Spiegel, ei


Der frühe Morgen gehört der Orientierung.

Augen auf: „Wo bin ich?“, „Gibt es schon Kaffee?“, Morgenmagazin, Teletext, Schoßrechner anschalten: „Was passierte in der Welt, das ich verschlafen habe?“.

Mein Infotainment!

Während ich hin und wieder die Moderatoren des Morgenmagazins bei Fehlformulierungen korrigierend anbrülle: „Das heißt …, du Kasper!“ und die Schreiberlinge diverser Teletexte auslache, weil sie wieder
einmal Stilblüten der besonderen Art verzapft haben, fährt meine Denkunterlage in den „Spiel mit mir“-Modus, und wir koppeln uns mit der Weltnabelschnur ans Netz der Netze an.

Oft genug landet man dann doch wieder beim „Schapiegel“, wie neudeutsche U-Bahnfahrende Kinder in zu großen Hosen das jetzt artikulieren würden – aussprechen wäre hier eine unangebrachte Vokabel, nicht wahr? Weil der Spiegel so seriös ist. Und ernsthaft. Und weil ich auch so wahnsinnig serös bin. Und vor allem ernsthaft.

Da findet man Hilfe für alle Lebenslagen:

Wer jetzt seinen Augen nicht traut:

Wegen der Quallenplage sollen Strandurlauber sich wie Skifahrer verhalten!

Muss ich das noch lesen? I wo!

Ich fahre zwar nicht Ski, aber man sieht das ja immer im Fernsehen.

Wenn ich also am Mittelmeer Urlaub machen sollte, müsste ich folgendes beachten:

Man soll Funktionsunterwäsche tragen, weil Unterbuxen heutzutage nicht mehr akzeptabel sind, dazu einen Skianzug mit mindestens fünf Klimamembranen, die dafür sorgen, dass Wasser heraus, aber nicht hinein kann (falls man beim Schwimmen mal „klein“ muss!). Auch auf die richtigen Socken gebe man acht, bevor man sich die Skistiefel anzieht, die nicht zu klein sein dürfen, zu groß auch nicht. Unbedingt eine Mütze aufsetzen, und natürlich eine Skibrille.

Die Skier trage man senkrecht über der Schulter, damit man niemanden damit anrempelt. Die Skistöcke nehme man dem Partner weg, der kann sich für sein Nordisches Gewalke eigene Stöcke kaufen, oder gleich Robbenhäute kauen, das ist viel nordisch-authentischer. All die Sportfreaks haben da nämlich viel zu denglisch gedacht, als sie in Nordeuropa nach teuren Sportideen suchten. Sprich deutsch: Walken!

Dazu das Gesicht mit möglichst viel bunter Paste tarnen, dann finden einen die Quallen nicht.

Wer jetzt noch aufpasst, ob Lawinenwarnungen bestehen und sich stets einem einheimischen Führer anvertraut, der kann getrost an den Strand gehen und den Aufenthalt im Wasser genießen, bis man genug hat und lieber die nächstgelegene Skihütte in der Schinkenstraße aufsucht, wo der Jagertee stilecht im Eimer ist. Anton aus Tirol kann dann auch nicht weit sein, und es wird eine prima Sause.

Bestimmt findet sich dann auch noch eine Uschi für den weiteren Verlauf des Abends, und beim Sex sagen Männer ja sowieso immer: mehr …

Liebe Spiegel-Schatzis, ich habe Euch ganz doll lieb – verklagt mich nicht gleich wegen der Schnipsel. Ihr könnt mich ja engagieren, dann vergackeiere ich die Welt nur für Euch!

Liebe meine Leser,

ich weiß, dass Ihr alle die Spiegel-Schnipsel nur als Anregung nutzen werdet, täglich auf Spiegel-online lesen zu gehen und obendrein Abos für die Printausgabe für Euch und alle Verwandten und Bekannten zu bestellen, nicht wahr!

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2 Antworten to “Spiegel, ei”

  1. Silencer Says:

    Aber sicher.
    Ich hol mir sogar gleich noch ein zweites Abo. Die Schnipsel wirken!
    SPOF sollte Dich mit Provisionen überhaufen.

  2. buchstaeblich Says:

    Silencer,

    ich wusste, dass auf dich Verlass ist!

    (dreht sich um zum Spiegel-Mitarbeiter am Bildschirm)

    Sehen Sie?! Das wirkt!

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