Archiv für Januar 2009

Stand der Dinge

29. Januar 2009

Soll ich mir nun ein Ständchen singen? Happy Birthday to me, oder so?

Blödsinn – ich habe nicht Geburtstag und Blogs werden nicht geboren.

Heute vor einem Jahr war ich äußerst verwirrt, die ersten Schritte ins Bloggerdasein waren recht hilflos und praktisch komplett orientierungsfrei, und bis ich die Struktur dieses Dings halbwegs kapiert hatte, ging einige Zeit ins Land.

Ínzwischen, 319 Einträge und 3953 Kommentare später, ist es mir wichtig, meinen Senf zur Welt abzulassen und im Internet für Interessierte zu hinterlegen: Da stört er mich dann auch nicht mehr so bei meinen anderen täglichen Verrichtungen.

Ein Jahr lang Gift verspritzt, gebasht, gemeckert und viel Spaß dabei gehabt – da trifft es sich doch ganz wunderbar, dass ich ausgerechnet jetzt ein nicht abschlagbares Angebot bekam.

Ab sofort bin ich zweifach im Blogiversum unterwegs, denn ich wurde berufen, als Mitauteuse schreibend tätig zu sein (liebe Kinder, das heißt in echt Mit-Autorin, aber die Tante ist adrenalintrunken) für ein funkelndes Kleinod, das sich anschickt, Karriere in der Bloggerwelt zu machen, weil es so schön schockierend ist. Also, nicht für mich. Aber für manch Andere(n). Denn der dortige Gründer hat sich vorgenommen, eine olle Kamelle neu zu erfinden:

Das nagelneue Testament.

Und ich soll mithelfen. Wer mich also sucht und hier nicht findet, der kann künftig nachschauen, ob ich nebenan Dienst schiebe.

PR: Die Davos-Methode

29. Januar 2009

Es gibt Momente, da wünscht man sich Torwartprotektoren für die Schädeldecke, weil der präfrontale Cortex wummert wie ein Presslufthammer vor lauter Seltsamfinderei.

So geschehen vorhin bei der mittäglichen Entspannungslektüre namens Teletext, auch bekannt als die Omm-Methode für Informationsbegeisterte.

Doch eine Recherche im weltweiten Informationsnetz bestätigte, was man kaum glauben mag.

Im schweizerischen Davos findet bekanntlich der Betriebsausflug der Weltwundertäter aus Wirtschaft und Politik, WEF, statt. Eine findige Händlerin namens Margrit Merz wusste dieses Ereignis für sich zu nutzen.
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Dr. Buchstaeblichs Worte zum Sonntag XXVI

26. Januar 2009

Liebe Patienten,

aufgrund eines technischen Problems mit dem Ü-Wagen konnte der gestrige Stuhlkreis leider nicht live übertragen werden. Meiner Verantwortung gegenüber meinen Patienten Rechnung tragend, sende ich nun eine Aufzeichnung der Therapiestunde, denn ich kann die Menschheit ja nicht einfach ihren Sorgen und Nöten überlassen.

Deshalb jetzt: Aufgepasst, mitgemacht!

gedicht amtsantritt obama
Ja mei, der Herr Obama, der fragt sich auch „Wosama?“.

feringasee eislauf
Nein! Es taut, Mensch, sind Sie lebensmüde?

fernsehübertragung obama amtsantritt
War das ein Kitsch, was? Gruuuselig!

nicht korrekt benommen
Dann sollten Sie sich vielleicht endlich entschuldigen.
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Medien haben Geographieproblem!

22. Januar 2009

Soeben bei Zapp im NDR-Fernsehen gehört:
Auch hier heißt es, SAT1 zöge nach München um.

Lieber NDR, das stimmt nicht!

SAT1 zieht nach Unterföhring. 85774 Unterföhring.

Das hatte ich doch neulich schon lang und breit erklärt.

