Lobhudelei wird jetzt etwas Tolles, klar?


Bis vor Kurzem schrieb ich gelegentlich Beiträge auf einer Verbraucher-Plattform.
Weil das Nischendasein, das ich mir dort eingerichtet hatte, mitunter Spaß machte und dort einige wirklich sehr nette Leute unterwegs sind, die ich im Laufe der Zeit auch im echten Leben ins Herz geschlossen habe.


Wie jede Verbraucher-Plattform versucht nun auch diese, mit ständig wechselndem Gedönse, ihre Mitglieder „am Klicken“ zu halten – die übliche Beschäftigungstherapie, die man auch von anderen Unternehmen dieser Art kennt, wo Verbraucher plattgeformt werden.
Das ist mal nicht so schlimm, mal weniger furchtbar, mitunter nervt es aber auch.

Doch jetzt haben sie es geschafft. Jetzt bin ich sauer.

Die neueste Idiotie schimpft sich nicht nur lobhudeln, sie soll als genau das gemeint sein!

Einem Jeden, der in seinem Leben ein Wörterbuch auch nur von weitem gesehen hat, sollte sich jetzt die Halskrause aufstellen.

Falls sich jemand gewundert hat, dass mein Werbebutton für Qy.pe von meiner Startseite verschwunden ist: Ich bin ja nicht gezwungen, für etwas Werbung zu machen, hinter dem ich nicht stehen kann. Und bezahlt bekomme ich es auch nicht.

Ich lasse mich nicht auffordern, jemandem in den Arsch zu kriechen.
Ich möchte mir aber auch nicht in den Arsch kriechen lassen.
Mit irgendwelchen „Süß & Sexy“-Rubrik-Schleimbratzen möchte ich nicht bebaggert werden.
Und wenn irgendjemand meine Beiträge mit dem Attribut „Superlustig“ herabwürdigt, dann möchte ich demjenigen eigentlich schon gleich eine scheuern.

Das Problem:
Man kann sich nicht wehren.
Jeder Hilfsidiot kann mir dort Etiketten seiner Wahl umhängen, und ich kann das nicht abschalten.
Die ganze Welt kann diese Dinger sehen, und ich kann sie nicht löschen oder der Öffentlichkeit den zugriff verweigern.
Gut, bis jetzt habe nur ein paar meiner Spezis von mir durchaus verstandene Witze gemacht. Aber was, wenn Andere dort mit dem rhetorischen Hammer zuschlagen?

Man scheint sich keine Gedanken darüber gemacht zu haben, dass das Klickvieh so etwas wie Persönlichkeitsrechte besitzt – wenn der Schuss mal nicht nach hinten losgeht!

Doch: Es kommt nicht von ungefähr, dass ich mich in letzter Zeit hier in meinem wordpress-Zimmerchen so gut eingelebt habe. Wie es aussieht, ist meine Zeit dort drüben gekommen. Die Freiheit, die so ein Blog mit sich bringt, ist ohnehin wohltuender, als gelebte Geschichten in eine AGB-gemäße Form pressen zu müssen.

Vor allem: Wenn mir hier ein Kommentar nicht gefallen sollte, kann ich etwas dagegen tun.

Deshalb bin ich jetzt endgültig nach hierher umgezogen und habe meinen Zweiwohnsitz dort aufgegeben.

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34 Antworten to “Lobhudelei wird jetzt etwas Tolles, klar?”

  1. ehefrau Says:

    ich hab den button schon vor ein paar monaten gelöscht.
    letztlich is qype nix andres als das getue im rassegeflügelzuchtverein.
    und dagegen hab ich was.
    die können mich auch mal…
    😉

  2. pjebsen Says:

    @ehefrau: „rassegeflügelzuchtverein“? Was meinst du damit?

  3. plasticthinking Says:

    Danke für Deine …Kritik?

    Wir werden diese Funktion in „Komplimente“ umbenennen, und es wird die Möglichkeit geben, erhaltene „Komplimente“ zu löschen.

  4. Kixka Nebraska Says:

    Na kuck, Moe spricht, auch wenn erstmal hier und noch nicht auf Qype, aber das wird sicher noch. Ich habe bisher sehr nette, sehr persönlich gehaltene Lobhudeleien bekommen, an denen ich weiß, was ich davon habe. Schleimen hat keiner von denen nötig. Panne sind die vorformatierten Texte. Und das nicht löschen können von ungewünschten Schleimereien, schon klar.

