Just another Ami


Barrack Obama findet, das Gericht hat unrecht und Kinderschänder gehören totgemacht, wenn sie sechs oder acht Jahre alte Kinder vergewaltigen.

Ist es nicht egal, wie alt die Kinder sind? Kinder sind Kinder, in jedem jugendlichen Alter und auf solche rhetorischen Tricks sollte man nicht hereinfallen.

Haben wir etwas anderes erwartet?

Eigentlich nicht.

Barrack Obama ist eben auch nur ein Amerikaner. Und als solcher wirst Du nicht Präsident, wenn Du nicht für die Todesstrafe bist, das ist genauso, wie wenn Du denen die Feuerwaffen wegnehmen willst: Der gemeine Amerikaner will offensichtlich Cowboy spielen – aber mit Lynchen!

Also findet der Hoffnungsträger Amerikas, wer sechs oder acht Jahre alte Kinder vergewaltigt, gehört totgemacht.

Ganz unter uns: Wer findet das nicht?
Jeder, der einen Funken Seele in sich trägt, denkt so etwas, wenn er in der Zeitung dergleichen liest.
Das ist auch total in Ordnung. Also, wenn man so etwas denkt. Das ist Seelenhygiene, wie einer meiner früheren Brötchengeber zu sagen pflegte.

So wie: „Der Kuh kratze ich die Augen aus!“ oder „Den könnte ich erwürgen!“.

Aber hätten wir auf der Erde tatsächlich ein Problem mit Überbevölkerung, wenn jeder tot umfiele, über den man dergleichen schon gesagt hat? Ich bin sicher, dieser Text stünde nicht hier, wenn dem so sei, denn mir haben garantiert schon genauso viele Leute den Hals umdrehen wollen, wie ich denen. Ich möchte auch lieber nicht wissen, wer mich nun alles killen möchte, weil ich finde, dass die Todesstrafe auf keinen Fall geht!

Aber das unterscheidet uns von Amerikanern: Wir machen das nicht in echt.

Und das ist auch gut so. Bei mir hat das nichts mit „Du sollst nicht töten“ zu tun, weil ich weder an Tontafeln, noch an Tontafelbeschrifter, noch an Geistwesen, die angeblich Tontafelbeschrifter beflügeln, glaube. Für so etwas gibt es Psychopharmaka. Und Therapeuten

Allerdings glaube ich daran, dass Totmachen nichts besser macht. Es hilft niemandem. Im Gegenteil: Es zerstört, und zwar viel mehr als nur das Weiteratmen von Schwerverbrechern – deshalb bin ich dagegen.

Und im Falle von Kindesmissbrauch macht es noch mehr Tote:

Es gibt auch so schon genügend tote Kinder, die sterben mussten, weil Kinderschänder Angst hatten, von den Opfern verraten zu werden.
Wenn diese nun in Amerika damit rechnen müssen, sowieso auf dem elektrischen Stuhl zu landen, dann werden sie auch ihre letzte Hemmung verlieren, denn tote Kinder sprechen nicht, und wenn der Täter Glück hat, wird das CSI-Team die Leiche nicht finden oder die Spurensicherung findet keine verwertbare DNA-Spur.

Auf der Jagd nach Wählerstimmen hat also der Herr Obama mit seinem dummen Spruch justament einen Haufen amerikanische Kinder zum Tode verurteilt und mir obendrein gezeigt, dass er keinen Deut besser ist als sein Kontrahent.

Außerdem ist er nicht so wahnsinnig schlau, wie er die Amerikaner gern glauben lässt. Denn er wird nicht wirklich den Passus „6 oder 8 Jahre alt“ in ein Gesetz zur Elektrifizierung von Kinderschändern hineinschreiben können.

Also hat er sich Wählerstimmen im Bibelgürtel vermasselt, wo es ja durchaus Gemeinden mit abstrusen Gebräuchen gibt. Wo nicht nur die sogenannte Vielweiberei schwer angesagt ist, sondern obendrein gern sehr, sehr junge Mädchen an alte Knacker verheiratet werden. Und was in Hochzeitsnächten so passiert, wissen wir, ohne dass ich hier deutlich werden muss, nicht wahr?