Leute, Ihr habt in Euren Büros PCs. Mit Internet-Anschluss. Und dass Unterföhring kein Vorort von München ist, weiß sogar die nicht allzu überbelichtete Wikipedia.

Vielleicht schreibt Ihr das einfach 100 mal:

Unterföhring ist kein Vorort von München!
Unterföhring ist kein Vorort von München!
Unterföhring ist kein Vorort von München!

Letale Redewendung

21. Januar 2009

Auf dem Jantarblog geht es heute um hellseherische Fähigkeiten, und da fiel mir spontan ein ganz olle Kamelle ein.

Vor etlichen Jahren, anlässlich einer Veranstaltung, die ich zu besuchen hatte, begab es sich, dass ich eine gute Bekannte traf und mit ihr die Pause zum ausführlichen Getratsche in einer Ecke nutzte.
Irgendwie kam das Gespräch auf eine entfernte Vorfahrin von mir und auf die Anekdote, dass sie zeitlebens auf widerfahrendes Unbill zu entgegnen pflegte, ein Beinbruch sei schlimmer. Auf die Frage der Bekannten nach der Todesart meiner Vorfahrin folgte meine Erklärung, dass diese sich am Ende ihres Lebens einen Beinbruch zuzog, aber kurze Zeit später an einer Embolie verstarb.
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Obama treibt seltsame Blüten

20. Januar 2009

Ein schönes Fundstück zum Amtsantritt von Barack Obama fand ich soeben bei Florian Bekic.

Ein Bild, das mir aus dem Herzen spricht.
;-)

Notleidende Banken

20. Januar 2009

… so lautet das Unwort des Jahres 2008.
Es geistert gerade durch alle Medien, ich wähle als Tageskandidaten fürs Zitiertwerden via Losverfahren die Deutsche Welle.

So ganz schlecht finde ich die Wahl nicht, da der Begriff impliziert, in leeren, ungeheizten Tresorräumen seien arme Kassierer bei Wasser und Brot eingesperrt, und abgehärmte Bänker und andere Zocker stünden an Ecken in Fußgängerzonen, barfuß und halbnackt in Lumpen, während der Wind ihnen das Vaterunser durch die Rippen pfeift.

Und das entspricht nun einmal nicht so ganz den Tatsachen, nicht wahr?

Der Dünenwanderer ist übrigens auch tief bewegt!

US-Wahlberichterstattung und deutsches product placement?

20. Januar 2009

Ist das nötig?

Muss Korrespondent Udo Lilischkies im Mittagsmagazin in Ausübung seiner journalistischen Tätigkeit für die ARD – also im öffentlich-rechtlichen Fernsehen! – eine Mütze tragen, auf der groß und breit und deutlich lesbar der Name eines deutschen Trikotagenherstellers steht, der gerne Schimpansen vor Kameras schickt?

Statt zuhören zu können, was es zu sagen gab zu den Vorbereitungen des Amtsantrittes und der Vereidigung des werdenden US-Präsidenten Barack Obama in Washington, war ich die ganze Zeit damit beschäftigt, mich zu fragen, was das soll und ob und wieviel der Herr Journalist für diesen Akt der Schleichwerbung kriegt.

Wie immer das gemeint war, es liefert einen weiteren Grund, Produkte dieser Firma nicht zu kaufen. Aber vielleicht auch, dem Herrn Lilischkies nicht alles so einfach abzukaufen, was er von sich gibt.
Eine vertrauensbildende Maßnahme war das nicht.

Weiterhin gilt: Augen auf beim Mützen Meinungskauf.

Kalendernotiz Amtsantritt Obama

20. Januar 2009

Notiz von mir an mich:
Nicht vergessen, morgens vor dem Einschalten des Fernsehers einen Eimer unters Gerät zu stellen – Barack Obama tritt in den USA das Präsidentenamt an.

So, wie sich die heilige Familie in den letzten Monaten in den Medien präsentiert hat, wird es Sülz regnen zuhauf – das ist nicht gut fürs Laminat.

