Was ist denn mit dem Benimm los in Deutschland?
Haben gestern die Schädlingsbekämpfer Feingefühl gegen die Schwaben vermissen lassen, so muss ich heute bei Spiegel-Online mit wachsender Verärgerung in einem Interview mit Dustin Hoffmann lesen, wie sich ein fragender Jounalist als Fingerspitzengefühlverweigerer outet:
Zitat:
SPIEGEL: Nicht mal Ihre Klassiker? In den siebziger und achtziger Jahren haben Sie Filme mit Stars wie Steve McQueen, Robert Redford, Tom Cruise oder Warren Beatty gedreht, die allesamt als attraktiver gelten als Sie selbst.
Hoffman: Oje, jetzt wird’s richtig schmerzhaft.
SPIEGEL: Haben Sie diese Leinwandpartner ausgewählt, um sich an ihnen zu messen?
/Zitat.
Quelle: Spiegel-Online
Geht ’s noch?
Schlagworte: Benimm, Dustin Hoffmann, Interview, Knigge, Spiegel
2. Juli 2008 um 1:29 |
Seltsames Interview. In den Kontext passt die Frage auch gar nicht rein. Da wollte wahrscheinlich jemand richtig witzig sein.
2. Juli 2008 um 2:53 |
Es ist auch ungemein witzig, einen der bedeutendsten Schauspieler, die Amerika zu bieten hat, zu brüskieren.
Auszunutzen, dass jemand wie Mr. Hoffmann offensichtlich zuviel Stil hat, um einen solchen Fragefuzzi einfach stehen zu lassen, ist eine Frechheit sondergleichen. Zum Fremdschämen.
2. Juli 2008 um 4:26 |
Aber Mr. Hoffmann nimmt es mit Humor.
2. Juli 2008 um 5:18 |
Ich schätze Mr. Hoffmanns Humor auch sehr, aber ich wünschte, er hätte einen Frage-Fuzzi gehabt, bei dem er ihn nicht auf diese Weise braucht – dan lieber eine kesse Anekdote oder ein gepfefferter Spruch.
4. Juli 2008 um 1:28 |
Hallo “buchstäblich”…!
Hier steckst du also…
Des “qypens” so überdrüssig geworden…?
Schade, deine Beiträge haben immer für Kurzweil und Spaß gesorgt!
Werde aber hier mal ein Auge auf dich halten.
Einen schönen Gruß aus GE!
ullemann
4. Juli 2008 um 8:39 |
Wie schade, dass Dustin Hoffmann – übrigens einer meiner wenigen Lieblingsschauspieler – offensichtlich zu viel Anstand hat, um diese Frage entsprechend zu beantworten. Will sagen, der Interviewer kann sehr froh sein, dass er nicht mich an einem meiner zickigen Tage interviewt hat.
4. Juli 2008 um 9:03 |
Ich wette ja, dass der Frager der “Lars-Olav” war. Der kann doch auch bei DEM Namen gar nicht anders! Der war bestimmt schon als Kleinkind so, und die Eltern haben immer mit einer gewissen Nachsichtigkeit/Resignation in der Stimme “Lars, lass’ das” gesagt, wenn er ihnen im Regal die Rücken der Bücher abgerissen hat. Umtauschen konnten sie das Kind einfach nicht mehr, die Garantie war abgelaufen….
Liebe Leute, was soll denn aus so einem werden?? Der kann einfach nicht anders.
4. Juli 2008 um 11:17 |
Ullemann,
schön, dich zu sehen! Ja, Qype war mir zu infantil geworden – wenn schon kindisch sein, dann so wie ich das will.
Frau Weitergelesen,
der Frager hätte auch an einem meiner freundlichen Tage von mir etwas Unvergessliches zu hören bekommen.
Richensa,
Namen wie Lars-Olav gehören ins Strafgesetzbuch. Wer sein Kind so zu nennen plant, sollte es m. E. reichtzeitig weggenommen bekommen, um Traumata zu verhindern und einen normalen kindlichen Entwicklungsverlauf zu ermöglichen.
6. Juli 2008 um 12:53 |
Max Goldt (meine ich mich zu erinnern) hat mal geschrieben, dass die meisten dieser Fragefuzzis im Leben keine solchen Fragen stellen würden, sondern sie hinterher “aufpeppen”, um besonders “kritisch, jugendlich, wie auch immer” zu wirken. Ich nehme an, das war hier auch so. Wenn man bedenkt, dass es meistens ein Gruppeninterview ist, in dem 6 Journalisten 15 Minuten einen Filmstar zu seinem aktuellen Film befragen, ergibt sich von selbst, dass wohl kaum tiefschürfende Fragen gestellt werden. In diesem Falle wollte der Schreiberling wohl eine entsprechend intime Atmosphäre suggerieren, denke ich.
6. Juli 2008 um 12:23 |
Dann hat der Fragezeichenmann sich aber ein Eigentor geschossen – wenn der Fraggle sich selbst solch schlechtes Benehmen zwischen die offiziellen Fragen schreibt, kann er sich auch gleich ein kulturelles Armutszeugnis um den Hals hängen.
6. Juli 2008 um 1:34 |
Ich stimme Ihnen zu. Aber die Mehrheit der Menschheit scheint auf gutes Benehmen in Wort, Tat und Schrift nicht mehr viel Wert zu legen.
Fertigen wir also eine große Menge Armutszeugnisse, auf dass wir sie großflächig verteilen können.
6. Juli 2008 um 1:49 |
Ich bin altmodisch, liebe weltdeswissens, und zwar aus Überzeugung.
Mir als gemeiner Westfälin ist es mir übrigens ein innerer Reichsparteitag, mich bei denen unbliebt zu machen, die glauben, auf ein Minimum an Benimm schlicht verzichten zu können. Da werde ich dann auch gern selbst unflätig mit der Bemerkung, dass solche Hackklötze bei mir auf der sog. Verschissliste landen.
6. Juli 2008 um 2:03 |
6. Juli 2008 um 2:05 |
laut.. ich kaufe ein T
lau grüßen wäre vielleicht eine Alternative d)
6. Juli 2008 um 2:25 |
Ich nehme Tor B und erspare mir damit den Laune-Zonk! Sollen sie doch ruhig wissen, dass sie sich daneben benehmen – wenn man nicht durch Unmutsäußerung das Fehlverhalten reflektiert, haben sie obendrein keine Chance, in sich zu gehen und evtl. doch noch ein wenig Entwicklung nachzuholen.