FC Bollywood


Er ist ja eigentlich schuld daran, dass ich überhaupt begonnen habe mit dem Fußballgucken und meiner Leidenschaft fürs Toooor!-Rufen: Der Herr Klinsmann.

Nicht, weil er so schön ist, tststs. was Ihr alle wieder denkt! Mit einem schönen Mann bin ich verheiratet, den kann ich ohne TV-Gerät anschauen, wenn ich was Schönes sehen will.

Nein, aber als damals vor der WM 2006 die Nachrichten verkündeten, dass der Herr Klinsmann einen Mannschaftspsychologen ins Team zu rufen gedenke, hatte ich zufällig den Fernseher laufen, und dachte: „Oh! Jetzt wird es interessant!“, und das wurde es ja auch.

Als selbiger Herr Klinsmann dann nach der Weltmeisterschaft der Herzen seinen Abgang verkündete, war ich ja ein bißchen enttäuscht, habe mich aber schnell damit getröstet, dass der Herr Löw ja auch einen witzigen Dialekt spricht und dem Herrn Klinsmann seine Auszeit gegönnt – mich muss der ja eh nicht fragen, was er tut und ich ihn auch nicht, warum auch?

Dann allerdings kam die Katastrophenmeldung, dass der Herr Klinsmann ausgerechnet beim FC Hollywood anheuert, um die Zeit des Nichttrainerseins zu beenden.
Würde ich fortan regelmäßig mit einer Kröte im Hals meinen Blick auf die Allianz-Arena richten müssen, um zu gucken, was der Herr Klinsmann so Interessantes treibt?

Aber der Herr Klinsmann ist ein Netter.
Hat er doch, kaum in Bayern angekommen, gleich mal umdekoriert (Ey, das machen sonst nur Mädchen!), und den gesamten FC Hollywood in FC Bollywood verwandelt, in dem er überall Buddhastatuen aufstellte.

Ja, ganz toll: Fußball mit Omm!

Hat uns bisher die dämliche Bekreuzigerei und Amulette- und Tattoo-Besabberei aufm Platz nicht gelangt? Muss jetzt auf der Eso-Schiene gekickt werden? Mann, wenn ich Bollywood-Accessoires sehen möchte, fahr ich nach La Gomera oder hole meine Urlaubsfotos aus dem Schrank!

Jetzt fehlt nur noch, dass der FC Bayern München demnächst in Batikleibchen und mit einem Doderidoo im Arm spielt.

Na, jedenfalls kann ich den Verein nun, nach der Nummer! – auch fortan bequem ignorieren, aber den Herrn Klinsmann gleich mit, denn was ich mir nicht geben muss, das tu‘ ich mir nicht an.

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