Insel der Beknackten


Wer mich kennt, kennt auch meinen Spleen.

Wer mich nicht kennt, weiß spätestens jetzt, dass ich einen solchen mein Eigen nenne.

Habe ich noch am Montag im Theater mein Satirengift über Gomera im Allgemeinen und das alljährliche Geschehen im Valle Gran Rey zum Amüsement des Publikums verspritzt,

hat sich danach heftige Sehnsucht eingestellt.

Also Flüge suchen, Flüge buchen – fertig.

Schon bald kann ich wieder auf dem Mäuerchen am Meer sitzen und unauffällig Paarungsanbahnungsrituale beobachten. Die sind fast immer gleich und zeichnen sich durch immer wieder denselben Fehlschluss aus, sofern die Konstellation es hergibt, dass ein inseltypischer Residente oder Tourist sich gern mit einer der dort urlaubenden Pädagoginnen oder Sozialarbeiterinnen den Sonnenuntergang ansehen möchte in der Hoffnung auf weiteres.

Die erholungsbedürftigen Damen scheinen immer entweder sehr erschöpft im Valle Gran Rey anzureisen oder sind von Haus aus das Mitdenken nicht sehr gewohnt.

Sie machen nämlich stets einen sehr beeindruckten Eindruck, wenn sie den langhaarigen Lederbändchenträger etwas gefragt haben, und dieser sehr lange in die Ferne schaut, bevor er antwortet, bzw. das Antworten unterwegs vergisst.

Und sie kommen keine Sekunde lang auf die Idee, dass die Antwort möglicherweise so lange auf sich warten lässt, weil der Abenteurer im Batikhemd die Frage nicht sonderlich schnell, bzw. überhaupt nicht verstanden hat.

Ich liebe diesen Anblick. Jedes Mal aufs Neue.

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