    Aber, Buchstäblich jetzt mal ganz unter uns:
    Dir ist schon klar, dass Du ziemlich oversexycleverwithyschmackofunny bist, oder ?

  5. buchstaeblich Says:

    Kixka,

    klar weiß ich das, aber so etwas darf mir nicht jeder sagen! Du natürlich schon!

    Moe,

    ich habe in Eurem Blog schon Stellung genommen: Löschfunktion und Titeländerung reichen nicht.

  6. wortteufel Says:

    Für mich der letzte Anstoß auf qype nicht mehr aktiv mitzuwirken.
    Das war jetzt definitiv zu viel.

  7. Silencer Says:

    Guter Beitrag, sehr schön geschrieben, pointiert, zugespitze Kritik, sachlich richtig – Lese dieses Blog gerne!

  8. buchstaeblich Says:

    (bewirft Silencer mit diversen Gegenständen)

    Kann es sein, dass Du geringfügig zu Frechheiten aufgelegt bist?

  9. pjebsen Says:

    Ich will mehr davon, ich kann nicht genug bekommen. Wann geht es weiter?

  10. buchstaeblich Says:

    Hier geht es auf jeden Fall weiter. Schon bald.

  11. pjebsen Says:

    @wortteufel: Ich kann nicht wirklich nachvollziehen, warum ein paar bunte Buttons mit dummen Sprüchen, die man demnächst löschen kann, solch heftige Reaktionen hervorrufen …

  12. Kixka Nebraska Says:

    ausbuchstabiert, auf Qype.

    Ich fasse es nicht.

    Du hast Ernst gemacht.

    Bin gerade noch am verdauen –

    immerhin gut zu wissen, dass Deine scharfzüngigen Texte hier weiter zu goutieren sind.

  13. pjebsen Says:

    Qype hat recht schnell reagiert. Die Klobhudelimente kann man jetzt löschen, und ich habe endlich alle Formtexte ausmerzen können.

  14. buchstaeblich Says:

    Kixka,

    ich höre nie auf. ich wechsle nur hin und wieder den Ort.

    PJ,

    dann könnt Ihr jetzt endlich wieder zum Tagesgeschäft übergehen da drüben.

  15. pjebsen Says:

    @buchstäblich: Das mache ich schon die ganze Zeit – ich konnte ja, wie gesagt, die Aufregung nicht so recht verstehen.

  16. buchstaeblich Says:

    Dann musst Du jetzt bloß noch regelmäßige Kontrollen durchführen, ob nicht wieder Kleckse bei dir gelandet sind.
    Was ist eigentlich aus „Süß & Sexy“ und „Suuuupalusstich“ geworden?

  17. pjebsen Says:

    @buchstaeblich „S&S“ ist jetzt … ähem … „Niedlich“, „SL“ hat sich nicht geändert.

  18. buchstaeblich Says:

    „Niedlich“ ist für eine Plattform, auf der sich (auch) Erwachsene herumtreiben, peinlich genug für mich, um meinen Entschluss nicht zu bereuen.

  19. Silencer Says:

    Uh, „niedlich“. Das ist ja fast so gut wie „nett“.

    Generell ist es ja Usus, dass alles was Webzwonullig daherkommen will mit allen möglichen Labels, Tags und Bewertungen beklebt werden kann. Aber das „Lobhudelei“ zu nennen ist ein Scherz der nach hinten losgeht – und wenn die Bewertung auch noch solche Begriffe umfasst… Nee, geht gar nicht.

  20. ottogang Says:

    Jetzt muss ich also hierherkommen, um Dich weiterhin lesen zu können?
    Noch ein Lesezeichen mehr, damit ich das auch wiederfinde.
    Zum Glück hat Kixka (vielen Dank) mir auf die Sprünge geholfen.
    Bin nur gespannt, wieviel Zeit ich jetzt auch noch hier aufwenden werde.
    Muss doch meinen „Schleppi“ im Freien „verwlanen“, damit hin und wieder frische Luft ummeine Nase weht.

