Bett – letztere schichtet man, egal wie groß, täglich aufs Männerkissen: Irgendwann wird es zu anstrengend, sie immer wieder auf den Boden zurückzustapeln und sie verschwinden dann doch im Bücherschrank.

Männer sind lernfähig, Frauen sollten sich nur daran gewöhnen, sie dort abzuholen, wo sie stehen.

In der Regel stehen sie aber hinter viel größeren Sammelhäufchen als Frau ahnt, weshalb letztere dann leicht die Geduld zu verlieren geneigt ist. Das ist aber leider kontraproduktiv.

Wenn Männer kleine Häufchen nicht sehen, muss frau die Häufchen einfach wachsen lassen, bis sie groß genug sind für männliche Wahrnehmung.

Also nicht motzend und grummelnd das Zeug doch noch wegräumen, sondern liegenlassen, liegenlassen, liegenlassen!

Ist der Berg groß und hinderlich genug, wird er schon in Bewegung geraten und dem Goldigen vor die Füße knallen. Gerät der Goldige in Bewegung und schafft den Haufen weg, hinterher schön loben und bedanken. Und wenn ein Lieblingsgericht winkt, wird die Wahrnehmungsschwelle für Häufchen sowie das Häufchen stets niedriger.

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27 Antworten to “Männer machen Häufchen”

  1. Kingsizefairy Says:

    *ggg*

    Klappt das auch mit Teenagern, weiblich? Scheinen mir nämlich noch sehgestörter zu sein. Und da kommt dann noch der Hörschaden hinzu

  2. buchstaeblich Says:

    Es lohnt den Versuch.
    Wobei Dinge, die in der Wohnung an wirklich störenden Orten liegen bleiben, strategisch günstig vor der Tür des Teenager-Zimmers aufgehäuft werden sollten. Aber so, dass der Haufen schnell nach oben wächst und rasch umkippt.
    Hormonelle Hörschäden reparieren sich übrigens mitunter auffallend schnell, wenn man den Ohren nur sehr wenige Geräusche und diese wiederum nur sehr leise zukommen lässt.
    Dinge, die sie unbedingt hören sollten, sollte man so äußern, als wolle man sie vor ihnen verbergen – nichts lieben Hormonbomben mehr als „Geheimnisse“.
    😉

  3. Schildmaid Says:

    Weiser Rat und Lebenshilfe, Danke Frau Buchstæblich! 😀

    Obwohl ich zugeben muss, dass die Tochter äusserst häufchenmerkresistent ist. Ihr ist es völlig egal, wie ihre Rumpelbude aussieht. Ich hoffe auf die Zeit: Wenn der erste Freund eingeladen wird, wird es ihr hoffentlich peinlich sein, solch eine Unordnung präsentieren zu müssen.

  4. Budenzauberin Says:

    Diese Chaos-Praktiken hat meine 16jährige (so ca. seit 10 Jahren in der Pubertät, ca. 10 folgen noch) zum Glück nicht – wahrscheinlich hat sie eine Menge vom „Budenzauberei“-Gen abbekommen. *aufatme*
    Aber bei meinem fast 21jährigen…nun…*tief_luft_hol*…*räucherstäbchen_anzünd*…*das_nicht_aufregen_mantra_runterleier*…also, ich habe es geschafft, (ihn) loszulassen. Soll er doch in seiner Bude machen, was er will. Mir doch egal, ob er eine Unterhose 2 Wochen lang trägt. Ph. Nur wenn hier oben kein Müslischälchen mehr im Schrank und auch nicht in der Spülmaschine ist, dann wird es mal wieder Zeit für ein Machtwort.
    *haferkekse_backen_geh*

    (Sie haben aber recht mit Ihren Tips da oben, die sind gut!)

  5. buchstaeblich Says:

    Schildmaid,
    eine subtile Botschaft ist übrigens auch, wenn man neben dem Matterhorn-Häufchen vor der Hormonbombenzimmertür dezent ein Trittleiterchen an die Wand lehnt. Kindleins Zimmer ist natürlich tabu, es sei denn, man hat hier und da ein wenig Verpackungsmüll übrig, den man dezent unter die auf dem Boden liegenden Kledagen, CDs und Zeugs mischen kann, während Kindlein auf Jück ist.
    😆

    Budenzauberin,
    Müslischüsselchen verwahrt man ja auch im häuslichen Tresor.
    Und man bekommt von der Hüterin der Safekombination nur dann ein neues, wenn man das vorherige gespült abliefert.
    😎

