Laffpärääd


Nach der Lektüre der Berichterstattung unseres Vor-Ort-Reporters Perlenschwein, fühle ich mich wieder einmal bestätigt, dass es eine gute Sache ist, nicht mehr in der Stadt mit dem großen U mitten im Do zu wohnen.

Bin ich doch ohnehin gefürchtet wegen meines großen Vorrats an schlimmen Wörtern und meiner ob des Anblickes von Unsäglichkeit gerne einmal im Haaransatz verschwindenden rechten Augenbraue, müsste ich die Uffta-Uffta-Fraktion mit Hektolitern von Vitriol überschütten als Dankeschön dafür, dass sie rudelweise freiluftpullern und die armen Bewohner der südlichen Innenstadt mit Bierfahnen umwedeln und ihnen kein ruhiges Wochenende gönnen.

Was glauben diese Freunde des Dezibelstakkatos eigentlich Besonderes zu sein?

Hier in meiner neuen bayrischen Heimat gibt es es im Umkreis praktisch jedes Wochenende Zusammenrottungen von Alkoholkonsumenten mit zu lauter Beschallung, nur nennt man es hier Volksfest und die meiste gezeigte nackte Haut besteht aus Männerwaden und Dirndl-Dekolletées, die dann aber noch grad rechtzeitig enden, bevor es richtig gruselig wird. Alberne Bekleidung gibt es hier genug zu sehen, da braucht man keine Loveparade.

Komme man mir jetzt nicht mit Drogen! Es langt völlig, ein paar Meter isarabwärts des P1 einen Schluck Flusswasser zu nehmen – das reicht für alle gewünschten Rauschzustände allemal aus.

Die arme Dokom musste, wie mir das Perlenschwein berichtete, sogar einen teuren neuen Server für die Stadt Dortmund aufstellen, weil deren Internetauftritt von den Ufftas auf der Suche nach dem Krachstandort ihres geliebten DJ Dingsbums in Grund und Boden geklickt wurde, und das ist ja auch nicht schön.

Liebe Ufftas, die Ihr für den angeblichen Frieden ufftat:

Frieden entsteht besonders dann, wenn man seine Umwelt in Frieden lässt.

Und ein Akt der Liebe ist es sicherlich nicht, wenn man seinen Mitmenschen die Trommelfelle zerwummert.

Sucht Euch doch für Eure nächste Zusammenkunft eine nette Einöde, da könnt Ihr spielen, ohne dass es jemanden stört – Ihr nervt ja bis nach Bayern!

Nachtrag 21.07.2008:

Wie kommt es nur, dass Wortteufel und ich so oft einig sind?

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8 Antworten to “Laffpärääd”

  1. julial49 Says:

    Ein angenehm treffender Bericht zur Veranstaltung! Besonders bemerkens- und begkückwünschenswert finde ich, dass du den Begriff „Musik“ in diesem Zusammenhang nicht verwendet hast!

  2. buchstaeblich Says:

    Das hätte doch überhaupt nicht nicht gepasst.
    In einem Artikel über Würstchen erwähnt man ja auch keine Legosteine.

  3. Warum verschieben sich die Prioritäten im Urlaub? - Sevenjobs Says:

    […] die Loveparade entgleist, na und? Dortmund hat sich für die Parade beworben, offensichtlich hatten sie […]

  4. Johannis Says:

    So, nachdem die Betreiberin die Haken und Ösen von WordPress in den Griff bekommen hat, darf ich also ganz brav danke sagen, für den freundlichen Link zu meinem Beitrag. Mach‘ ich auch. Danke.
    Pfüat di!

  5. Lorenz Meyer Says:

    @ buchstaeblich: Mir erschließt sich nicht, warum man in einem Artikel über Würstchen keine Legosteine erwähnen sollte. Ich finde es sogar zwingend notwendig!

  6. buchstaeblich Says:

    Johannis,
    danke, äh: bitte, äh, bitte danke! Es war mir ein Vergnügen.

    Lorenz,
    das war jetzt ungeschickt!
    Man sollte nicht einfach so und für umsonst die Geheimnisse des Schreibens perfekter Blogbeiträge verbreiten.
    Besser ist es, eine alte, marode Scheune in der Toskana zu mieten, und „Kreatiefes Schreiben für Farbberatene“ anzubieten für eine Wochenendgebühr von nur 1000 € plus Mehrwertsteuer, und das ganze in einem Café in der Nähe eines Meditationszentrums oder einer Töpferschule annoncieren.
    Dort, also in der Scheune, kann man vor Ort nach Eingang der Kursgebühr verraten, dass Würstchen und Legosteine zwingend zu kombinieren sind.

  7. wortteufel Says:

    Hach, gute Frage. Vielleicht sollten wir uns vorher absprechen, wer wann über was spricht und einfach verlinken?

    Hätte ich das gewusst, hätte ich mir die ganze Schreiberei ja sparen und arbeiten können 8)

    (Ja, freiluftpullern rudelweise. E-ke-lig!)

  8. buchstaeblich Says:

    Wieso sparen? Ich finde, dass sich unsere Gedanken vortrefflich ergänzen.
    Bei all dem Getue um den Gewummse-Karneval kann gar nicht oft genug Stellung dagegen bezogen werden.

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