  21. theresabeth Says:

    Ich finds sautraurig, dass Du Qype den Rücken kehrst.
    Wer wird nun meine Kommentarspalten bereichern? Deine gehörten zu den wenigen, die ich immer gerne gelesen habe.
    Wer wird querschiessen und sich einen Dreck um die Konsequenzen scheren?
    Wer wird sich um das Universum kümmern und Erbsen filetieren?
    Ich will ja niemandem zu nahe treten, aber ich finde bei Qype nicht annähernd jemanden so geistreich und witzig wie Dich. Es war in der Zeit, als Du eine Pase einlegtest, schon irre langweilig, aber da war die Hoffnung, dass Du wiederkommst.
    Aber nun zu wissen, dass es nie mehr richtig lustig wird… Gefällt mir gar nicht.

    Du willst ja nur, dass wir alle Deinen Blog lesen!

    Ich hoffe doch, wir bleiben weiterhin in Kontakt, Du westfälische Tröte!!
    (jammert) Wie bring ich das nur Ochnö bei??!!

  22. gradert Says:

    Und noch sautrauriger ist es, über so wertvolle Verluste nicht informiert zu werden, keine Möglichkeit zu haben, mit einem Kilo Bohnen in das Geschehen eingreifen zu können.

    Dann muß man dann in Zukunft buchstäblich woanders suchen.

  23. buchstaeblich Says:

    Silencer,
    deshalb habe ich drüben die Tür zugeknallt: Es gibt Etiketten, mit denen ich nicht leben kann/will.

    Ottogang,
    mir tut es ja auch leid, aber offensichtlich gehört Qype den Nichterwachsenen.

    Theresabeth,
    Leserzahlen in meinem Blog sind mir genauso wichtig, wie Punkte auf Qype: Null komma nada. Ochnö hat doch dich, da wird er den Verlust kaum bemerken.

    Anderl,
    Böhnchen sind zwar etwas Feines, aber die Tönchen bei Qype haben mir so einiges übertönt.

  24. richensa Says:

    Ich vermisse Deine Beiträge, Deine scharfe Feder und Margot als geistige Brandstifterin, liebe buchstäblich!

    Hast du Augustens Novela? Sie ist mit deinem Weggang leider mit dir verschwunden (seufzt tief)

  25. wortteufel Says:

    @ pkebsen: Ich finde es nicht schlimm, dass es lustige Buttons gibt, die man wegklicken kann. Ich finde es einfach generell scheiße, wenn man Menschen bewerten soll – und nicht deren Texte, Tipps und Leistungen. „Süß und sexy“, „niedlich“ o.ä. sind in diesem Zusammenhang Auswüchse, die ich nicht unterstützen will und werde.

    Über ein Bunt-lustig-Bewertungs-Button-Smiley-Desaster für die Beiträge hätte ich lachen und drüber weg sehen können (wenn ich da nicht mitmachen muss). Aber nicht, wenn es darum geht, die Person dahinter zu „brandmarken“.

    Das würde ich auch in meinem privaten oder beruflichen Umfeld nicht gutheißen. Warum dann von mir persönlich unbekannten Menschen?

  26. musicafides Says:

    Nun habe ich also Deinen kritischen Beitrag gefunden. Bei allen Einwänden, die man dazu haben kann: Mir hat sich die Notwendigkeit des Ganzen nicht erschlossen, aber ich sehe das Ganze eher als Kommentarmöglichkeit, die es freilich schon gibt. Also … überflüssig. Es erscheint mir aber sinnlos, mich darüber aufzuregen. Ich muss ja nicht jede neue Funktion nutzen, die man mir anbietet. Und erst recht, seitdem man die … Komplimente löschen kann, ist für mich eigentlich das Ganze überhaupt kein Problem.

    @wortteufel: Menschen bewerten klingt vielleicht heftig, aber jeder bildet sich doch so seine Meinung über seine Mitmenschen. Ein Kompliment ist für mich keine Bewertung auf einer Skala, sondern Ausdruck der Wertschätzung.

    Ich habe mich damit abgefunden, im WWW transparent für andere zu sein. Bisher habe ich damit überwiegend gute Erfahrungen gemacht. Ich persönlich bedaure zwar, wenn die Lobhudeleien den Abschied von Qype nach sich gezogen haben, halte das auch persönlcih für überzogen, aber nun ja, das ist eben meine eigene, völlig unmaßgebliche Meinung.

  27. gradert Says:

    @buchstaeblich: Liebe Kunstflatulantin, ein Abschied mit mehr als keinem Wort an die Dich Schätzenden wäre besser gewesen.

    Auch wenn Qype falsch tönte, die Kakophonie der Proteste derer, die Qype machen, nämlich der protestierenden User, hast Du ja nicht überhören können.

