Deutsch


Der Dünenwanderer hat auf eine feine Seite aufmerksam gemacht, die mir bislang unbekannt war:

Club der Dudenschlampen e. V..

Finde ich gut.

Vielleicht könnte man eine gemeinsame Kampagne starten gegen die Unsitte, Sätze mit „Umso … umso …“ zu bilden, statt „Je … desto …“ zu benutzen und die Sprachdeppen im Fernsehen damit so lange ohrfeigen, bis sie Deutschlands Jugend nicht mehr mit diesem falschen Sprachgebrauch verblöden.

Das wäre meines Erachtens eine vernünftige Ergänzung zu anderen Kampagnen, die Kinder aus der PISA-Falle zu retten.

Advertisements

Schlagwörter: , , , , , ,

34 Antworten to “Deutsch”

  1. julial49 Says:

    Und „dass“ und „Standard“ gehören auch auf die Agenda! Jau!

  2. cimddwc Says:

    Ich finde das Julia rech’t hat!

    😉

  3. buchstaeblich Says:

    Dass Füssen im Allgäu liegt und nicht am Ende von Beinen, sollte in der Agenda auch erwähnt werden.

  4. sevenjobs Says:

    Genitiv: ich sage nur Genitiv!

  5. carluv Says:

    Gestern im Regionalsender gehört: „Die Polizei ermittelt nach dem Eigentümer.“

  6. buchstaeblich Says:

    Warum dürfen solche Sprachschwachmathen in die Medien hineinsalbadern?

  7. Schildmaid Says:

    Ich habe da noch die „weil“ Nebensätze anzubieten, deren Prädikat am Ende des Satzes steht, nicht mitten drin! Verdamm mich noch eins.

  8. buchstaeblich Says:

    Du meinst diese Murkser, die „weil“ sagen, wenn es „denn“ heißen müsste?
    Hach, wie gern nähme ich sie zum Frühstück – ohne Senf.

  9. Schildmaid Says:

    Nein, ich meine die Murkser, die ihr Frühstück mit Senf essen, weil das schmeckt ihnen so…
    Mir verknoten sich die Finger, wenn ich das nur schreiben muss, um es zu erklären.
    Die deutsche Grammatik hätte es gerne so: „Nein, ich meine die Murkser, die ihr Frühstück mit Senf essen, weil ihnen das so schmeckt.“
    Ich frage mich oft, was die Menschen so im Deutschunterricht gemacht haben. In der Nase gepopelt?
    Irgendjemand muss das irgendwann einmal falsch gesagt haben, irgendjemand fand das witzig und kultivierte es weiter. Inzwischen hat es so große Kreise gezogen, dass die falsche Version als „richtig“ erkannt wird. Traurig ist das.

  10. theleprompt Says:

    Aber was hat denn die (Nicht)verwendung veralteter Redensarten mit PISA zu tun?

  11. carluv Says:

    Die Murkser, die „weil“ mit Prädikat inmitten sagen, sagen das richtig, weil: Gesprochen ist das erlaubt. Die, wo das aber auch so schreiben, schreiben falsch.
    Zu den Schwachmathen in den Medien: Erstaunlich ist, dass die mittlerweile überwiegend studiert haben. Früher wurde man gleich nach dem Abitur Volontär, und dann war man Journalist. Heute studieren sie alle, am besten „auf Journalistik“. Es nützt nur nicht viel.
    „Verdamm mich noch eins!“ – ist das ein Zitat aus „Adams Äpfel“?

  12. buchstaeblich Says:

    Dann meinen wir ja doch dieselben Murkser:
    „Seine Hose passte ihm nicht mehr, denn er hatte in der letzten Zeit das Senf-Frühstücken etwas übertrieben.“

    Der Murkser hätte geschrieben:
    „Seine Hose passte ihm nicht mehr, weil er hatte in der letzten Zeit das Senf-Frühstücken etwas übertrieben.“

    Du und ich wissen natürlich, dass ihm seine Hose nicht mehr passte, weil er das Senf-Frühstücken in der letzten Zeit etwas übertrieben hatte.