Um eines klarzustellen:

Wer sich an Kindern vergreift, gehört bestraft. Konsequent und mit Härte. Und auch ich finde, dass Täter so gründlich wie nur irgend möglich daran gehindert werden müssen, auch nur in die Nähe von Kindern zu gelangen.

Aber die Todesstrafe kann nicht das Mittel sein, Kindesmissbrauch zu verhindern und wird auch nicht das Mittel sein, das funktioniert, solchen zu verhindern.

Allerdings: Dass Obama jetzt bei mir verschissen hat – das funktioniert.

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17 Antworten to “Just another Ami”

  1. zimtapfel Says:

    Das der Typ mit seinem inhaltsleeren Change-Gesabbel ein Windei ist, war mir schon lange klar.

  2. Schildmaid Says:

    Und die Alternative heißt McCain, die Umweltsau. Der will da nach Öl bohren, wo es richtig weh tut. Damit der Ölpreis sinkt?! Was glaubt der eigentlich wie blöd seine Landsleute sind, um ihm diesen Scheiß abzukaufen?
    *kopfschüttel* zu beiden Kandidaten. 😦

  3. Dr. Azrael Tod Says:

    Hmm.. ich seh das mit der Todesstrafe etwas differenzierter. Sie WÄRE eine gute Sache, wenn man ohne den geringsten Restzweifel sicher sein könnte, dass man keinen Unschuldigen erwischt. (Kann man sich jedoch leider nie)
    Ansonsten sorgt sie dafür dass a) die Täter nicht nach 2-3 Jahren als Geheilt entlassen werden (und dann zufällig rückfällig werden können, „wer hat das nur vorhersehen können?“) und b) der Staat nicht auch noch mit der Unterhaltung und Verwahrung dieser Leute belastet wird. Gefängnisse sind nunmal teuer.
    Die sozialen Normen und Grundideen die dadurch gefährdet oder umgangen werden will ich an dieser Stelle garnicht diskutieren, die sind eh Geschmackssache, ich versuche lieber das rein von der praktischen Seite her zu sehen.

  4. buchstaeblich Says:

    Dem Praktikantinnenpopper seine Olle wäre allerdings auch nicht besser gewesen.
    McCain ist außer Umweltsau übrigens auch für die Todesstrafe für Kinderschänder:
    Da kann nur der Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben werden.

    Ich fürchte allerdings, McCains Landsleute sind dumm genug, den Ölschquatsch zu glauben. Die glauben ja auch, es erhöhe die Sicherheit, wenn jeder Waffen zu Hause haben darf.

  5. buchstaeblich Says:

    Dr. Azrael Tod,

    ist es nicht schlimm genug, wenn Kinder (oder überhaupt Menschen!) das Opfer sexueller Gewalt werden? Müssen sie auch noch vom Täter ermordet werden, weil der doch „sowieso hingerichtet wird“, bzw. weil der Täter so seine Tat evtl. leichter verschleiern kann?
    Das ist aber die drohende Folge.

  6. joulupukki Says:

    Definitive Zustimmung – keine Todesstrafe für niemanden. Wie anmaßend überhaupt darüber zu urteilen, wer leben darf und wer nicht!

    Ob derjenige schuldig ist oder nicht, ist dabei für mich völlig nebensächlich, denn auch hinter jedem Täter steht ein Mensch und gerade im Falle des Kindesmißbrauchs einer, dem in den meisten Fällen gleiches widerfahren ist.
    Was dabei nicht vergessen werden darf – dass Fälle von Kindesmißbrauch überhaupt geahndet und verurteilt werden – sprich: dass die Opfer vor Gericht überhaupt angehört werden und ihnen RECHT gegeben wird, ist erst in der jüngsten Vergangenheit eingeführt worden. (Dazu sei allen Feminismus Hassern nebstbei geflüstert, dass diese positive Entwicklung hauptsächlich auf deren Engagement durchgesetzt wurde).
    Daraus folgt: Heutige Täter, denen selbiges widerfahren ist, hatten zu ihrer Zeit weder die Möglichkeit auf Gehör, noch auf Verständnis zu stoßen, geschweige denn die Täter zur Verantwortung zu ziehen und somit auch kaum Chance auf Verarbeitung des eigenen Traumas.
    Dass das JETZT möglich ist, lässt hoffen, dass die Wunden der jungen Opfer heilen können – und dafür ist der erste Schritt der erlaubt, dass das überhaupt möglich ist durch die rechtliche Grundlage nun gegeben.

    Wovon ein Opfer jedoch nichts, aber auch garnichts hat, wäre die Aussicht den Täter getötet zu sehen. Ganz im Gegenteil, diese Möglichkeit würde eher abschrecken, gerichtliche Schritte überhaupt einzuleiten. Denn welches Opfer möchte sich schon für den Tod eines anderen Menschen verantwortlich fühlen (also psychisch gleich doppelt belastet werden) – Täter hin oder her?

  7. Schildmaid Says:

    @buchstaeblich: Ich fürchte, da könntest du Recht haben. Über die Verknüpfung Todesstrafe für Kinderschänder/erhöhte Tötungsrate der Opfer habe ich noch nie nachgedacht. Aber es klingt sehr plausibel, dass da ein Zusammenhang besteht.
    😦

  8. Silencer Says:

    Nein, plausibel ist der Zusammenhang nicht. Vielmehr aus Mutmaßungen und Annahmen zusammenkonstruiert. Hoffentlich wird diese Theorie nie empirisch überprüft werden müssen.

    Mal ganz abgesehen davon: Die Bundespolitiker können sich härtere Strafen vielleicht wünschen, aber m.E. liegt es in der Hand der Einzelstaaten diese in gesetzliche Regelungen zu gießen. Und die Staaten lachen in der Regel über Forderungen des Präsidenten. Also alles nur Wahlkampf. Nichstdestotrotz aus europäischer Sicht unschön von Obama. Ich will David Palmer als Präsidenten.

  9. buchstaeblich Says:

    Ich finde diesen unfrommen Wunsch nicht nur aus europäischer Sicht unschön von Obama.

  10. romanmoeller Says:

    Für mich hat die Wahl von Obama nur einen Vorteil, nämlich den, das es ein Statement gegen Rassismus wäre, wenn die Mehrheit der US-Bürger einen schwarzen Präsidenten wählen würden – erst recht jetzt, wo Hillary Clinton nicht mehr im Rennen ist (deren Wahl als Frau ja auch ein Statement gewesen wäre). Und von McCain halte ich gar nix – ein Kriegsveteran als US-Präsident fehlt uns gerade noch!! Ansonsten ist mir die Wahl ziemlich egal, da sich die Auswirkungen auf uns angenehmerweise in Grenzen halten werden.

  11. Ben Zimmermann Says:

    Mir fällt da ein großartiger Blogeintrag ein, der die Handhabung der Todesstrafe in Amerika beleuchtet – mit Fakten. Und zwar auf der Seite von Scot W. Stevenson, der das Blog usaerklaert.wordpress.com schreibt. Viel Spass.

    Und an den seltsamen Herr buchstaeblich vielen Dank für das Korrekturlesen 😉

  12. buchstaeblich Says:

    Danke für den Tipp, Ben!

  13. Dr. Azrael Tod Says:

    @buchstaeblich
    du gehst davon aus dass ich die Strafe als „Abschreckung“ meine und auf Reaktionen des Täters hinaus will.. dass das Blödsinn ist, ist mir völlig klar.
    Der Täter wird so oder so versuchen einer Ergreifung zu entgehen (nicht umsonst werden die viele Kinder danach getötet), warum nicht Täter die so handeln danach mit dem Tode bestrafen?

  14. buchstaeblich Says:

    Ein großes Problem bei Sexualstraftaten ist ohnehin die Dunkelziffer, die bei dieser Art von Verbrechen bekanntlich hoch ist, aus den allseits bekannten Gründen.

