Ich bin ja zum Glück nicht allein mit meinem zweiten Problem.
Mit meinem ersten Problem, dem ausgesprochenen Faible für Teletext auch nicht, da hält mir ja der Dünenwanderer das eiskalte Händchen.

Mein zweites Problem ist eine stark ausgeprägte Esoterik-Allergie in Verbindung mit Ächzenmüssen beim Anblick von Batiklappen.
Doch meine zweite, ehemalige Internet-Wohnstatt qype beheimatet mitleidsvolle Gleichgesinnte, und es da auch eine Selbsthilfegruppe.
Dort ist man in einem geschützten Raum, ganz unter sich, und man ist sicher, dass niemand plötzlich vor einem steht in einem ausgeleierten Schafwollpullover mit Waldorffarben und “Licht und Liebe” zu einem sagt.
Denn wenn vor mir einer steht und “Licht und Liebe” sagt, verwandle ich mich umgehend in einen Pawlowschen Hund und möchte nicht sabbern, aber genau so reflexartig demjenigen was aufs Maul hauen, obwohl ich sonst ein sehr friedlicher Typ bin, aber Esoteriker machen mich aggressiv.
Deshalb ist es für die Esoteriker, okay, für ihre Zahnärzte nicht, besser, wenn ich im Schutze der Gruppe, abgeschirmt von der erleuchteten Erlauchtheit der Segensbringer mein Dasein friste. So hoffe ich auch der Anzeige wegen Sachbeschädigung zu entgehen, falls wirklich wieder einmal einer vor mir steht, meinetwegen auch im in Indien getackerten Hanfhemd zur Jesuslatsche, und “Licht und Liebe” sagt.
Ich weiß zwar ganz genau, wer jetzt gleich in meinen Kommentaren “Licht und Liebe” sagen wird, aber die üblichen Verdächtigen sind nicht ernsthaft imstande, mich zu erschrecken: Ich weiß, die wollen nur spielen.
Falls jemand der Selbsthilfegruppe beitreten möchte, muss er vor Ort einen Antrag stellen, aber wer für überzeugend heilslehrenfrei befunden wurde, darf mitspielen.
Schlagworte: Allergie, Batiklappen, Erleuchtung, Esoterik, Hanf, Jesuslatschen, Licht und Liebe, Selbsthilfegruppe

28. Mai 2008 um 10:20 |
Ich will nicht spielen. Ich sitze hier und warte auf das Mutterschiff!
Und während ich so warte, lache ich mich derweil schlapp darüber, dass ich zu den üblichen Verdächtigen gehöre.
28. Mai 2008 um 10:27 |
Natürlich werden sie kommen, dich zu holen – Du bist schließlich auserwählt!
28. Mai 2008 um 10:36 |
Aha, du willst also spielen! Nun denn…
Nein, ich bin mitnichten auserwählt. Hoffe ich zumindest. Die werden immer gezwungen, rote T-Shirts zu tragen und sterben wie die Fliegen. Bei jeder Aussenmission, immer.
Übler wäre es, wenn sie rote Batik T-Shirts tragen müssten. uärrgs.
28. Mai 2008 um 10:45 |
Da hilft nur: http://www.youtube.com/watch?v=irgno5X03z4
28. Mai 2008 um 10:56 |
Youtube Verbot für dich! SOFORT!!!
Doch hey, warte mal: Jetzt ist endlich mein Indy Ohrwurm weg!
Aber gemein war’s schon, mich so ahnungslos auf das Gänseblümchen loszulassen. Eigentlich schon böse. Perfide. Steh’ ich drauf!
28. Mai 2008 um 11:04 |
Ich durfte mir übrigens heute morgen anlesen das Esoteriker bevorzugt diese Telfeondinger kaufen, die ab nächstem Jahr verboten sind.
Hihi, das haben die Baumumarmer nun davon.
28. Mai 2008 um 11:05 |
Man nennt mich ja nicht von ungefähr “die gemeine Westfälin”!
28. Mai 2008 um 11:07 |
@ Silencer: Das war der falsche Text! Du solltest doch “Licht und Liebe” schreiben.
28. Mai 2008 um 11:25 |
Bestimmt haben die Esos schon rudelweise Fremdbeter geleast, die die Rücknahme des Telefonverbots auslösen werden.
Wobei ich mir die Frage stelle, wozu die Telefone brauche – die glauben doch alle an Telepathie, was obendrein billiger ist.
Übrigens ist es wirklich komisch: Zum gomerischen “Trommeln für Mutter Erde” verabreden die sich via SMS mit den modernsten Foto-Ändis. Das habe ich schon ganz oft gesehen!
28. Mai 2008 um 11:48 |
Nicht nur billiger, sondern auch strahlungsärmer!
Und beten können sie, soviel sie wollen; das Telephonverbot ist eine prime directive, da wird nichts zurück genommen. Immerhin sollen die frei werdenden Frequenzen dem Mobilfunk zugänglich gemacht werden. Damit die Leute sich noch mehr Ändis kaufen können. Da freut sich die Wirtschaft ganz telepathisch einen dicken Geldbeutel.
28. Mai 2008 um 11:59 |
Da muss aber noch eine viel perfidere Verschwörung am Werke sein, denn offensichtlich haben die strahlungsärmeren Telefone bei den Traumfängerträgern keine Verstrahlung verhindert, sondern diese im Gegenteil eher verschlimmert.
28. Mai 2008 um 3:58 |
So, Feierabend. Ich mache im Büro das Licht aus und eile zu meiner Liebe.