  13. buchstaeblich Says:

    Carluv,
    ich finde nicht, dass es erlaubt gehört, das so zu sprechen – zumindest nicht im Fernsehen/Radio. Denn es fehlt eine Untertitelung, die da lautet: „Liebe Kinder, man darf das so sagen, aber schreiben darf man es nicht!“

  14. Schildmaid Says:

    @Carluv: Es handelt sich um einen meiner Lieblingsflüche. Sollte sich die Synchronisation meines Lieblingsfluches bedient haben, dann hat sie gut daran getan. Er flucht sich verdammt gut! 😀

    Die missgebildeten „weil“ Nebensätze mögen sich ja umgangssprachlich durchsetzen, korrekt oder „erlaubt“ sind sie dennoch nicht.

    Eigentlich habe ich heute gar keine Lust, soviel klug zu sch.ssen. Menno.

  15. carluv Says:

    Es gehört sich nicht, so zu sprechen. Aber verbieten? Geht das? Auch wenn man öffentlich spricht, ist es doch besser, zu sprechen, als ob man spräche, denn zu sprechen, als ob man schriebe. (Jetzt hätte ich beinahe „schrübe“ geschroben.)
    Das klänge im gegenteiligen Fall, erlaubt oder verboten, unter Umständen gekünstelt.
    Ein anständiger Mensch spricht natürlich nicht so, weil: Das klingt schlecht. Aber das macht es schwierig, weil: Die Geschmäcker sind eben verschieden.

  16. Schildmaid Says:

    Meiner Erfahrung nach ist es sinnvoll, korrekte Grammatik anzuwenden und sich deutlich zu artikulieren. Das hilft dann auch im schriftlichen Bereich ganz ungemein. 😉
    Und klingt alles andere als gekünstelt. 🙂

  17. buchstaeblich Says:

    Also, wenn ich dich jetzt anriefe, erzählte ich dir nicht, dass ich „umso dicker werde, umso mehr ich esse“, sondern: „Je mehr ich esse, desto dicker werde ich!“.
    Würdest Du diese meine Formulierung seltsam finden?

    Oder klingt es seltsam, wenn jemand sagt: „Ich möchte jetzt schlafen, weil ich müde bin“?

    Und nur, weil „umso/umso“ halt umgangssprachlich ist, weil immer mehr Kinder es im Fernsehen so hören und nachsabbeln, wird es davon ja nicht schöner.

  18. Silencer Says:

    Umso mehr ich hier lese, umso mehr tue ich mir Sorgen machen, weil das ist ja alles ganz gruselig-abgründig.

    Uh, ich kann nicht mal so schreiben wenn ich es will. An dem obigen Satz habe ich jetzt drei Minuten rumgewürgt, und der Jugend fällt diese Gabe einfach so zu. Genau wie Arroganz. Die ich mir noch hart erarbeiten musste.

  19. joulupukki Says:

    Pah! Das riecht mir hier ja nach übelsten Bildungsfaschismus! Ts … so stellt Euch doch bloß eine Welt voller Deutschpuristen vor!? Wo bleibt denn dann die willkommene Lästervorlage und das tägliche Amusement in der U-Bahn? Ne, ne… Nicht mal die nächtliche Duden-Masturbationsvorlage könnten dann noch erregend wirken!
    Grauenhafte Vorstellung!

  20. buchstaeblich Says:

    Das Schöne ist, dass diejenigen, die es betrifft, hier sowieso nicht nachlesen, und wenn, dann ignorieren sie es ohnehin, wir können hier also ganz frei vom Leder ziehen, ohne unsere künftige Spaßquelle zu gefährden.

    Deutschpurismus liegt mir sowieso fern, aber manchmal muss ich einfach janken über die Klöpse, die mir Pickel bereiten.