  28. berndb Says:

    Wie schön, das die Trauergemeinde sich hier eingefunden hat und die Kommentare lesen sich doch herrlich.
    Ein Hurra auf den Blog!

  29. pjebsen Says:

    @wortteufel: Manche Freunde nennen mich übrigens auch p*j*ebsen. 😉

    Ich sehe Lobhudeleien/Komplimente überhaupt nicht als „Bewertung“ oder gar als „Brandmarkung“ – weder im wahren Leben noch online.

    Offline mache ich Leuten, die ich mag, gern Komplimente, die von Herzen kommen. Warum sollte das online anders sein?

    Bisher habe ich für meine persönlich gehaltenen Wertschätzungen liebgewonnener Qype-Freunde noch keine Beschwerden erhalten.

    Wenn ich andererseits Formtexte als „Komplimente“ erhalte, lösche ich sie einfach, anstatt mich zu ärgern oder gar zu beschweren. Ist doch wurscht. 😉

  30. pjebsen Says:

    Ach ja, dies vergaß ich eben: Ich hatte noch nicht mal Probleme mit dem Begriff „Lobhudelei“. Der ist für mich seit der „Ultimativen Lobhudelei“ in der schönen WDR-Fernsehsendung „Zimmer frei“ durchaus gesellschaftsfähig. Die dort geäußerten „Lobhudeleien“ sind ausnahmslos überhaupt nicht peinlich.

  31. Silencer Says:

    @ pIebsen: Dabei handelt es sich um Satire und ist als solche klar erkennbar. Bitte nicht Äpfel mit Birnen vergleichen.

  32. buchstaeblich Says:

    Richensa,

    die Augustennovela, soweit ich sie mitgespeichert habe, ist in deiner Mailbox, Sicherungskopie mit gleicher Post an PJ.

    @Alle:
    Für jeden, der sich nach meinem Abgang an die Stirn gefasst hat:
    Ich habe mir einfach einmal vorgestellt, ob ich mich bei dieser Plattform, so wie sie jetzt ist, anmelden würde, und die Antwort war ein klares „Nein“.
    Deshalb erschien es mir nur logisch, abzutreten.

    Qype will etwas völlig anderes als ich, ich will etwas anderes als Qype:
    Da ich schließlich keinen bezahlten Job dort hatte, muss ich mich nicht auf Spielchen einlassen, die mir nicht gefallen. Ich habe hier zwar meine Meinung gesagt, aber dazu ist ein Blog ja u. a. auch da. Ich bin genau so wenig wichtig für Qype wie jedes andere Einzelmitglied auch.
    Aber ich habe auch keine Lust, weiterhin unbezahlte Arbeit für Qype zu leisten – für die Korrektur von peinlichen Tippfehlern und Stilblüten gibt es genügend Lektorate/Korrektorate, und wenn man sich blamieren möchte, soll man halt weiterhin keine engagieren.

    Meine Zeit ist aber definitiv zu schade für ständiges Aufregen über irgendwelchen Käse und die Diskussionen drumherum.

    Und die Gefahr, ausfällig zu werden, weil irgendwer auf die Idee kommt, mir das Etikett „niedlich“ zu verpassen, weil man die „Kompliment“-Funktion nicht blockieren kann, ist mir schon als Idee zu kostspielig, wenn ich über die möglichen Folgen nachdenke.

    Ich habe vorhin einmal einige solcher „Komplimente“-Listen angeschaut, und es ist genau der Schwachfug dabei herausgekommen, der zu erwarten war: Hauptsache, es wird geklickt. Ich bin aber nicht bereit zu klicken, um Quatsch zu löschen, den ich nicht haben wollte, solange man mich nicht dafür bezahlt.
    Also muss Qype halt auf meine kostenlosen Platzbeschreibungen verzichten. Sie werden froh darum sein, denn als der Sonderling, der ich bin, habe ich doch ohnehin nur die Statistik für den Mainstream verzerrt – dergleichen verkauft sich doch sowieso schlecht.

  33. curacao58 Says:

    Ich bin jedenfalls froh gefunden zu haben, wo ich Deine Buchstäblichen ….. wieder geniessen kann
    lg

  34. buchstaeblich Says:

    Curacao! Willkommen! Schön, dass Du mich gefunden hast.
    Ich sag ’s ja immer: Das Internet verliert nix.
    😉

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