Buchstäblich Fußball


Kaum zu glauben, aber ich, also ich!, war heute tatsächlich in der Arena.

Nicht, dass ich wirklich ein Fußball-Fan wäre oder allzu viel Ahnung davon hätte, aber
der Sohn meiner Nachbarin spielt Fußball, und wenn so ein reizendes Kerlchen die einmalige Möglichkeit hat, auf so berühmtem Grün zu kicken, ist es allermindestens eine Frage der Ehre, mitzugehen an seinem großen Tag.

Im Gummiboot – so nenne ich das Stadion, man möge mich steinigen – wird nämlich dieser Tage der Rasen wieder auf schick getrimmt und deshalb durften heute ausgewählte Jugendmannschaften dort Freundschaftsspiele austragen.

Die D1-Jugend des FC Ismaning spielte (auf den Fotos in blauweiß) gegen die U13 des TSV Milbertshofen (rot), 2 mal 30 Minuten.

Die erste Halbzeit war ein wenig tempoarm, in der zweiten Spielhälfte wurde es dann zusehends fixer, die Ismaninger Jungs zogen richtig an, und obwohl keiner so recht daran geglaubt hatte, haben die Buben ein 2:2 hingelegt – nicht zuletzt dank des Torwarts, der einige gefährliche Schüsse der Milbertshofener sauber aufgefangen hat.

Ein wenig mulmig wurde mir bei der Vorstellung, dass die Jungs sich auf Gras rumwälzten, auf dem sonst Ribery und Konsorten immer so unanppetitlich umherspucken, aber ihnen schien das nichts auszumachen. Gut, sie trugen aber auch keine roten Lackschühchen wie dieser und unseren Jungs hatten die Muttis offensichtlich auch beigebracht, dass Spucken unfein ist.

Ich, die sonst nur Nationalspiele im Fernsehen anschaut (der Anzug vom Löw ist halt fesch!), hatte einen Riesenspaß, „unsere“ Jungs anzufeuern, öffentliches Brüllen und Kreischen befreit die Seele – Millionen Fußballfans irren tatsächlich nicht.

Wegen des doch recht frischen Wetters fand ich es angenehm, dass der Erfrischungsstand geöffnet hatte, so bekam man wenigstens einen warmen („heiß“ wäre hier eine Übertreibung) Kaffee von einer bei gerade 5 Kunden schon offensichtlich überforderten Tresenkraft. 2,70 € für einen Plastikbecher Ochsenschweiß fand ich mehr als unverschämt – ich ziehe einen Stern ab.

Meine Nachbarin ergötzt sich übrigens ob meines Mundwerks regelmäßig an der Fantasie, was wäre, wenn ich Stadionsprecherin in der Arena wäre – heute hatte sie das perfekte Ambiente dafür: Auch Frauen können sich in Fußballstadien prächtig amüsieren!
Bei einem Bundesliga-Spiel würden Ansagen wie: „Die Spieler mit der Spange in der Mädchenfrisur werden zum Rasenwart gebeten – der hat noch Mähtermine frei!“, doch sicherlich die Stimmung im Stadion beeinflussen, nicht wahr?

Leer wirkt das Stadion übrigens gar nicht riesig, mir gelang die Vorstellung nicht, dass hier bei großen Spielen mehr als 60.000 Menschen zusammensitzen, jedenfalls nicht. Aber ich war froh, dass heute nur (geschätzte) 500 Menschen dort waren, vollbesetzt möchte ich das nicht erleben.

Es sei denn, mein Nachbarjunge würde spielen. Dann ist es, wie gesagt, eine Ehrensache:

Louis vor, noch ein Tooooooor!

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