  6. sv Says:

    Angeblich soll die gute alte Konditionierung helfen, welchselbige (pardon) Haustiere zu „guten Mitbewohnern“ erzieht. Nach dem Motto: Erwünschtes Verhalten belohnen, unerwünschtes ignorieren. 😉

  7. sv Says:

    Ach, das hast ja auch ge- btw. beschrieben … mann mann, ich habmanchmal echt n Knick in der Pupille =%-)

  8. buchstaeblich Says:

    Doch, ja. Man sollte Mitmenschen zwar nicht „abrichten“, aber wenn man ihnen zu verstehen gibt, was sie ganz toll machen, bis dass es einen so sehr freut, dass man ihnen eine Freude zurückmachen möchte, ist das schon nicht ganz schlecht fürs Miteinander.

  9. sevenjobs Says:

    Schön wär´s, wenn man diese Gelassenheit an den Tag legen könnte: KANN ICH ABER NICHT!

  10. buchstaeblich Says:

    Das erfordert auch ein intensives Training. Aber bei jedem Klorollen- oder Sockenhäufchen schafft man es ein wenig länger, nur Mut!
    Ich habe meine Strategie auch nicht am selben Tag entwickelt und realisiert.
    Da aber Frauen letztendlich sowieso über eine größere Langmut verfügen als Männer/Kinder, kann man sie umkanalisieren: Statt geduldig hinterher zu räumen, schafft man es irgendwann, geduldig liegen zu lassen.

    Beginne mit kleinen Schritten – stundenweise, oder so.
    Hilfsweise kann man sich vom Anblick ablenken mit Arbeit, Lesen, Fernsehen, Computerspielen, Bloggen …

  11. ruediger Says:

    ich fühle mich nicht angesprochen, da ich eine Haufenallergie mein eigen nennen darf. Jetzt nur kein Neid, es gibt noch mehr von uns, man muss nur locken. Nur soviel, put-put-put ist nicht geeignet uns dauerhaft aus der Höhle zu holen.

    Die beste Tochter wurde der väterlichen Haufenbildung dann doch irgendwann überdrüssig, als zur Verschönerung ein halb verzehrter Quarkbecher die Spitze zierte. Leider so ungeschickt, dass er umkippte. Nun ja, man soll ja aus allem was Gutes nehmen, es sah aus wie ein Gipfel unter Schnee. Mir hat es dann gefallen.

    Sie indes konnte meiner Begeisterung nicht wirklich folgen, doch das war mir wurscht. Der Zimmerservice räumt das ja weg, oder auch nicht. …Väter sind grausam, aber können wunderschöne Miniberge bauen.

  12. buchstaeblich Says:

    Ich sag‘ doch: Männer sind lernfähig!

  13. Ecki Says:

    Ach wegen den Papprollen…..Bei uns werden auf dem Lokus die Papprollen immer zu einem Turm aufgebaut lol besser gesagt hat da meine Tochter (5) mit angefangen. Nach zwei Meter Papprollen aufgestapelt regt sich dann so langsam meine Frau auf und wir fangen von vorne an. lol

  14. buchstaeblich Says:

    Regt sie sich auf, und Ihr räumt es weg, oder soll ich deiner Frau noch ein paar Tipps geben?

    Tipp an dich und Tochter: Aus so Papprollen kann man total tolle Sachen bauen!
    Z. B. eine Riesenschlange für unter die Decke vom Tochterzimmer: Rollen schon bunt malen, auffädeln auf Paketschnur, eine Rolle wird als Kopf gebaut, und aufhängen.
    Cool, ne?

  15. ruediger Says:

    Das Männer nicht lernfähig sind, ist ein komplett falsch überlieferter Mythos, sowieso, eine Mär übelster Sorte.

  16. Nila Says:

    Loooool, habe ich mich amüsiert. Klasse geschrieben *Daumen hoch* Und so treffend. Klorollen, Socken und auch das Geschirr in der Küche staplen sich gerne mit männlicher Vorliebe. 😀
    Traurig ist, dass viele Teenager ihren Papa liebend gerne als Vorbild nehmen. Auch im Haufen bauen….. *motz*

  17. Frau W. Says:

    Ui, das gibt mir zu denken. Der häufchenresistente Part in der Beziehung bin ich, während der Herr W. jedem Staubkorn hinterherflitzt. Soll ich Ihnen mal was sagen, liebe Frau Buchstäblich?! Ich würde mir so sehr wünschen, dass dieser Mann einmal sein Zeug in die Ecke feuert und die Häufchen Häufchen sein lässt…

  18. buecherschreiben Says:

    Das habe ich schon oft versucht, aber ich gestehe, dass ich das Durchhaltevermögen nicht habe. Zeitschriften, Foto- und andere Taschen, jaaaaaaaa! – Socken!!!!!, undwasweissichnochalles… ich krieg dann doch den Frust und räum’s weg.

    Aber: *heldenhaft einschwör* ich werde es jetzt nochmal versuchen. Ihr Beitrag hat mich doch sehr motiviert 😀

  19. Kingsizefairy Says:

    Ich sehe schon, was die Rollenstapelei angeht, da muss ich dann nochmal die Taktik wechseln.
    Was die Hormonbombe angeht (hübscher Ausdruck übrigens), alle angegebenen Tipps habe ich schon durch. Bei meiner Ältesten hat es sich stellenweise bewährt, die Jünge ist vollkommen resistent. Man möchte sie auch stellenweise renitent nennen.
    Ich habe eine elende Geduld (man sollte es nicht für möglich halten), aber ich werde nocheinmal genauer prüfen, ob der Krabbelkäfer (was immer das war…) oder die Assel nun wirklich aus ihrem Zimmer kam oder nicht. Meiner Meinung nach ja.
    Das wiederum würde mich doch sehr in Versuchung führern, die Tabuzone mit Müllsäcken und Kampfgas zu betreten und einzugreifen.
    Ich mache mir nichts vor, dieses Kind ist einfach nur ein albtraumartiger Teenager. Schwein kann man sie nicht nennen, das wäre eine Beleidigung für das Schwein und die Würde des Schweins ist unantastbar.
    *Frau Kingsizefairy ist schwer am sicken*

  20. glumm Says:

    aber mein hund häufelt noch viel doller als ich.

  21. lakritze Says:

    Das Rollenspiel kenn ich auch. Bei uns ergab sich ein erster Durchbruch, als die Spielregel von „Stapeln“ zu „Ineinanderstecken“ geändert wurde. Jetzt strebt der Ehrgeiz nicht mehr nach möglichst hohen Türmen, sondern zu möglichst vielen ineinandergesteckten Rollen — und die sehen, juchu, dann doch nur aus wie eine. 🙂
    Bei anderen Gegenständen steigt die Wahrnehmungsschwelle proportional zur Höhe der Haufen, leider.

  22. Silencer Says:

    Männer sind lernfähig, Frauen sollten sich nur daran gewöhnen, sie dort abzuholen, wo sie stehen
    …um Sie dann ganz weit rauszurudern und dort auszusetzen, wo sie eben nicht mehr stehen können 😀

  23. buchstaeblich Says:

    Stimmt. Die Zeitungen sind voller Meldungen über Männer, die beim Versuch, ein Lokuspapprolle zu entsorgen, ertrunken sind.

  24. carluv Says:

    Mit Freude lese ich die Erfahrungsberichte auf dieser Seite. Gerade die Häufchen, das Geschirr, die Bastelartikel und, und, und. Ich bin nicht allein. Da meine geliebte Gattin dieses Blog auch liest, muss ich leider meinen eigenen Erfahrungsbericht sehr vorsichtig gestalten:
    Erstaunlich ist, dass die beiden Partner in einer Beziehung über gänzlich verschiedene Fähigkeiten des Häufchenübersehens verfügen. Die eigenen Häufchen sind unwesentlich und werden eher als Belebung einer sonst allzu steril wirkenden Wohnlandschaft empfunden. Aber die des/der Anderen: Grässlich! Riesig! Furchtbar! Mehr sage ich jetzt lieber nicht.

  25. buchstaeblich Says:

    Grüße aus der Hundewelt:
    Die Vierbeiner schnüffeln auch immer nur an den fremden Häufchen – die eigenen hat man selbst gemacht, die sind nicht so interessant.
    😉

  26. elphaba Says:

    *lach* Danke für die morgendlich Aufheiterung.
    Wie dass dan in baldiger ZUkunft mit einem Hormongesteuerten ADSler ablaufen wird? Nein ich wills eigentlich gar nicht wissen

  27. buchstaeblich Says:

    Aber wir alle hier freuen uns zu gegebener Zeit über Erfahrungsberichte!
    😉

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