    Ebenfalls ist bekannt, dass die größere Anzahl der Täter aus dem direkten Umfeld der Opfer kommt.
    Ein geschehenes Sexualverbrechen offenzulegen ist – sofern das Opfer überlebt hat – für das Opfer eine unglaubliche Belastung, umso größer, je näher der Täter dem Opfer steht.

    Das Opfer soll im Falle einer drohenden Todesstrafe also zusätzlich zur ohnehin unendlich großen Seelenlast noch mit dem Gefühl leben, „wenn ich das sage, mache ich, dass der Papa/Onkel Sam/mein Lehrer totgemacht wird!“: Was wird mit der Dunkelziffer passieren?

    Und wie ist es mit der daraus resultierenden Drohung seitens des Täters:
    „Nicht darüber sprechen, sonst bist Du schuld, wenn ich sterben muss!“?

    Der Brocken ist ein wenig schwerer zu schlucken, als das Papa/Onkel Sam/ mein Lehrer ist Gefängnis muss, findest Du nicht?

    Über all das hinaus braucht es für die Todesstrafe Vollstrecker. Deren Psyche wird durch ihren Job nicht gesünder. Und welchem Kind möchten wir zumuten, in der Grundschule zu erzählen: „Mein Papa macht Leute tot.“

  15. Dr. Azrael Tod Says:

    Ich möchte mich an dieser Stelle einmal selbst zitieren:

    Die sozialen Normen und Grundideen die dadurch gefährdet oder umgangen werden will ich an dieser Stelle garnicht diskutieren, die sind eh Geschmackssache, ich versuche lieber das rein von der praktischen Seite her zu sehen.

    Darunter fallen meiner Meinung auch die Probleme die für jemanden anfallen der die Todesstrafe ausführen muss bzw. für sein Umfeld. Irgendwie habe ich jedoch die Vermutung dass bereits seit langem Personen mit diesem Beruf existiert haben ohne an dem selischem Dilemma zugrunde zu gehen.

    Auch möchte ich mich da nicht missverstanden wissen: die Todesstrafe für alle möglichen Taten zu verordnen ist sicher nicht sinnvoll. Ich sehe sie nur als praktische Alternative bei Mördern deren Verwahrung extreme Kosten verursacht und bei denen die Wahrscheinlichkeit für eine erneute Tat, sollten sie auf freien Fuß kommen, sehr hoch ist.
    Die Frage ob sich ein missbrauchtes Kind sorgen machen muss seinen Onkel an die Todesspritze zu liefern stellt sich in diesem Falle auch nicht (im Normalfall frage ich mich eh, inwiefern ein Kind sich über derartig weitreichende Konzequenzen gedanken macht) da bei einem Mordopfer dem selbigen logischerweise dazu nötige Vorraussetzungen fehlen.

    Das alles mag jetzt klingen als wäre ich ein Verfechter der Todesstrafe, ich möchte jedoch an dieser Stelle noch einmal an meinen einleitenden Satz aus dem ersten Kommentar erinnern:

    Sie WÄRE eine gute Sache, wenn man ohne den geringsten Restzweifel sicher sein könnte, dass man keinen Unschuldigen erwischt. (Kann man sich jedoch leider nie)

    Solange man dieses Urteil nicht revidieren kann sollte man extrem vorsichtig mit derartigen Aktionen sein. Es mag sein dass man damit tausende richtig bestraft, doch wer will das Risiko auf sich nehmen einen Unschuldigen (haha! naja, zumindest in dem Anklagepunkt unschuldig) fehlerhaft zu töten?

  16. buchstaeblich Says:

    Weißt Du was?
    Behalte doch einfach deine Meinung.
    Ich hingegen bin mit meiner sehr zufrieden, ich werde kein Befürworter der Todesstrafe, und wenn Du dich auf den Kopf stellst.

  17. Obamas Reise in meine Verschissliste « Buchstaeblich seltsam! Says:

    […] Obamas Reise in meine Verschissliste Hatte ich nicht im Sommer schon gewisse Probleme mit dem Starkult um den inzwischen gewählten neuen Mieter im Oval Office? Ich hatte. […]

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