  21. weltdeswissens Says:

    Schildmaid: besser im Deutschunterricht popeln als beim Kochen (siehe Wortteufelchen).

    Ich hasse, hasse, HASSE das Norddeutsche „Ich erinnere das noch genau..“

    Ohrenkrebs macht das!!!

  22. joulupukki Says:

    Mein Lieblingsgswortgemurks stammt ja aus Elisabeth Spyras Alltagsgeschichten, Folge ‚Donauinsel‘, als sich 2 FKK Besucher in die Haare kriegen und der eine aufgebracht zum anderen meint „I glaub, Du missverstehst da was ned!

  23. lakritze Says:

    … als sich 2 FKK Besucher in die Haare kriegen …
    Was auch sonst. An den Kragen gehen können sie sich ja nicht. 🙂

    Seeehr schöner Link, Frau Buchstäblich!
    Schreibfähigkeit ist nun mal nicht jedem gegeben, aber es gibt genügend Menschen, die Sprachblödheiten aus dem öffentlichen Leseraum entfernen, gegen einen kleinen Unkostenbeitrag …

  24. Dr. No Says:

    @weltdeswissens: Als Norddeutscher versichere ich dir, dass auch wir Norddeutschen Leute hassen, die „ich erinnere das“ sagen. Das nur kurz zwischendurch, muss mich wieder meinem Senfbrötchen widmen.

  25. Ansku Says:

    Danke für den Tipp, das ist eine tolle Seite, genau das Richtige für mich, zum Lästern und sowieso. 😀

    (Ich finde „Ich kann das erinnern“ auch ganz schrecklich. Hört sich für mich absolut falsch an, ich zucke da jedesmal zusammen.)

  26. weltdeswissens Says:

    Senfbrötchen, Dr No??

    „ich erinnere das“ ist m.E. ein Aglizismus. Aber er ist nur regional verbreitet, Gottlob. Mich schaudert vor der Zeit, in der das deutschlandweit zu hören sein wird. Es wird wohl nicht mehr lange dauern. Für mich ist das ein Geräusch wie Fingernägel auf Schultafel (schüttelt sich).

  27. Dr. No Says:

    Hah! Anglizismus also: Britische Könige -> Verwandtschaft zum Haus Hannover -> Norddeutschland -> Ich erinnere das. War mein Studium doch zu etwas gut. Da steckt doch ein perfider Plan dahinter… demnächst, wenn „ich erinnere das“ die Welt oder zumindest den Rest von Teutonien erobert haben wird, schmuggeln die Briten bestimmt das angehängte „…ist es nicht?“ ein. O tempora, o mores.

    Ja, Senfbrötchen. 😉

  28. weltdeswissens Says:

    Dr. No, es scheint, Sie kennen sich mit perfiden Plänen aus.

    Ich erinnere das (sic ;)) „ist es nicht“ aus Asterix bei den Briten. Da fand ich es witzig.

    Noch etwas Milch in Ihr Heisses Wasser, Dr. No?

  29. buchstaeblich Says:

    Verwandtschaft zum Haus Hannover – ja, ja!
    Wer wild in der Gegend umherpullert, der sorgt auch dafür, dass die Welt „etwas erinnert“.

  30. Dr. No Says:

    @weltdeswissens: Aber nur ein Tröpfchen, bitte.
    @buchstaeblich: Das hingegen war mehr als nur ein Tröpfchen. Aber nach jahrhundertelanger Inzucht passieren solche Verhaltensauffälligkeiten wohl schon mal…

  31. buchstaeblich Says:

    Bei den vielen Tröpfchen, die da oben hineingegossen werden, ist es kein Wunder, wenn unten mehr als ein Tröpfchen wieder herauskommt.

  32. weltdeswissens Says:

    „Tröpfchen“ ist hier aber nahezu britisches Understatement 😉

  33. buchstaeblich Says:

    Es ist, ist es nicht?

  34. weltdeswissens Says:

    In der Tat, my dear, in der Tat.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: