Sail away …


heißt es bei Becks.

Ja, sicher, bei der Brauerei mit dem eingefügten Apostroph hieß es schon so, als Hans Hartz (das war ein Sänger, kein Arbeitslosengeldumtaufer!) noch müde Tauben über den Werbebildschirm vergrämt hat.

Doch nun segelt auch der Kurt hinfort.

War er schon die Tage „pissed-off level nine“, als der Müntefering zurück auf den Parteiplan trat, wurde seine Laune nicht besser, als die Medien Steinmeiers Frank-Walter auf den K-Plan schrieben.

Nun ist es passiert, der Steinmeier will wirklich gegen die Bundes-Anschela antreten.

Und nach diversen Querelen und Pressekonferenz-Verschiebungen ist es auch offiziell.

Kurti hat sich aber vorab böse an der Presse gerächt, weil die nämlich draußen vor der Tür stundenlang bei schlechtem Wetter herumstehen durfte, bis fertig intrigiert war und obendrein sind bei mehreren Sendern die Programmpläne durcheinander geraten: Ha!

An der SPD rächte er sich ebenfalls, denn nach eindringlichem Nachhaken (so stelle ich mir das jedenfalls vor!) hat er die diversen Winke mit dem Zaunpfahl: „Kurt, spiel‘ mal Volksbank: Mach den Weg frei!“ dann doch tatsächlich verstanden und sein beleidigtes Hemdzipfelchen in den Wind gehängt, weil sein Mäntelchen ja eh‘ schon dort war, und ist vom Parteichefsposten gesegelt.

Gedanken um eine Beschäftigung für Münteferings Franz brauchen wir uns nun auch alle nicht mehr machen, dann was sonst hätte Münte wohl machen sollen, als zu cheffen?

Da war der Kurti jetzt einfach über. Das ist wie bei der Reise nach Jerusalem: Wenn die Musik ausgeht, fällt einer vom Stuhl!

So richtig fair finde ich das nicht: Über einen so langen Zeitraum die SPD in Grund und Boden zu schwanken, und sich dann einfach wortlos verpissen dürfen, und andere sollen die Karre aus dem Dreck ziehen …

Na egal, ich nehme an, der Kurti wird nach Hause gehen, sich rasieren und etwas Ordentliches anziehen und dann findet sich schon wieder jemand, der ihm etwas zu tun gibt.

Na, denn: Prost, Kurti! Sail away, aber pass‘ auf, dass Du nicht über Bord gehst.

P.S.: Der hier freut sich auch! Und auch der ist höchst inspiriert! Und Dr. No hat auch eine eigene Meinung. Und Erhellendes gibt es hier.

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23 Antworten to “Sail away …”

  1. weltdeswissens Says:

    Apropos Stuhl: Ich nehme schon mal Paltz für die Gruppe 🙂

  2. Flyer Says:

    Selbst wenn andere den Karren aus dem Dreck ziehen müssen: Ich bin froh, daß dieser unsymphatische Unsymphat bald von der Bildfläche verschwindet. Hoffe ich jedenfalls!

  3. coffeecupz Says:

    steinmeier sollte sich wie der gute alte schröder die haare
    färben lassen …
    na ja
    endlich ist kurt beck
    weg

  4. sevenjobs Says:

    Na, wortlos ist er nicht gegangen und nicht ganz freiwillig. Aber was will er machen: der rote Schal steht ihm halt nicht bei dem HALS! 🙂

  5. Sunny Says:

    Das war doch mal wieder eine typische SPD-Zusammenkunft: Statt inhaltlich zu arbeiten, was man sich ja eigentlich vorgenommen hatte, pinkelt man sich gegenseitig ans Bein und tut hinterher erstaunt, ist verwundert und jammert eine Strophe ins Mikro …

    Steinmeier scheint etwas überfordert, Münte hat schon seinen Sattel unterm Arm und Beck geht nachhause ein bißchen weinen …

    … fehlt nur noch, daß im hannoverschen Reihenhaus die Brioni-Anzüge aufgebügelt werden …

  6. romanmoeller Says:

    Ich bin froh, das die SPD mit Steinmeier/Münte in den Wahlkampf zieht!

    Ich finde Beck nicht unbedingt unsympatisch – er hat nur alles falsch gemacht … und Steinmeier sollte sich die Haare nicht färben … das würde ihm negativ ausgelegt werden …

  7. SPD ist Regierung! « Roman Möller ONLINE Blog Says:

    […] offensichtlich die Freude darüber in der Blogosphäre doch ziemlich in Grenzen hält (lediglich ironische Abgesänge auf den zurückgetretenen Kurt Beck sind hier und da zu lesen), sage ich es einmal ganz deutlich: […]

  8. romanmoeller Says:

    Ha ha. Danke für den Link! Ich fühle mich geehrt.

    Worum es mir aber bei der Verlinkung deines Beitrages geht – ich lese (fast nur) Abgesänge auf Kurt Beck, aber keine Einschätzung über das Duo Steinmeier/Müntefering. Eine Stellungnahme von dir dazu würde mich interessieren. 😉

  9. weltdeswissens Says:

    Dass Kurt Beck einen Hals hat, halte ich für ein Gerücht, sevenjobs 😆

  10. buchstaeblich Says:

    Roman,
    dazu gibt es einen Extra-Beitrag. Ich vertröste aber auf morgen, da ich schon ein Helles hatte, und das fördert nicht gerade meine schreiberische/gedankliche Qualität.

  11. romanmoeller Says:

    Ich habe auch schon ein Pils getrunken! Die Lösung mit dem Extra-Beitrag ist optimal … ich warte gerne und gespannt! 😀

  12. weltdeswissens Says:

    Ich hingegen trinke Schöffendings Grapefruit und tippe trotzdem. Hups.

  13. buchstaeblich Says:

    Gutste,
    Sie sind ja auch hart im Nehmen. Und heldenhaft.

  14. weltdeswissens Says:

    Heldenhaft, sie hat mich heldenhaft genannt (schwebt).

  15. romanmoeller Says:

    Dabei ist es so gar nicht heldenhaft, Beck nur nach seiner Halslänge zu beurteilen. Das ist wie mit der Gesichtsform von Olli Kahn. Wir erinnern uns! 😉

  16. weltdeswissens Says:

    Wer sagt denn, dass ich nur nach der Halsform urteile? Ich urteile selbstredend nach der Gesamtform. Selbst bei Oliver Kahn.

  17. gargano Says:

    Typisch taz: „MÜNTE IS BECK“

    Der Neue ist ein Alter – und die alten Probleme der alten Dame SPD bleiben

  18. lakritze Says:

    Naja, ob das „neue“ Gesicht an der Spitze wirklich was ändern kann? Ich bleibe gespannt, was aus der SPD wird. Für die habe ich als Sechsjährige Wahlwerbung gemacht — würdich heute nicht mehr tun, auch ohne Beck.

  19. romanmoeller Says:

    Es läuft programmatisch sicher nicht alles rund – aber mit Steinmeier und Müntefering hat die Partei endlich auch mal wieder gleich zwei populäre Zugpferde.

  20. Dr. No Says:

    Vielleicht wird Beck ja demnächst Weinkönig in der Pfalz. Das wäre doch irgendwie so rein titelmäßig ein Aufstieg… und da wäre er unangefochten, wenigstens für ein Jahr. Ganz neue Erfahrung für ihn.

    @BuStä: Also bei mir steigt die schreiberische/gedankliche Qualität dramatisch, wenn ich mir Bier in den Kopp gieße.

  21. Kurti iacta est « Buchstaeblich seltsam! Says:

    […] möchte. Und weil er als weitgereister Außenminister ja töfte trainiert ist im Reisen, war das gestern bereits erwähnte Spiel “Reise nach Jerusalem” kein großes Ding für ihn – da wird der […]

  22. weltdeswissens Says:

    Dann gießen Sie mal, Dr. No 😉

  23. Blubb-blubb, Beck war er « Buchstaeblich seltsam! Says:

    […] Beck war er Politisches Fahrwasser, durfte Herr Beck am Wochenende erfahren, hat keine Radwege: Im Trüben gefischt […]

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