Sicher, Obama ist das Bessere, was den USA passieren konnte. Ob man nun Richtung McCain oder Richtung Ms. Clinton schielt.

Aber die Peinlichkeiten um Oma, Hundchen, Leibwächter seine Oma, Töchterleins und die mild- und wohltätige Gattin dieser so perfektinszenierten Superfamilie schnüren einem den Hals zu und machen einen verdammt schalen Geschmack beim Gedanken an das, was da noch kommen mag: Fremdschämen kündigt sich an.

Oh, oh, wenn da ein Patzer passieren sollte. Oder irgendwer doch noch irgendwas auspackt. Hoffentlich lässt er keine Praktikantinnen ins Büro. Und nicht, dass sich irgendwelches Fitnesstrainingspersonal in den Weg des Heilands legt.

Sollte bei irgendeiner Fernsehübertragung jemand aus dem Obama-Clan mit den Schultern wackeln, wird es wohl daran liegen, dass das beginnende Flügelwachstum einen leichten Juckreiz auslöst, nicht wahr.

Na, dann singen wir morgen früh nachher fein zusammen unser Liedchen für den Heilsbringer:

‘t is the starlet Obama! Oh, long may he wave
o’er the land of the fee where your gun makes you safe.

Nein, da fehlt kein r, das ist so gemein(t).

Ich gönne der afroamerikanischen Bevölkerung in den USA von Herzen, einen afroamerikanischen Präsidenten feiern zu dürfen. Aber wenn ich ganz ehrlich bin: Ich hätte denen etwas Besseres gewünscht.
Nicht so ein Klischee wie aus einem Disney-Themenpark.

Denn wenn ich im Fernsehen oder in der Zeitung (jaha, man kann das Wort Medien auch einmal auslassen!) Familienfotos von den Obamas sehe, meine ich immer, Pluto, Donald, Bambi und Cinderella drumherum stehen zu sehen.

Auch ein kluger Spruch zum Thema.

Umbedingt loswerden

19. Januar 2009

… muss ich die Tatsache, dass soeben die große Suchmaschine in 0,13 Sekunden sage und schreibe 415.000 Einträge für die Buchstabenkombination umbedingt (Wort will ich das nicht nennen) fand, nachdem ich mit großen Augen diese mir neue Schreibvariante zufällig entdeckte.

Aus dem Zusammenhang vieler der Beiträge lässt sich herauslesen, dass die meisten Internetnutzer wohl vorgehabt hatten, das real existierende Wort unbedingt zu benutzen.

Unbedingt – man könnte auch sagen auf jeden Fall, oder: da beißt die Maus keinen Faden ab. Oder man schaut einfach einmal hier nach – es ist ja nicht so, als wäre die Uni Leipzig geizig mit Wörtern und den notwendigen Erklärungen!

Nun, Tippfehler passieren, wer von uns wäre frei davon? Ich gewiss nicht, aber ich versuche, so wenig Buchstabenmüll wie möglich zu produzieren.
Doch 415.000 Einträge? Wir hoffen jetzt alle einmal ganz fest, dass niemand auf das schmale Brett kommt, das unschuldige Wort unbedingt absichtlich zu verunstalten.
Denn man sollte sich, im Internet seine Wörter bzw. Schreibweisen verstreuend, der Tatsache bewusst sein, dass dieses auch von Kindern und Jugendlichen besucht ist, deren Rechtschreibentwicklung möglicherweise noch nicht gänzlich abgeschlossen sein könnte.

Falls dies doch jemand tun sollte, weil er es schick, lustig oder „trendy“ findet, absichtlich OrthograViechereien (das ist ein Kunstwort für schlimme Rechtschreibsünden) zu verbreiten, sehe ich mich gezwungen, mit Barbra Streisand zu antworten:

Kinder hören zu (bzw. lesen mit) – Children will listen!

Liebes Internet, versuche doch bitte, diese unsägliche Buchstabenkombination loszuwerden, ja? Danke.


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